Erfolgreicher Start für „Pflege im Steubenhof“


• Umzug vom Pflegeheim „Wichernhaus“ in „Pflege im Steubenhof“ ist abgeschlossen
• Erhalten den „Geist des Wichernhauses“: 49 Mitarbeitende und 43 Bewohner:innen
• „Pflege im Steubenhof“ soll Ausbildungsbetrieb für avendi-Führungskräfte werden

Seit Monatsbeginn werden in Mannheim-Neckarau Bewohnerinnen und Bewohner in der neuen „Pflege im Steubenhof“ begrüßt. Viele von ihnen waren zuvor Bewohner des Pflegeheims „Wichernhaus“, einer Einrichtung der Gemeindediakonie Mannheim, deren Betrieb avendi zum 1. September übernommen hatte. Auch ein großer Teil der Mitarbeitenden zog aus dem Wichernhaus mit in die neue Einrichtung um. Jetzt ist der Umzug abgeschlossen – und den Verantwortlichen fällt eine Last von den Schultern. avendi-Geschäftsführer Achim Ihrig: „Wir haben für alle Beteiligten eine gute und zukunftsfähige Lösung gefunden.“ Gernot Scholl, Vorstand der Gemeindediakonie Mannheim: „Ich bin froh, dass der Geist des Wichernhauses im Steubenhof erhalten bleibt. Auch die Aufgaben der Seelsorge werden von den bisher zuständigen Kirchengengemeinden, wie bisher, erbracht werden.“
Mehrere Monate hatte die Gemeindediakonie Mannheim mit avendi darüber verhandelt, den Betrieb des Pflegeheims „Wichernhaus“ in Mannheim-Neckarau zu übernehmen und in der neuen avendi-Einrichtung „Pflege im Steubenhof“ nur wenige Fußminuten entfernt fortzuführen. Die Gemeindediakonie Mannheim hat mit diesem Schritt den Bereich der stationären Altenpflege aufgegeben. „Die Hintergründe sind wirtschaftlicher Natur“, erläutert Gernot Scholl, Vorstand der Gemeindediakonie Mannheim. „In den zurückliegenden Jahren hat das Wichernhaus deutliche Defizite erwirtschaftet. Das liegt vor allem daran, dass wir die Zahl der Heimplätze aufgrund der seinerseits novellierten Landesheimbauverordnung von 76 auf 56 reduzieren mussten. So mussten etwa Doppelzimmer aufgelöst und in Einzelzimmer umgewidmet werden.“
Verschiedenste Lösungsansätze waren in den vergangenen Jahren geprüft worden. „Ein Neubau als Erweiterung des Angebots hätte uns auf Dauer nicht geholfen, weil das bauliche Problem des Altgebäudes damit nicht gelöst worden wäre. Sogar über die Umwidmung des Altgebäudes in Wohnungen wurde nachgedacht. Tragfähig war leider keiner der Lösungsansätze. Eine komplette Neuentwicklung, eine Erschließung und Gestaltung durch uns selbst, mit Abriss des Altgebäudes, hätte die Gemeindediakonie mit einem kalkulierten Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro schlicht überfordert.“
Zudem verliefen zahlreiche Gespräche mit konfessionell geprägten wie mit freigemeinnützigen Trägern ohne Ergebnis. Mit der Entscheidung, das Steubenhof-Hotel in ein Pflegeheim umzubauen, eröffnete sich eine neue Perspektive. avendi war bereit, den Betrieb des Wichernhauses zeitnah zu übernehmen.
Achim Ihrig, avendi-Geschäftsführer und Mitglied des DIRINGER & SCHEIDEL Management Board: „Als angesehener Pflegeheimbetreiber, vor allem aber als alteingesessenes Neckarauer Familienunternehmen, war es unser Ziel, für alle eine gute und zukunftsfähige Lösung zu finden. Dass uns das gemeinschaftlich gelungen ist, spricht für die große Kooperationsbereitschaft der Beteiligten, denen mein besonderer Dank gilt.“
Achim Ihrig ist davon überzeugt, dass avendi und die „Pflege im Steubenhof“ am besten geeignet waren, die Nachfolge des Wichernhauses anzutreten. „Unsere Unternehmensgruppe ist kein anonymer Konzern ,von außen‘, sondern das älteste Familienunternehmen in Neckarau. Seit der Gründung vor 101 Jahren teilen wir die gleichen christlichen Werte und leben diese in unserem Unternehmen.“ Am deutlichsten werde dies tatsächlich auch in der Pflegesparte avendi, die vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen wurde.
