MANNHEIM: Internationale Spitzenforscherin übernimmt Schlüsselrolle am HI-TAC
Ohad Herches

MANNHEIM: Internationale Spitzenforscherin übernimmt Schlüsselrolle am HI-TAC

 

Professorin Karina Yaniv tritt am 15. April ihre neue Position am Helmholtz-Institut in Mannheim an. Ziel ist es, Forschung schneller in neue Therapien zu überführen.

Das Helmholtz-Institut für translationale AngioCardioScience (HI-TAC) in Mannheim und Heidelberg hat Professorin Karina Yaniv zur wissenschaftlichen Direktorin der systemischen AngioCardioScience ernannt. Die international anerkannte Forscherin tritt ihre Position offiziell am 15. April 2026 an.

Yaniv wechselt vom Weizmann-Institut für Wissenschaft in Rehovot nach Deutschland und bringt umfassende Expertise in den Bereichen Gefäßbiologie und Herz-Kreislauf-Forschung mit. Künftig soll sie die Forschung am HI-TAC institutsübergreifend vernetzen, um neue Therapieansätze schneller in die klinische Anwendung zu bringen.

Brücke zwischen Forschung und Anwendung

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Verbindung von Grundlagenforschung und praktischer Medizin. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Gefäßbiologie gezielt für die Entwicklung neuer Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen.

Yaniv beschäftigt sich seit Jahren mit der Entstehung und Funktion von Gefäßsystemen sowie deren Rolle bei Erkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt auf vaskulären Fehlbildungen, die häufig bereits im Kindesalter auftreten und bislang nur schwer behandelbar sind.

Am HI-TAC will sie diese Forschung weiterentwickeln und verstärkt in Richtung klinischer Anwendung ausrichten. Dabei sollen unter anderem neue Modelle eingesetzt werden, um Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und Therapien gezielt zu entwickeln.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Ein zentrales Anliegen von Yaniv ist der Aufbau einer starken wissenschaftlichen Gemeinschaft. Sie plant, die Zusammenarbeit zwischen dem Weizmann-Institut, dem Max Delbrück Center und der Universität Heidelberg zu intensivieren und neue internationale Forschungsprojekte anzustoßen.

Die Leitung des HI-TAC wird künftig von zwei Personen getragen. Eine weitere Besetzung soll in Kürze bekanntgegeben werden.

Ausbau der Forschungsstruktur in der Region

Mit der Berufung stärkt das Institut seinen Anspruch, eine führende Rolle in der translationalen Herz-Kreislauf-Forschung einzunehmen. Am HI-TAC wird ein wissenschaftliches Programm verfolgt, das die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems unter verschiedenen Bedingungen untersucht – von gesunden Prozessen bis hin zu Erkrankungen und Alterungsmechanismen.

Karina Yaniv promovierte in Entwicklungsbiologie an der Hadassah-Hebrew University Medical School und war anschließend an den National Institutes of Health in den USA tätig. Seit 2009 arbeitet sie am Weizmann-Institut, wo sie eine Professur für Gefäß- und Lymphbiologie innehat.

Sie ist Präsidentin der European Vascular Biology Organization und wurde 2024 mit einem ERC Synergy Grant ausgezeichnet, der über sechs Jahre hinweg Fördermittel von bis zu 10 Millionen Euro umfasst.

Die gezielte Vernetzung von Forschungseinrichtungen gilt als entscheidender Faktor, um medizinische Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und neue Therapien für komplexe Erkrankungen zu entwickeln.