LUDWIGSHAFEN: Pfälzische Industrie trotzt Schwäche im Inland – Exportquote steigt auf über 65 Prozent

LUDWIGSHAFEN: Pfälzische Industrie trotzt Schwäche im Inland – Exportquote steigt auf über 65 Prozent

 

Die Industrie in der Pfalz erzielt weiterhin den Großteil ihrer Umsätze im Ausland. Trotz Rückgängen im Inland bleibt die Exportstärke hoch.

Die Industriebetriebe in der Pfalz haben ihre Exportquote im Jahr 2025 weiter gesteigert. Nach aktuellen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer Pfalz auf Basis von Daten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz lag der Anteil der Auslandsumsätze bei 65,2 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 64,2 Prozent.

Damit erwirtschafteten die Unternehmen erneut fast zwei Drittel ihrer Erlöse im Ausland. Gleichzeitig mussten sie im Inland deutliche Einbußen hinnehmen. Der Inlandsumsatz sank um 3,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Im Gegenzug konnte der Auslandsumsatz leicht um 0,6 Prozent auf 30,6 Milliarden Euro zulegen. Insgesamt ging der Gesamtumsatz der Industrie um 1,0 Prozent auf rund 46,9 Milliarden Euro zurück.

Schwierige Rahmenbedingungen prägen Entwicklung

Als Gründe für den Rückgang werden die anhaltend angespannte geopolitische Lage sowie strukturelle Herausforderungen genannt. Trotz dieser Belastungen zeigt sich die Exportstärke der Region weiterhin stabil und unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der pfälzischen Industrie.

Schlüsselbranchen entwickeln sich unterschiedlich

Besonders prägend für die Industrie in Rheinland-Pfalz und der Pfalz sind die Branchen Chemie, Maschinenbau sowie die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Während die chemische Industrie landesweit einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent verzeichnete, zeigte sich die Automobilbranche leicht erholt und steigerte ihre Umsätze um 1,6 Prozent.

Der Maschinenbau entwickelte sich ebenfalls positiv. Die Unternehmen erzielten ein Umsatzplus von 3,2 Prozent und erreichten ein Gesamtvolumen von 11,3 Milliarden Euro.

Vergleich mit Land und Bund

Auch auf Landes- und Bundesebene stieg die Exportquote leicht an. In Rheinland-Pfalz erhöhte sie sich von 55,3 auf 55,7 Prozent, deutschlandweit von 52,3 auf 52,7 Prozent.

Bedeutung der Pfalz für Rheinland-Pfalz

Die wirtschaftliche Rolle der pfälzischen Industrie für das Bundesland bleibt hoch. Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten trugen 48,6 Prozent zum Gesamtumsatz in Rheinland-Pfalz bei. Beim Auslandsumsatz lag der Anteil bei 56,8 Prozent.

Gleichzeitig waren 38,7 Prozent aller Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe des Landes in pfälzischen Betrieben tätig. In die aktuellen Berechnungen flossen 283 Betriebe mit insgesamt 100.707 Beschäftigten ein.

Die Entwicklung zeigt, wie stark die Industrie in der Region vom internationalen Handel abhängt. Veränderungen auf den Weltmärkten wirken sich daher unmittelbar auf die wirtschaftliche Lage vor Ort aus.