„In den Sommerferien wurde intensiv gearbeitet“ Stadt und BBS stellen aktuelle Schulbaumaßnahmen in Mannheim vor

Stadt Mannheim
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Die Stadt Mannheim legt bereits seit vielen Jahren einen besonderen Fokus auf den Schulbau. In einem Pressegespräch informierten heute Bildungsbürgermeister Dirk Grunert, der Geschäftsführer der BBS Bau- und Betriebsservice GmbH Karl-Heinz Frings sowie der Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, Lutz Jahre darüber, was in den Sommerferien an den Mannheimer Schulen passiert ist, an welchen Projekten gearbeitet wurde sowie über die aktuell laufenden und im neuen Schuljahr 20/21 geplanten Schulbaumaßnahmen, aber auch weitere aus Sicht des Schulträgers relevante Themen wie etwa den Stand des Digitalpaktes Schule.

Mit dem Masterplan Schulbau hat die Stadt 2017 eine detaillierte Betrachtung der Gebäudezustände Mannheimer Schulen mit einer Ausweisung baulicher Prioritäten vorgelegt und damit eine valide Grundlage für Entscheidungen der Politik über Investitionen für die nächsten zehn Jahre geschaffen. Auf Basis dieser Planungsentscheidungen werden die Sanierungs-, Neu- und Ausbaubedarfe in Mannheim im Rahmen des Investitionspakets seit dem vergangenen Jahr aktuell sukzessive abgearbeitet. Das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz bietet hierbei zusätzliche Möglichkeiten: Die Stadt Mannheim investiert insgesamt mehr als 124 Millionen Euro in ihre Schulen. Dies ist möglich, da die Sonderprogramme des Bundes und des Landes die Sanierung von Schulen fördern. Das städtische Schulbauprogramm ist so entwickelt, dass die größtmögliche Fördersumme aus verschiedenen Förderinstrumenten von Bund und Land generiert werden kann. Die Investitionen kommen sämtlichen Schularten zugute – vom weiteren Ausbau des Ganztagsbetriebs an Grundschulen bis zu den beruflichen Schulen. Die Maßnahmen reichen von Brandschutzsanierungen über Ersatzneubauten bis hin zur Neugründung einer Schule.

„In den Sommerferien wurde – trotz der aktuellen Corona-Situation – sehr intensiv gearbeitet. Insgesamt wurde an 23 Maßnahmen weitergearbeitet, für die der Gemeinderat ein Gesamtvolumen von 143,4 Millionen Euro bereitgestellt hat. Dies belegt, welch hohen Stellenwert die Stadt dem Schulbau beimisst“, betonte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert.
Beispielhaft hob er die Friedrich-Ebert-Schule, Schillerschule, die Johannes-Keppler-Schule, das Ludwig-Frank-Gymnasium sowie die Dach- und Fachraumsanierung an der Wilhelm-Wundt-Schule hervor. „An der Helene-Lange-Schule ist die Dachsanierung beendet worden. Dies ist insofern von Bedeutung, da dies die erste fertiggestellte Maßnahme im Rahmen des Kommunalinvestitionsfördergesetzes ist, die ja besagt, dass die Maßnahmen bis 2022 abgeschlossen sein müssen. Das ist ein schönes Zeichen“, sagte Grunert.

Über die einzelnen Maßnahmen in Detail, die der Liste unten entnommen werden können, berichtete BBS-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings. So wird etwa die Johannes-Kepler-Schule bis 2024 zur Gemeinschaftsschule ausgebaut. Aktuell findet hier die Sanierung der Sandsteinfassade statt. Ebenfalls eine Fassadensanierung wird ab Oktober im Moll-Gymnasium durchgeführt. Im Ludwig-Frank- sowie im Elisabeth-Gymnasium führt die BBS Brandschutzsanierungen durch. Im Hauptgebäude der Wilhelm-Wund-Schule finden die Sanierung des Flachdaches sowie die einzelner Fachräume für Naturwissenschaften statt. Eines der größten Projekte ist die Schillerschule, die in den kommenden Jahren zur Ganztagsschule ausgebaut wird.

