Feuerwehrchef Schmitt in Ruhestand verabschiedet

Thomas Tröster
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Knapp 43 Jahre war er bei der Feuerwehr im Dienst, 36 Jahre bei der Berufsfeuerwehr, 25 Jahre davon bei der Stadt Mannheim. Heute wurde Feuerwehrkommandant Stadtdirektor Thomas Schmitt in den Ruhestand verabschiedet.

„Er hat den Brandschutz in Mannheim und der gesamten Metropolregion entscheidend geprägt und vorangebracht. Gerade die Kooperation mit den Nachbargemeinden war beispielhaft“, lobte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz den Amtsleiter in seiner Abschiedsrede. „Wir verabschieden einen Feuerwehrkommandanten, der bei der Bevölkerung, innerhalb der Stadtverwaltung und bei seinen Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen ein hohes Maß an Wertschätzung erfahren durfte. Auch deswegen verabschiedet man einen so erfahrenen und gestandenen Feuerwehrmann nur ungern. Für alles, was Sie für die Feuerwehr und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt geleistet haben, gilt Ihnen unser Dank.“

Rückblickend beschreibt Schmitt, dass es für ihn stets einer der wichtigsten Faktoren gewesen sei, zu jeder Zeit vollstes Vertrauen in seine Mannschaft zu haben: „Ich bin stolz auf die Truppe, auf meine KollegInnen und KameradInnen, ohne Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamt, denn ich habe hier viele erlebt, die über sich selbst hinausgewachsen sind. Wir sind bei der Feuerwehr 24 Stunden zusammen, und selbst wenn wir frei haben, kommen wir in den Dienst, sobald wir gebraucht werden. Das ist kein Beruf, sondern eine Einstellung. Gleiches gilt auch für die Ehrenamtlichen.“

Seinen ersten Feuerwehreinsatz hatte Schmitt im Alter von 18 Jahren. „Das war damals beim Papierhersteller SCA“, reflektiert der heute 61-Jährige. Seinen wohl größten Einsatz hatte er jedoch im Jahr 2002, als es auf dem Mannheimer Waldhof in der Gießerei bei Benz brannte. Daran erinnert sich Schmitt noch heute in vielen Details. „Grundsätzlich gibt es aber nicht das Ereignis, das mir im Kopf geblieben ist. Ich bin froh, dass ich alle Einsätze, auch wenn sie schlimm waren, stets gut verarbeiten konnte.“

1974 war Thomas Schmitt der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt beigetreten. 1981 machte er mit seinem Einstieg bei der Berufsfeuerwehr sein ehrenamtliches Engagement schließlich zum Beruf. „Mir war ein Aushang an der Hochschule aufgefallen: ‚Feuerwehr Mannheim sucht‘. Da habe ich mich dann einfach beworben“, berichtet Schmitt, der an der Mannheimer Hochschule Verfahrenstechnik studiert hat. Nach der Ernennung zum Brandoberinspektor 1983 und zum Brandamtmann 1989 folgte 1990 dann der Wechsel nach Minden. Dort baute er eine Berufsfeuerwehr aus einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften auf, die schließlich ein eigenständiges Amt wurde. Nach seiner Ernennung zum Brandamtsrat 1992 folgte zwei Jahre später der Aufstiegslehrgang zum höheren feuerwehrtechnischen Dienst. Nach Abschluss des Projektes einer Kreisleitstelle in Minden 1998 und der Ernennung zum Oberbrandrat 2000 kehrte Thomas Schmitt in seine Heimat Mannheim zurück. Er wurde 2001 Leiter der Berufsfeuerwehr Mannheim und zuletzt 2012 zum Stadtdirektor ernannt.

„Sein besonnenes Agieren in Krisensituationen habe ich sehr geschätzt, ebenso wie die vertrauensvolle Zusammenarbeit“, resümiert Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Christian Specht. „Ich persönlich bin Herrn Schmitt sehr dankbar für den Aufbau der Notfallseelsorge, die ich in vielen schwierigen Einsätzen mit Toten und Verletzten sehr zu schätzen gelernt habe.“ Auch die Anschaffung des Feuerwehrlöschboots oder der Schulterschluss mit den Freiwilligen Feuerwehren, dem THW und den Rettungsdiensten zählen zu Schmitts Verdiensten.
Besonders wichtig war dem Amtsleiter stets auch die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen auf der anderen Rheinseite. „Das Dreigestirn“, beschreibt er mit einem Schmunzeln das Verhältnis zu seinem vor wenigen Monaten ebenfalls in den Ruhestand verabschiedeten Ludwigshafener Amtskollegen Peter Friedrich und dem ehemaligen Leiter der BASF-Werkfeuerwehr Rolf Haselhorst.
Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Ämtern war während Schmitts Amtszeit ein beherrschendes Thema: „Man muss sich kennen, um sich aufeinander verlassen zu können. Es gelten die in Fachkreisen oft erwähnten drei K: in Krisen Köpfe kennen.“

Dass Schmitt selbst bei Großschadenslagen stets einen kühlen Kopf behielt, wird seinen Kollegen in bester Erinnerung bleiben. „Man übernimmt ganz bewusst Verantwortung und trifft Entscheidungen, für die man dann auch geradesteht“, beschreibt Schmitt seine Funktion als Feuerwehrchef, die ihn auch als Privatmann geprägt hat.
Als dieser hat er sich für seinen Ruhestand, den er offiziell zum 1. Juni antritt, bereits einiges vorgenommen: „Ich werde erst mal das Haus auf Vordermann bringen und dann möchte ich die Metropolregion neu erkunden. Ich habe mir bereits ein Ü60-Ticket für den ÖPNV zugelegt“, lächelt er. „Damit werde ich durch die Gegend fahren, werde viel laufen, wandern und dabei runterkommen.“

Die Nachfolge von Thomas Schmitt tritt sein bisheriger Stellvertreter Ltd. Branddirektor Karlheinz Gremm an.