Mit einem fingierten Notfall haben Betrüger einen Senior in Bensheim um Bargeld gebracht. Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und setzten ihr Opfer massiv unter Druck.
Erneut haben Kriminelle mit einem sogenannten Schockanruf Erfolg gehabt. Wie das Polizeipräsidium Südhessen mitteilt, wurde ein Senior aus der Straße „Am Ziegelfalltor“ in Bensheim am Freitagabend, 5. Juni 2026, Opfer der Betrugsmasche.
Zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr meldeten sich die Täter telefonisch bei dem Mann und gaben sich als Polizeibeamte aus. Sie behaupteten, die Ehefrau und der Sohn des Seniors seien in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden.
Um die angebliche Freilassung des Sohnes zu ermöglichen, forderten die Anrufer eine hohe Kaution. Unter dem Eindruck der geschilderten Situation übergab der Senior schließlich Bargeld an einen unbekannten Abholer.
Polizei sucht mutmaßlichen Geldabholer
Der Tatverdächtige wird als etwa 18 Jahre alt und von schlanker Statur beschrieben. Zur Tatzeit soll er einen schwarzen Hoodie mit über den Kopf gezogener Kapuze getragen haben.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die den jungen Mann im Bereich der Straße „Am Ziegelfalltor“ beobachtet haben oder Hinweise zu seiner Identität geben können.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Bei Schockanrufen versuchen Betrüger, ihre Opfer durch erfundene Notlagen emotional unter Druck zu setzen. Häufig geben sie sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus und fordern Geld oder Wertgegenstände.
Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei rät: Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Vermögenswerte oder persönliche Daten. Polizeibeamte fordern keine Kautionen und holen kein Bargeld bei Bürgern ab. Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort und verständigen Sie Angehörige oder die Polizei unter der Notrufnummer 110.
Zeugen, denen am Freitagabend im Bereich „Am Ziegelfalltor“ verdächtige Personen aufgefallen sind oder die Hinweise zum beschriebenen Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Darmstadt (ZE 40) unter der Telefonnummer 06151 969-0 zu melden.