Jugendtreff Schwetzingerstadt: Preisgericht kürt Gewinner

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Wie der geplante Jugendtreff in der Wespinstraße 2a in der Schwetzingerstadt aussehen soll, darüber hat nun ein Preisgericht befunden: Aus den fünf eingereichten Vorschlägen ging der Entwurf von FINCKH Architekten BDA aus Stuttgart als Sieger hervor.
 
Der bauliche Rahmen für den Jugendtreff in der Schwetzingerstadt ist jetzt definiert: Eine Jury bestehend aus Architekten, Bau- und Immobilienfachleuten sowie Vertretern aus Verwaltungsspitze und Politik favorisiert den Vorschlag der FINCKH Architekten BDA. „Die Arbeit findet eine einfache und klare Architektursprache für Ort und Bauaufgabe. Die begrünte Hülle und das leichte Abrücken von der Straße findet eine Antwort für einen Pavillon im Park und an der Straße. Die begrünte Hülle bietet auch die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln Einbruchschutz und Graffitiproblematik in den Griff zu bekommen. Es ergibt sich eine attraktive Adressbildung für den Jugendtreff“, urteilte die Jury. Ein annähernd quadratischer Grundriss werde durch den Ausschnitt zweier Höfe geschickt gegliedert, das Gebäude bleibe dabei überschaubar und flexibel nutzbar. „Insgesamt liefert die Arbeit einen sehr überzeugenden und qualitätsvollen Vorschlag für einen Jugendtreff an diesem Ort“, lobt die Jury.
 
„Der Siegerentwurf überzeugt durch die gelungene Verbindung von Form und Funktionalität“, ist Jugendbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb von der Juryentscheidung überzeugt. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem ausgewählten Modell eine optisch ansprechende Lösung gefunden haben, die mit ihrer großzügigen, nach hinten zum Freigelände geöffneten Aufenthaltsfläche besonders auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt“, ergänzt Freundlieb, die selbst als Sachpreisrichterin mit Stimmrecht am Preisgericht teilnahm. „Wir haben mit diesem zentralen, schulnahen Standort und dem gewählten Entwurf wichtige Weichen für eine zeitnahe Verwirklichung des Jugendtreffs gestellt“, ist die Bürgermeisterin zuversichtlich. Synergien sieht die Dezernentin auch zu dem unmittelbar benachbarten Kinderhaus. „Hortkinder haben so einen niederschwelligen Zugang zu den Angeboten der Jugendförderung und können nahtlos in diese Form der Betreuung übergehen“, so Freundlieb.
 
Fünf Architekturbüros aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz hatten Entwürfe für den Neubau des Jugendtreffs in der Schwetzingerstadt eingereicht. Die Kriterien: Bei einem Raumbedarf von 200 Quadratmetern werden für die Einrichtung zwei Gruppenräume, ein offener Aufenthaltsbereich mit Café, eine Küche mit offener Theke, ein Betreuer-Büro, ein Lager, WC, Terrasse und Spielbereich benötigt. Zugang und Erschließung sollten barrierefrei sein, die Räumlichkeiten müssen flexibel für verschiedene Bedarfe nutzbar sowie übersichtlich sein. Der Neubau soll mit dem räumlichen Umfeld und mit dem denkmalgeschützten Wespinstift harmonieren, für die Baukonstruktion ist ein Kostenrahmen von rund 540.000 Euro vorgesehen.
 
Planungsprozess und Umsetzung
Für die Planung eines Jugendtreffs in der Schwetzingerstadt sind frühzeitig Mittel im städtischen Haushalt bereitgestellt worden. Während die Verwaltung unter mehreren Alternativen den geeigneten Standort suchte, der die Kriterien für einen Jugendtreff optimal erfüllt, wurde durch den Fachbereich Kinder, Jugend und Familie – Jugendamt eine offene Jugendarbeit im Stadtteil etabliert. Die Wespinstraße 2a kristallisierte sich bei der Standortsuche als idealer Ort für den Jugendtreff heraus. Für den Nutzer des Gebäudes, das Staatliche Kolleg, mussten indes neue Räumlichkeiten gesucht werden. Als die Zahl der Flüchtlinge in Mannheim sprunghaft anstieg, wurden zwischenzeitlich kurzfristig junge Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht.
Eine Machbarkeitsstudie empfahl den Neubau eines Jugendtreffs, unter Federführung des Baukompetenzzentrums der Stadt erfolgte dann im Dezember 2016 die Ausschreibung des Planungswettbewerbs.
Geplant ist eine stufenweise Beauftragung des ermittelten Preisträgers. Mit einigen Modifizierungen am Entwurf soll eine neue Kostenberechnung erstellt werden. Die Mittel für den Neubau werden dann für die Haushaltsplanung 2018/2019 angemeldet.
 
Hintergrund zur offenen Jugendarbeit in Mannheim:
In Mannheim gibt es zehn Jugendhäuser und 13 Jugendtreffs, sowohl in städtischer als auch freier Trägerschaft. In den vergangenen 15 Jahren wurde das dezentrale Angebot von offenen Jugendeinrichtungen in den Mannheimer Stadtteilen mit der Errichtung von neun zusätzlichen Jugendtreffs deutlich ausgeweitet. Neben dem Jugendtreff in der Schwetzingerstadt ist auch im Stadtteil Luzenberg eine weitere Einrichtungen in Planung. Bei Jugendtreffs handelt es sich um stadtteilorientierte Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche als Treffpunkt und für ihre Freizeitgestaltung nutzen können. Die Jugendeinrichtungen werden pädagogisch von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern betreut.