STATEMENT der Geschäftsleitung Unternehmensgruppe Pfitzenmeier zur aktuellen Corona-Situation.

Pfitzenmeier
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Offener Brief zur aktuellen Corona-Situation

Liebe Leser* Innen

Bis heute kein Eingang der versprochenen Leistungen der Bundesregierung!

Wir möchten diesen Weg zum Anlass nehmen und uns herzlich bei allen bedanken, die in dieser schweren Zeit zu uns stehen, Verständnis, Solidarität und damit Gemeinschaft zeigen. Hierbei sprechen wir nicht nur von unseren Mitgliedern und Kooperationspartnern, sondern auch von unseren Mitarbeitern, die wie alle weiter mit uns durch diese Zeit gehen.

Während des ersten Lockdowns haben wir in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden bereits damit begonnen, ein umfassendes Hygienekonzept auf die Beine zu stellen. Dies wurde über die Sommermonate u. a. durch die Anschaffung von speziellen Luftreinigungsgeräten ergänzt, um unseren Mitgliedern, Mitarbeitern und Gästen ein noch sicheres Gefühl beim Aufenthalt in unseren Anlagen zu geben. Die Umsetzung dieser kostspieligen Investition ist mittlerweile umfassend erfolgt, allerdings sind unsere Türen seit Ankündigung des Lockdown Light Anfang November immer noch geschlossen.

Über viele Kanäle haben wir euch unter anderem mit Live-Streaming-Kursen, einer umfangreichen Mediathek und unserer App das Studiogefühl ins Wohnzimmer gebracht und vielen Kursleitern die Möglichkeit gegeben, auch während dieser Zeit weiter mit euch verbunden zu sein und ihrer Arbeit nachzugehen. Den persönlichen Kontakt zu euch vermissen wir trotzdem sehr. Die Online Angebote können das Beisammensein, das „Wir-Gefühl“, leider nur zum Teil ausgleichen.

Uns erreichen jedoch auch immer wieder Kommentare und Hinweise, in denen wir dafür kritisiert werden, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und dennoch weiter die Mitgliedsbeiträge einziehen. Es scheint bei einigen das Bild zu entstehen, dass wir uns an der Situation bereichern.

Zu diesen Themen möchten wir heute wie folgt Stellung nehmen:

Leider verhält es sich so, dass trotz überwältigender Solidarität in unserem Fall viele tausend Mitglieder ihren Beitrag nicht zahlen und sich beitragsfreie Pausen für ihre Mitgliedschaft, während der durch Corona bedingten Schließung, einräumen lassen. Das ist auch das gute Recht jedes Einzelnen, welches wir hiermit nicht in Abrede stellen möchten.

Hinzu kommt der Fakt, dass wir jeden Monat, auch in den Öffnungsmonaten während des „Lockdown 1“ und „Lockdown 2“ einige tausend Kündigungen erhalten. Diese Zahl hat sich mit Beginn des Lockdown 2 signifikant erhöht. Diesen Schwund an Mitgliedern konnten wir aufgrund der Schließung unserer Anlagen nicht durch neue Mitglieder ausgleichen, sodass sich unsere Mitgliederzahl bis heute um fast 15 % reduziert hat.

Wie sich dieser Umstand weiter entwickeln wird, ist noch nicht klar. Fest steht aber bereits jetzt, dass unsere Mitgliederzahl erstmal weiter sinken wird. Im Ergebnis werden wir deutliche Einnahmeverluste hinnehmen müssen, die über das Jahr gesehen mehr als 20% ausmachen werden und eine große Herausforderung für uns bedeuten.

Dieser Einnahmeverlust ist darüber hinaus nicht auf 2020 begrenzt, sondern wird sich auf die kommenden Jahre erstrecken. Wir schätzen, dass wir für jeden geschlossenen Monat ein Jahr brauchen werden, um den wirtschaftlichen Schaden auszugleichen. Wir hoffen auf eine baldige Erholung, jedoch kann Stand heute niemand seriös voraussagen, wie sich die nächsten Wochen und Monate entwickeln.

 

Es ist also tatsächlich so, dass wir, um mit unserem Unternehmen in diesen Zeiten bestehen zu können, zwingend unsere Mitarbeiter während der Schließung unserer Anlagen in Kurzarbeit schicken mussten, um keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen zu müssen. Es sind nicht alle Mitarbeiter in voller Kurzarbeit, da der Verwaltungsapparat am Laufen gehalten werden muss, um unseren Mitgliedern bei Fragen telefonisch oder per Mail zur Seite zu stehen. Auch in den Clubs selbst sind Mitarbeiter vor Ort, um telefonische Anfragen zu beantworten oder die Haustechnik in der Zeit der Schließung zu warten.

Wenn wir bald zu unserem eigentlichen Geschäftsbetrieb mit allen unseren Mitarbeitern zurückkehren können, haben wir unser primäres Ziel in der Krise erreicht. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, alle Arbeitsplätze dauerhaft zu erhalten und wir werden alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Leere Versprechen der Bundesregierung – wir fühlen uns im Stich gelassen!

Mietzahlungen, Nebenkosten, Heizkosten, Finanzierungen, unsere Schwimmbadtechnik und viele weitere Kosten müssen auch während der Zeit der Schließung bezahlt werden. Wie alle von der Schließung betroffenen Branchen haben auch wir auf eine „schnelle und unbürokratische Hilfe“ in Form der November- und Dezemberhilfen gehofft.

Bis zum heutigen Tag haben wir jedoch hiervon wie viele andere Unternehmen auch keinen Cent gesehen. Die Gründe hierfür reichen von Softwareproblemen seitens der Antragsplattform, bis hin zu Auszahlungsbeschränkungen auf Abschlagzahlungen bis zu 50.000 EUR auf alle Einrichtungen gemeinsam gesehen. Von einer Beantragung einer „Novemberhilfe Plus“ sind wir mangels vorhandener Antragsplattform noch meilenweit entfernt. Bis zum heutigen Tag ist auch nicht in Aussicht gestellt, wann weitere Förder- oder Hilfsgelder beantragt werden können.

Es liegt uns mit Sicherheit fern, diese für alle belastende und am Ende schwierige Zeit zu nutzen, um uns zu bereichern. Ein Blick auf die gesamt Fitnessbranche zeigt, dass bereits 20% der Fitnessunternehmen um ihre Existenz kämpfen.

Gemeinsam schaffen wir es durch die Krise!

Wir, die Unternehmensgruppe Pfitzenmeier werden in dieser Zeit weiterhin – gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Mitarbeitern und Kooperationspartnern - kämpfen und wir werden diese schwere Zeit schaffen. Wir danken jedem Einzelnen für seine Unterstützung.

 

Werner Pfitzenmeier (Gründer und Geschäftsführer)
Bernhard Köllner (Geschäftsleiter Pfitzenmeier Premium Clubs und Resorts)
Jens Wallat (Geschäftsleiter VeniceBeach, Fitbase und Fitcamp)