Abschied von einem großen Kümmerer Wie beliebt und geschätzt der Politiker Uli Sckerl war, wurde bei der Trauerfeier in der Peterskirche deutlich – Kretschmanns bewegende Worte

Stadt Weinheim
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Weinheim. Kümmerer, Ermöglicher, Kämpfer, Seelsorger der Landtagsfraktion, Parlamantarier erster Güte, Chefingenieur im Maschinenraum der Politik, Mentor und väterlicher Freund, leidenschaftlicher Debattenredner – die Liste der Wertschätzungen war lang bei der Trauerfeier für den Kommunal- und Landespolitiker Uli Sckerl am Samstag in der Peterskirche in seiner Heimatstadt Weinheim. „Ich bin dankbar, dass ich lange Jahre einen so klugen Menschen und feinen Politiker an meiner Seite haben durfte“, bekannte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann an seinem Sarg.
Der Regierungschef war in Begleitung einiger Minister und der Landtagspräsidentin Muhterem Aras zur Trauerfeier gekommen, um Uli Sckerl die letzte Ehre zu erweisen. Kretschmann und Sckerl waren gemeinsam Gründer der Grünen in Baden-Württemberg und langjährige politische Wegbegleiter. Uli Sckerl war seit 2004 Landtagsabgeordneter und seit zehn Jahren Parlamentarischer Staatssekretär der Grünen-Fraktion im Landtag. Am 14. Februar war Sckerl im Alter von 70 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.
„Er hatte ein unglaubliches Gespür für die Anliegen der Menschen“, bescheinigte Kretschmann, der für seinen verstorbenen Freund auch die biblische Lesung hielt. Die Trauerfeier selbst hielt Traugott Schächtele, der Prälat der Landeskirche für Nordbaden.
Kretschmann, aber auch Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just beschrieben Uli Sckerl als ungemein fleißigen, ambitionierten, ja unermüdlichen Politiker ohne Allüren und ohne Eitelkeit. „Er hat immer geackert und es ging immer um die Sache, nie um seine Person“., beschrieb Kretschmann.
„Er hat Politik – egal auf welcher Ebene – mit Herzblut betrieben, war immer engagiert und gut vorbereitet und hat dabei im positiven Sinne weder sich noch andere geschont“, erinnerte sich OB Just, der mit Uli Sckerl im Weinheimer Gemeinderat zusammengearbeitet hat. Der Rathauschef: „Er war ein Politiker im besten Sinn – kämpferisch und stets voller Ideen – einer, der – und mit dem man – immer diskutieren konnte, bei dem man durch seine Zugewandtheit spürte, wie wichtig ihm die Menschen und die Demokratie sind.“
Als eine der größten Stärken Sckerls nannte Just die Fähigkeit, junge Menschen an die Politik heranzuführen und für diese zu begeistern. Für Weinheim und den Wahlkreis sei er als Mensch und Politiker enorm wichtig gewesen: „Fast rund um die Uhr konnten wir uns mit unseren Fragen und Anliegen an ihn wenden.“
„Ohne Uli Sckerl ging nichts“, erklärte Andreas Schwarz, der im Landtag Sckerls Sitznachbar war. Der Weinheimer sei „die tragende Säule unserer Fraktion“ gewesen, außerdem ein „leidenschaftlicher Debattenredner“.
Ministerpräsident Kretschmann hob Sckerls politische Klugheit und die Bürgernähe hervor. „Er hat Politik von unten nach oben gedacht“, so der Landesvater. Und: „Kein Anliegen war ihm so klein, dass er sich nicht darum gekümmert hätte“. In der Trauerfeier wurde mehrfach deutlich, dass Uli Sckerl Bleibendes hinterlassen hat. Nach Ansicht des ersten grünen Ministerpräsidenten des Landes nicht weniger als das: „Strukturen, ohne die wir Grünen in Baden-Württemberg heute nicht das wären, was sie sind.“