Mannheim: Symbolische Scheckübergaben würdigen soziales Engagement
Stadt Mannheim/Markus Proßwitz

Mannheim: Symbolische Scheckübergaben würdigen soziales Engagement

Mannheim: Symbolische Scheckübergaben würdigen soziales Engagement

In Mannheim wurden am Mittwoch symbolische Spendenschecks an soziale und gesellschaftliche Einrichtungen übergeben. Insgesamt flossen 80.520 Euro aus Erbschaften und Stiftungen.

Seit jeher engagieren sich Mannheimer Bürgerinnen und Bürger für soziale und gesellschaftliche Themen in ihrer Stadt. Dieses Engagement zeigt sich sowohl in der Geschichte der Vereinigten Jüdischen Erinnerungsstiftung und der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung als auch in zahlreichen Erbschaften und Schenkungen, die der Stadt Mannheim für wohltätige Zwecke vermacht wurden.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 80.520 Euro aus Erbschaften und Schenkungen innerhalb des Geschäftsbereichs des Sozial- und Kulturdezernats sowie aus den Erträgen der beiden traditionsreichen Förderstiftungen ausgeschüttet. Bürgermeister Thorsten Riehle übergab am Mittwoch, 28. Januar, in den Räumen der Heilsarmee in G 3, 1 insgesamt 18 symbolische Spendenschecks an soziale und gesellschaftliche Einrichtungen. Die Bedachten stellten dabei ihre geförderten Projekte vor.

Die Übergabe der Spendenschecks sei ein besonderer Termin, betonte Bürgermeister Thorsten Riehle. Sie stehe als Zeichen der Wertschätzung für Menschen, die sich in vielfältigen sozialen und gesellschaftlichen Initiativen engagieren. Zugleich wolle die Stadt mit dem neu eingerichteten Stiftungsmanagement im Dezernat gezielt dafür werben, Schenkungen, Erbschaften oder Zustiftungen als Möglichkeit des Engagements in Mannheim bekannter zu machen.

Schenkungen und Erbschaften mit sozialem Zweck

Das Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur kann derzeit aus 19 Erbschaften und Schenkungen mit einem Vermögen von insgesamt rund acht Millionen Euro verfügen. Teilweise dürfen dabei ausschließlich Zinserträge ausgeschüttet werden. Der von den Erblassern oder Schenkenden festgelegte Zweck reicht von allgemeinen sozialen Anliegen über Hilfen für obdachlose Menschen und Angebote für Seniorinnen und Senioren bis hin zur Schaffung von Pflegeplätzen.

Aus einer dieser Erbschaften mit der Zweckbindung zur Unterstützung psychisch kranker Menschen erhielt die Sozialpsychiatrische Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Gemeindepsychiatrischen Zentrum Mannheim eine Zuwendung in Höhe von 50.000 Euro. Damit ist die größte Einzelzuwendung des Jahres verbunden. Die Tagesstätte ist ein fester Bestandteil der sozialpsychiatrischen Versorgung in Mannheim und bietet ein offenes, niedrigschwelliges Angebot für psychisch langzeiterkrankte Menschen. Aufgrund der kommunalen Haushaltssituation konnte eine Zuschusserhöhung für 2026 nicht realisiert werden. Durch die Zuwendung ist der Weiterbetrieb der Einrichtung auch im kommenden Jahr gesichert.

Weitere geförderte Projekte

Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 zahlreiche weitere Projekte anteilig unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Finanzierung von Hospizkosten für eine wohnungslose Frau, Präventionsarbeit an Mannheimer Schulen, Projekte zur beruflichen Perspektiventwicklung, Kindererholungsmaßnahmen sowie kulturelle und sportliche Initiativen. Auch kleinere Einzelhilfen, etwa für Tierarztkosten eines Rettungshundes oder musikalische Förderung in stationärer Betreuung, wurden berücksichtigt.

Stadtweit verwaltet die Stadt Mannheim derzeit 58 nicht-selbständige und nichtrechtsfähige Schenkungen und Erbschaften treuhänderisch. Deren Vermögen wird getrennt und unabhängig vom städtischen Haushalt geführt. Aus den Erträgen werden entsprechend dem Willen der Schenkenden soziale, kulturelle oder wohltätige Zwecke verwirklicht.

Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung

Die Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung schüttete für das Jahr 2025 Zinserträge in Höhe von rund 7.400 Euro aus. Der Stiftungsrat beschloss im Dezember 2025 die Förderung verschiedener sozialer Zwecke. Unterstützt wurden unter anderem neue Gardekostüme für Jugendliche, therapeutisches Reiten, Hilfsangebote für bedürftige Kinder, Projekte für obdachlose Menschen, Angebote für Familien sowie die Finanzierung eines neuen Mannschaftswagens für einen Ortsverein.

Vereinigte Jüdische Erinnerungsstiftung

Aus den Erträgen der Vereinigten Jüdischen Erinnerungsstiftung wurden im Jahr 2025 insgesamt 7.000 Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet. Die Mittel kamen der Jüdischen Gemeinde Mannheim zugute und unterstützten unter anderem die museale Präsentation jüdischer Geschichte, religiöse Feste, Konzerte jüdischer Kantorinnen und Kantoren sowie bauliche Maßnahmen am Eingang des jüdischen Friedhofs in der Talstraße.

Tradition und Ausblick

Zum Geschäftsbereich des Dezernats für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur gehören vier rechtlich selbständige Stiftungen. Neben zwei operativ tätigen Stiftungen zählen dazu mit der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung und der Vereinigten Jüdischen Erinnerungsstiftung zwei Förderstiftungen. Ihre Wurzeln reichen mehr als ein Jahrhundert zurück. Nach den Einschnitten durch Inflation und Währungsverfall wurden die verbliebenen Vermögen nach der Währungsreform 1948 in den heutigen Stiftungen zusammengeführt.

Beide Förderstiftungen setzen ihr Kapital für gemeinnützige und mildtätige Zwecke ein. Sie unterstützen Einrichtungen und Maßnahmen der Alten-, Jugend-, Gesundheits- und Behindertenhilfe sowie hilfsbedürftige Menschen. Die Jüdische Erinnerungsstiftung fördert darüber hinaus die Forschung zur Geschichte der Juden in Mannheim.

Hinweis: Wer im sozialen oder kulturellen Bereich persönliche Akzente setzen möchte, kann die Stadt Mannheim durch Schenkungen, Erbschaften oder Zustiftungen unterstützen. Das Stiftungsmanagement im Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur berät zu gemeinwohlorientierten Projekten sowie zu Abläufen und Vorgehensweisen.