Ludwigshafen: Polizei erhöht Präsenz an Karolina-Burger-Realschule-plus nach Reizgas-Vorfällen

Ludwigshafen: Polizei erhöht Präsenz an Karolina-Burger-Realschule-plus nach Reizgas-Vorfällen

Ludwigshafen: Polizei erhöht Präsenz an Karolina-Burger-Realschule-plus nach Reizgas-Vorfällen

Nach mehreren Reizgas-Vorfällen an einer Realschule in Ludwigshafen hat die Polizei Tatverdächtige ermittelt und ihre Präsenz an der Schule deutlich erhöht.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz dauern die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung an der Karolina-Burger-Realschule-plus in der Karolina-Burger-Straße an. In den vergangenen Tagen war es dort zu mehreren Vorfällen mit Reizgas gekommen.

Im Zuge der Ermittlungen konnten am Mittwoch, 28. Januar 2026, zwei jugendliche Tatverdächtige im Alter von 14 und 15 Jahren identifiziert werden, die für die Vorfälle verantwortlich sein sollen. Der 15-Jährige wurde im Schulgebäude angetroffen, verhielt sich gegenüber den eingesetzten Polizeikräften aggressiv und musste gefesselt werden. Anschließend wurde er durchsucht, zu einer Polizeidienststelle gebracht und dort vernommen.

Der Jugendliche ist laut Polizei bereits wegen verschiedener Delikte, unter anderem Gewalttaten, Sachbeschädigung und Diebstahl, polizeilich in Erscheinung getreten. Nach einer Gefährderansprache und einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurde er an seine Erziehungsberechtigten überstellt.

Der 14-jährige Tatverdächtige wurde am Donnerstagmorgen, 29. Januar 2026, vernommen. Auch er wurde nach einer Gefährderansprache und einer erkennungsdienstlichen Behandlung an seine Erziehungsberechtigten übergeben.

Reizgas bei weiterem Schüler sichergestellt

Im Rahmen der erhöhten Polizeipräsenz erhielt die Polizei am Donnerstag Hinweise auf einen weiteren Schüler, der Reizgas mitführen sollte. Bei den umgehend durchgeführten Ermittlungen wurde ein 13-Jähriger identifiziert. Bei der Durchsuchung seiner Taschen fanden die Einsatzkräfte eine Dose Reizgas, die sichergestellt wurde.

Der Schüler wurde ebenfalls zu einer Polizeidienststelle gebracht, dort vernommen und anschließend an seine Erziehungsberechtigten überstellt. Zudem wird geprüft, ob er an den zuvor bekannt gewordenen Reizgas-Vorfällen beteiligt war.

In allen Fällen wird nach Angaben der Polizei geprüft, ob den Verantwortlichen die Kosten der Einsätze in Rechnung gestellt werden können.

Deutlich erhöhte Polizeipräsenz an der Schule

Unabhängig von den laufenden Ermittlungen hat die Polizei ihre Präsenz an der Karolina-Burger-Realschule-plus mit dem 29. Januar 2026 bis auf Weiteres deutlich erhöht. Uniformierte Polizeikräfte sind nun täglich, insbesondere während der Pausenzeiten, sichtbar und ansprechbar vor Ort.

Mit dieser Maßnahme will das Polizeipräsidium Rheinpfalz ein klares Zeichen setzen. Gewalt an Schulen werde nicht geduldet, Straftaten würden konsequent verfolgt. Nach Angaben der Polizei konnten durch das Maßnahmenkonzept bereits erste Straftaten verhindert werden.

Fokus auf Prävention und frühzeitiges Eingreifen

Die eingesetzten Polizeikräfte verfügen laut Polizei über langjährige Erfahrung im Bereich der Jugendkriminalität und entsprechende Fachkenntnisse im Umgang mit jugendlichen Straftätern. Besonders bekannte Straftäter, die die Schule besuchen, stehen im Fokus der polizeilichen Präsenz, um weitere Straftaten zu verhindern.

Die Polizei kündigte an, bei Verdacht auf Straftaten oder zur Gefahrenabwehr niedrigschwellig einzuschreiten und alle rechtlich möglichen Maßnahmen auszuschöpfen. Dazu zählen unter anderem Identitätsfeststellungen, Taschenkontrollen und das Sicherstellen gefährlicher Gegenstände. Auch gewaltorientierte oder gewaltbereite Schülerinnen und Schüler unterhalb der Strafbarkeitsgrenze stehen im besonderen Fokus.

Ergänzend dazu sollen gemeinsam mit der Schule weitere auffällige Schülerinnen und Schüler identifiziert werden. Ziel ist es, durch gezielte präventive Maßnahmen wie Gefährderansprachen mögliches delinquentes Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

Die Polizei verweist auf seit Jahren bestehende Konzepte zur Bekämpfung von Jugendkriminalität. Durch die enge Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt und Jugendgerichtshilfe sollen Straftaten konsequent verfolgt und Jugendliche von weiterem strafbarem Verhalten abgehalten werden.

Alle Schulen im Stadtgebiet Ludwigshafen verfügen bereits seit Jahren über feste Ansprechpersonen beim Gemeinsamen Sachgebiet Jugendkriminalität. Diese Kooperation wird im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen an der Karolina-Burger-Realschule-plus weiter intensiviert. Die Polizei unterstützt die Schule unter anderem bei der Krisenintervention und baut Präventionsangebote, insbesondere zur Gewaltprävention, gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern aus.

Mit diesem Ansatz setzt die Polizei nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Schulen auf Prävention, Vertrauensbildung und frühzeitiges Handeln, um sichere Lernorte für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten.