Bei einer länderübergreifenden Kontrollaktion auf Autobahnen in Südhessen haben Zivilfahnder zahlreiche Verstöße festgestellt. Unter anderem wurden 450 Kilogramm mutmaßlich unrechtmäßig erlangtes Buntmetall und Parfüm-Plagiate beschlagnahmt.
Mit einer groß angelegten Kontrollaktion haben Zivilfahnder aus Hessen und Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 3. Juni 2026, die Autobahnen in Südhessen überwacht. An der gemeinsamen Aktion beteiligten sich Einsatzkräfte der Polizeipräsidien Südhessen, Mainz, Koblenz und Kaiserslautern.
Zwischen 10.30 Uhr und 18 Uhr kontrollierten die Beamten insgesamt 48 Fahrzeuge und überprüften 69 Personen. Ziel der Maßnahmen war es laut Polizei, Wohnungseinbruchsdiebstähle und weitere Eigentumsdelikte zu bekämpfen sowie potenzielle Straftäter abzuschrecken.
Zwölf Ermittlungsverfahren eingeleitet
Im Verlauf der Kontrollen leiteten die Ermittler zwölf Strafverfahren ein. Die Vorwürfe reichen nach Angaben der Polizei von bandenmäßiger Hehlerei und Betrug über Verstöße gegen das Markengesetz und Urkundenfälschung bis hin zu Fahren ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie unerlaubtem Aufenthalt.
Zudem trafen die Fahnder auf zwei Personen, die von Staatsanwaltschaften zur Aufenthaltsermittlung gesucht wurden. Nachdem ihre aktuellen Anschriften festgestellt worden waren, konnten beide ihre Fahrt fortsetzen.
450 Kilogramm Buntmetall in Transporter entdeckt
Besonders auffällig war laut Polizei die Kontrolle eines Transporters mit britischem Kennzeichen auf der A 67 bei Gernsheim gegen 12.15 Uhr. Das Fahrzeug war mit drei Männern besetzt.
Nach bisherigen Erkenntnissen bestand für den Transporter kein gültiger Versicherungsschutz, zudem waren keine Steuern entrichtet worden. Im Laderaum fanden die Beamten rund 450 Kilogramm Buntmetall, darunter Kupfer, Messing und Stromkabel.
Eine nachvollziehbare Herkunft des Materials konnten die Insassen nach Angaben der Polizei nicht belegen. Die drei Männer wurden deshalb vorläufig festgenommen. Im Zuge weiterer Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass sie für mehrere Fälle der betrügerischen Erlangung von Buntmetall in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in Betracht kommen könnten.
Darüber hinaus bestand der Verdacht des unerlaubten Aufenthalts sowie der unerlaubten Arbeitsaufnahme in Deutschland. Die Reisepässe der Männer wurden sichergestellt und eine erkennungsdienstliche Behandlung durchgeführt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung im dreistelligen Bereich wurden die Beschuldigten wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.
Parfüm-Plagiate im Frankfurter Bahnhofsviertel angeboten
Ein weiterer Fall beschäftigte die Fahnder auf der A 5 zwischen Darmstadt und Frankfurt. Dort fiel den Beamten gegen 12.30 Uhr ein Fahrzeug mit mehreren Insassen auf, das anschließend observiert wurde.
Im Frankfurter Bahnhofsviertel versuchten die Männer laut Polizei mehrfach, Passanten Parfümflaschen zu verkaufen. Bei einer anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass es sich bei den angebotenen Produkten um Fälschungen hochwertiger Marken gehandelt haben soll.
Die Beamten beschlagnahmten insgesamt 25 Parfümflaschen. Gegen die Verdächtigen wurden Strafverfahren wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Markengesetz eingeleitet.