Clustermanagement Medizintechnologie

© Stadt Mannheim
150902 ubergabe bewilligungsbescheid
setzt auf Internationalisierung

Projekt ist Gewinner im Fördermittelwettbewerb EFRE CLIP

Das Clustermanagement Medizintechnologie wird international: Ein sogenanntes „Business Development Office für internationale Produktentwicklung und Vermarktung“ (DELIVER) wird diesen Weg begleiten. Mit diesem Projekt wird es insbesondere auch kleinen und mittleren Medizintechnologie-Unternehmen (KMU) im Cluster ermöglicht, diagnostische und therapeutische Produkte gemeinsam mit Partnern aus internationalen Innovations- und Wachstumsmärkten effizienter zu entwickeln und nachhaltiger zu vermarkten. Zur Umsetzung von DELIVER wird zunächst auf drei Jahr befristet eine Vollzeitstelle im Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung angesiedelt.
 
Das Projekt ist als Gewinner im Fördermittelwettbewerb EFRE CLIP des Landes Baden-Württemberg und der EU hervorgegangen. Peter Hofelich, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, überreichte heute den Bewilligungsbescheid über die Fördergelder an Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. „Mit dem Ausbau des Clusters Medizintechnologie verfolgen wir eine ganz klar definierte Strategie. Wichtige Meilensteine, wie zum Beispiel die Eröffnung des Gründungs- und Kompetenzzentrums Medizintechnologie Cubex41, der Ankauf von Flächen zur Entwicklung des Medizintechnologie-Campus und der Gewinn des EFRE-RegioWIN Wettbewerbs zur Errichtung eines Business Development Centers Medizintechnologie, konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden. Mit dem geförderten Vorhaben „Business Development Office des Clusters Medizintechnologie für internationale Produktentwicklung und Vermarktung“ (DELIVER) kann nun mithilfe des Landes und der EU eine internationale Hebelwirkung für all diese Maßnahmen am Standort Mannheim erreicht werden“, sagte Grötsch bei dem Vororttermin im neuen CUBEX41 auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim. “Die Medizintechnologie ist ein wichtiger Wachstumsmarkt in Baden-Württemberg, der großes Potential für die Unternehmen im Land birgt. Mit der Förderung von DELIVER stärken wir Mannheim und die Rhein-Neckar-Region als bedeutendes Zentrum der Medizintechnologie“, so Staatssekretär Peter Hofelich.
 
Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf rund 306.500 Euro, davon werden rund 171.700 Euro von Land und EU gefördert, 30.000 Euro bringen Medizintechnologie Partner-Unternehmen der Privatwirtschaft ein.
 
Vier strategische Handlungsfelder in drei internationalen Innovations- und Wachstumsregionen
 
Die Aktivitäten werden sich zunächst auf drei ausgewiesene Innovations- und Wachstumsregionen dieser Branche konzentrieren. Diese sind Boston im US-Bundesstaat Massachusetts, Suzhou in der chinesischen Provinz Jiangsu und Haifa in Israel. Je nach Projekt und Bedarf umfasst DELIVER hier vier strategische Handlungsfelder:
 
- Start-Ups und Bestandsunternehmen werden beim Zugang zu Technologie-, Finanzierungs-, Forschungs- und Entwicklungspartnern in den ausgewählten Regionen unterstützt
- Die Clusterunternehmen werden bei der Suche nach Partnern für die Marktentwicklung in den ausgewählten Regionen unterstützt
- Umgekehrt sollen Unternehmen aus diesen Regionen, die sich bereits grundsätzlich dazu entschieden haben bzw. strategisch abwägen, eine deutsche oder europäische Niederlassung einzurichten, gezielt angesprochen werden, um eine Ansiedlung im Raum Mannheim zu bewerben und zu begleiten
- Medizintechnologie-Unternehmen aus dem Cluster werden bei der Personalgewinnung notwendiger Spezialisten aus diesen Regionen unterstützt.
 
Medizintechnologie am Standort Mannheim
 
Mit dem Cluster für Medizintechnologie hat sich Mannheim für eine der weltweit größten Wachstumsbranchen aufgestellt – und setzt damit konsequent auf Innovation und Wirtschaftswachstum. In einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie der Beratungsunternehmen Roland Berger und ExperConsult hatte sich 2009 die Medizintechnologie als ein Wirtschaftszweig mit großem Potenzial herauskristallisiert: Rund 95 Unternehmen mit rund 9500 Beschäftigten bearbeiten in Mannheim Marktsegmente im Wertschöpfungsnetzwerk Medizintechnologie. Sie agieren gemeinsam mit rund 500 Experten und wissenschaftlichen Mitarbeitern der anwendungs- und klinikorientierten Forschungseinrichtungen im Bereich Medizintechnologie in Mannheim, wie z.B. der Universitätsmedizin Mannheim, dem Institut für Medizintechnologie, der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie des Fraunhofer IPA sowie der Hochschule Mannheim.
 
Im Rahmen der Wirtschaftspolitischen Strategie wurde daher der Ausbau des Kompetenzfeldes Medizintechnologie über ein neu eingerichtetes Clustermanagement auf den Weg gebracht. Im Dezember 2011 beschloss der Gemeinderatsausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Soziales eine Konzeption zur Entwicklung und Steuerung des Clusters Medizintechnologie in vier Schritten. Diese werden konsequent und systematisch umgesetzt:
Die ersten beiden Schritte, der Aufbau entsprechender Clusterstrukturen und -förderprogramme sowie die Errichtung des Gründungs- und Kompetenzzentrums Medizintechnologie CUBEX41, wurden bereits umgesetzt bzw. sind abgeschlossen. Die Errichtung des Business Development Center Medizintechnologie und die Entwicklung des Mannheim Medical Technology Campus (MMT-Campus) knüpfen als Schritte drei und vier daran an.