Familienpass wird modernisiert Perspektivisch auch mehr Angebote zur Alleinnutzung durch Jugendliche

Stadt Mannheim
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Im neuen Familienpass 2021 soll es einige wichtige Neuerungen geben, das beliebte Gutscheinheft soll noch besser an die Bedürfnisse von Familien und Jugendlichen angepasst werden. Der Jugendhilfe- und Bildungsausschuss begrüßte von allen Seiten die Neuerungen und stimmte in seiner gestrigen Sitzung der Modernisierung des Familienpasses einstimmig zu. Die finale Entscheidung trifft der Gemeinderat.

„Wir möchten den Mannheimer Familienpass an die Bedürfnisse der Menschen in unterschiedlichsten Familienkonstellationen anpassen und es noch einfacher machen, den Familienpass mit unterschiedlichen erwachsenen Bezugspersonen, aber auch für Jugendliche ganz alleine zu nutzen“, führte Familienbürgermeister Dirk Grunert die Vorlage aus.

Eltern, die den Mannheimer Familienpass beantragen, sollen gemäß der Vorlage ab dem nächsten Jahr weitere erwachsene Begleitpersonen auf die Berechtigtenkarte eintragen können. Mit dem geänderten Familienpass sollen heute selbstverständliche Familienmodelle wie Regenbogenfamilien erfasst werden, die in der Vergangenheit bisher nicht abgebildet waren. Ebenso können dann beispielsweise auch erwachsene Geschwister, Großeltern, neue Lebenspartner*innen oder andere wichtige erwachsene Bezugs- oder Betreuungspersonen den Pass gemeinsam mit den Kindern nutzen. Wer das ist, soll die Familien selbst bei Antragstellung entscheiden können. Mit dieser Änderung soll dem Wunsch zahlreicher Eltern, die Gutscheine auch auf Großeltern oder andere Betreuungspersonen übertragen möchten, Rechnung getragen werden. Grund dafür kann beispielsweise sein, dass die Eltern beruflich stark eingespannt sind oder sie beispielsweise gerne für ihre Kinder gemeinsam mit Großeltern gestaltete Zeit als wertvolle Familienfreizeit ermöglichen wollen.

Antragstellende*r für den Mannheimer Familienpass bleibt weiterhin ein Elternteil. Eltern mit Kind/ Kindern, die einen gemeinsamen Wohnsitz haben, sollen bei Antragstellung automatisch gemeinsam eingetragen werden. Insgesamt können gemäß der Vorlage zukünftig bis zu fünf erwachsene Personen in die Berechtigungskarte des Familienpasses eingetragen werden und zwar folgendermaßen:
• Nr. 1 ist die Person, die den Antrag stellt.
• Bei verheirateten bzw. zusammenlebenden Elternpaaren wird der*die dazugehörige Partner*in automatisch von den Bürgerservices mit eingetragen. Sofern die Eltern nicht zusammenleben, kann hier bereits eine erwachsene Person nach Wunsch eintragen werden.
• Die weiteren drei oder vier erwachsenen Begleitpersonen ergänzen die Antragstellenden einfach selbstständig.

Der*die antragstellende Erwachsene wird dann im Familienpass mit Namen und Geburtsdatum eingetragen, weitere Personen werden nur mit Namen und Geburtsjahr eingetragen. Unverändert soll bleiben, dass weiterhin höchstens jeweils zwei Erwachsene mit den Kindern gemeinsam einen Gutschein einlösen können.

Familienpass-Plus-Berechtigte können dann ebenfalls weitere Erwachsene eintragen, die somit die Gutscheine des Familienpasses gemeinsam mit den Kindern nutzen können. Die Gutscheine des Familienpasses Plus sollen allerdings auch weiterhin nur die berechtigten Leistungsbezieher*innen mit ihren Kindern einlösen können.

Zudem soll es gemäß Vorlage ab dem nächsten Jahr möglich sein, dass alle Elternteile, die ihren Hauptwohnsitz in Mannheim haben, auf persönlichen Antrag ebenfalls einen Familienpass erhalten, auch wenn die Kinder sich nur phasenweise in Mannheim bei einem hier lebenden Elternteil aufhalten.

Ab 2021 soll es auch erstmals einige Gutscheine geben, die Jugendliche ohne Begleitung Erwachsener einlösen können. Dieses soll auf den betreffenden Gutscheinen des Fachbereiches Sport und Freizeit sowie der Stadtparks vermerkt sein. Damit möchte der Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt, der den Familienpass konzipiert, den Bedürfnissen der Jugendlichen nach Eigenständigkeit, Entwicklungs- und Teilhabemöglichkeit mit Gleichaltrigen entgegen kommen. In Zukunft wird angestrebt, weitere Angebote zur alleinigen Nutzung Jugendlicher anzubieten und auch neue Partner dafür zu gewinnen.