„Alle Schülerinnen und Schüler Mannheims sollen für ihre schulische Bildung gute Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu setzt die BBS dringende Sanierungen, Neu- und Erweiterungsbauten um. In den Sommerferien wurden wichtige Arbeiten und Vorarbeiten getätigt, um den nun wieder laufenden Schulbetrieb so wenig wie möglich zu stören. Dort, wo es uns nicht anders möglich ist, werden Containerlösungen Klassenräume für die jeweiligen Bauzeiten ersetzen, so zum Beispiel eine dreigeschossige Containeranlage für 14 Klassen des Elisabeth-Gymnasiums, die an der Sporthalle der Johannes-Kepler-Schule aufgebaut wird“, erläutert Karl-Heinz Frings.

„Auch nach der Abarbeitung des 124-Millionen-Euro-Programms bleiben die Herausforderungen groß und eine Fortschreibung der Förderprogramme von Bund und Land werden auch in Zukunft dringend benötigt. Daher würden wir uns wünschen, dass das Land die Kommunen hinsichtlich der Bewältigung dieser enormen Aufgabe noch konsequenter unterstützt – durch eine Förderung der Außenanlagen und eine weitergehende Anpassung der Förderung an die reale Baukostensteigerung“, bilanzierte der Bürgermeister.

 

„Digitalpakt Schule schreitet voran“: Erste Förderanträge bereits gestellt
Über den aktuellen Stand zum Digitalpakt Schule berichtete der Leiter des Fachbereichs Bildung, Lutz Jahre. Der Bund stellt als Unterstützung fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Die Stadt Mannheim als Schulträgerin erhält hiervon maximal 14,76 Millionen Euro als Förderobergrenze. Hierzu ist ein Eigenanteil von 20 Prozent von den Schulträgern zusätzlich aufzubringen. Die mögliche Gesamtbeauftragungssumme beläuft sich damit auf 18,45 Millionen Euro. „Dies ist ein großer Schritt Richtung Digitalisierung unserer Schulen“, so Jahre.

Voraussetzungen zur Antragsstellung beim Land sind das Vorliegen eines zertifizierten Medienentwicklungsplans (MEP) der Schule, in dem sie ihre jeweiligen Vorstellungen von digitalem Unterricht, die Wege dorthin und die Maßnahmen, mittels derer sie diese Ziele erreichen will, beschreibt. Die notwendige technische Ausstattung ist ebenso Bestandteil des MEPs wie die notwendigen Fortbildungen für das Kollegium der Lehrkräfte. Die Erstellung des MEPs erfolgt im Dialog mit dem Schulträger. Das Stadtmedienzentrum Mannheim (SMZ) unterstützt und berät in diesem Prozess die Schulen. Derzeit arbeiten 65 von 80 Schulen an der Erstellung des MEPs. Für sechs Schulen wurden bereits Förderanträge gestellt und fünf davon sind bereits positiv beschieden.

Die aktuellen Situation (Corona) und das damit verbundene Homeschooling hat es allerdings erforderlich gemacht, noch schneller zu reagieren, der Bund und das Land haben daher ein Sofortausstattungsprogramm für mobile Endgeräte über rund 130 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Der Stadt Mannheim stehen hierfür 3,2 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land zur Verfügung.

Zweck der Förderung ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für digitalen Fernunterricht durch mobile Endgeräte - mit Ausnahme von Smartphones -, die Schulen jenen Schü-ler*innen leihweise zur Verfügung stellen, die zu Hause nicht auf entsprechende Geräte zu-greifen können. Damit sollen soziale Ungleichgewichte beim Fernunterricht ausgeglichen werden. Die Schulen sind für die Ausleihe der Geräte zuständig. Die Finanzierung der Internetverbindungen im häuslichen Umfeld der Schüler*innen ist jedoch aufgrund der Förderbedingungen ausgeschlossen.

Die geschäftsführenden Schulleitungen der Mannheimer Schulen haben sich wie der Schulträger ebenfalls für eine Umsetzung des Programms durch die Schulen ausgesprochen, da dies eine individuelle und schnelle Handlungsfähigkeit der Schulen garantiert. Sie erhalten hierbei Unterstützung durch den Fachbereich Bildung und das Stadtmedienzentrum. Zum Teil liegen Geräte schon jetzt, pünktlich zum Schulstart bei den Schulen vor. „Damit können die dringendsten Bedarfe jetzt zum Schulstart, spätestens aber in den ersten Wochen des neuen Schuljahres gedeckt werden. Dies zeigt, dass das Mannheimer Modell greift und Schulen, die sich schnell auf den Weg gemacht haben, bereits über Geräte verfügen - und dies schneller als bei einer Bestellung inklusive Ausschreibungen über eine zentrale Stelle“, erläuterte Jahre.