„Bei avendi stehen die Menschen im Mittelpunkt – Bewohnerinnen und Bewohner wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Ihrig. „Wir respektieren die Persönlichkeit des Einzelnen, den sozialen, kulturellen und religiösen Hintergrund. Wir fördern ein vertrauensvolles Miteinander und verstehen es als unsere zentrale Aufgabe, für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, jeden Tag lebenswert zu gestalten.“
Dieser Anspruch war gerade in Bezug auf die Betriebsübernahme durchaus ein Kraftakt, den zu einem wesentlichen Teil der Heim- und Verwaltungsleiter der „Pflege im Steubenhof“, Jens Reinemuth, und sein Team gestemmt haben. „Die Betriebsübernahme des Wichernhauses hat von meinem Team und mir ein hohes Maß an Flexibilität gefordert, sowohl was die Umzüge der Bewohnerinnen und Bewohner betrifft, als auch die Mitarbeitersituation. Wir sind froh, dass so viele Mitarbeitende gewechselt sind. Jetzt freuen wir uns auf das Zusammenfinden und das Zusammenwachsen.“ Unterm Strich sei man mit Übernahme und Umzügen sehr zufrieden. „Ich muss allerdings auch zugeben, dass uns in der vorletzten Woche, als der Umzug abgeschlossen war, eine große Last von den Schultern gefallen ist.“
59 Mitarbeitende bilden das Team in der „Pflege im Steubenhof“, 49 sind vom Wichernhaus mitgekommen. Von den aktuell insgesamt 62 Bewohnerinnen und Bewohnern kommen 43 aus dem Wichernhaus. In vier Etappen sind sie in den ersten zwei Septemberwochen vom Wichernhaus in die „Pflege im Steubenhof“ umgezogen.
Die Bewohnerinnen und Bewohner dürfen sich jetzt neben erstklassiger Pflege auch auf zahlreiche bekannte, beliebte und abwechslungsreiche Aktivitäten freuen: „Der traditionelle Weihnachtsmarkt aus der Zeit, als der Steubenhof noch ein Hotel war, ist ein großes Ereignis, auf das wir uns alle sehr freuen“, versichert Reinemuth. „Dieser Markt ist in Neckarau so bekannt und beliebt, dass für uns alle klar war, dass wir diesen unbedingt erhalten wollen. Auch Gesundheitstage wurden durchgeführt und sollen weiterhin hier stattfinden. Dazu kommen kulturelle Veranstaltungen mit Auftritten etwa der Kirchenchöre oder von Alleinunterhalterinnen und Alleinunterhaltern. Auch ein Frühlingsfest, Sommerfest – ein Erdbeerfest und ein Spargelfest, das stellen wir uns als feste Bestandteile unseres Programms vor.“
„Wir legen bei avendi wie in allen Bereichen der DIRINGER & SCHEIDEL Unternehmensgruppe größten Wert auf eine fundierte und breitgefächerte Ausbildung“, erläutert Achim Ihrig. „Aktuell werden 155 junge Menschen für den Einsatz in Pflegeheimen ausgebildet. Gerade weil uns die Fachkenntnisse unserer Mitarbeitenden in der Pflege und im Umgang mit Menschen so wichtig sind, versuchen wir, den größten Teil unseres Teams selbst zu qualifizieren.“
In der „Pflege im Steubenhof“ soll auch die Personalentwicklung für die avendi-Gruppe mit gefördert werden: „Wir haben das Ziel, bis in einem Jahr auch als Ausbildungsbetrieb für Mitarbeitende der Leitungsebene gesehen zu werden“, schildert Reinemuth. „Wir möchten hier Leitungskräfte ausbilden, die dann auch in anderen avendi-Einrichtungen arbeiten.“
Darüber hinaus wird im Steubenhof erstmals eine Tagespflege angeboten. Hier verbringen die zu betreuenden Menschen den Tag in einer Gemeinschaft und kehren abends in ihr gewohntes Umfeld nach Hause zurück. „Wenn das gut angenommen wird, bauen wir die Tagespflege weiter aus“, so Ihrig.

Thomas Raffler
AvendSt


Bild: Die neue avendi-Einrichtung „Pflege IM STEUBENHOF“ (09/2022).
Foto: Thomas Raffler für avendi Senioren-Service