Europa: Rekordzahl gefährlicher Produkte – EU-Warnsystem meldet 4671 Fälle
Der neue Safety Gate Report 2025 der EU-Kommission zeigt einen deutlichen Anstieg gefährlicher Verbraucherprodukte. Besonders häufig betroffen sind Kosmetika und Spielzeug.
Die Europäische Kommission hat den Safety Gate Report 2025 veröffentlicht und meldet darin einen neuen Höchststand an Warnmeldungen über gefährliche Verbraucherprodukte im europäischen Binnenmarkt.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4671 Warnmeldungen im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate registriert. Damit erreicht das System einen neuen Rekordwert und verzeichnet einen Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 mit 4137 Meldungen.
Zu den Warnmeldungen wurden zusätzlich 5794 Maßnahmen gemeldet. Dazu zählen unter anderem Rückrufe von Produkten, Marktrücknahmen oder das Entfernen von Online-Angeboten.
Nach Einschätzung des TÜV-Verbands zeigt der Rekordwert jedoch nicht nur eine verbesserte Kontrolle, sondern auch ein wachsendes Problem im europäischen Warenverkehr.
Kosmetika und Spielzeug besonders häufig betroffen
Die meisten Warnmeldungen betrafen Kosmetika. Rund 36 Prozent der gemeldeten Fälle entfielen auf diese Produktgruppe. Auf dem zweiten Platz folgt Spielzeug mit 16 Prozent der Warnmeldungen. Danach folgen elektrische Geräte und Ausrüstung mit einem Anteil von 11 Prozent.
Als häufigster Auslöser der Warnungen gelten Gesundheitsrisiken durch gefährliche Chemikalien. Sie machten mehr als die Hälfte der Meldungen aus. Weitere Gründe waren Verletzungsrisiken sowie Erstickungsgefahren, etwa durch kleine oder ablösbare Teile.
Gerade bei Spielzeug gelten besonders strenge Sicherheitsanforderungen. Kinder nehmen Produkte häufig in den Mund oder spielen intensiv damit. Wenn sich dabei Teile lösen, können schnell gefährliche Situationen entstehen.
Onlinehandel erschwert Kontrolle
Ein wachsendes Problem sehen Experten im internationalen Onlinehandel. Über digitale Plattformen gelangen immer häufiger Produkte in den europäischen Markt, die nicht den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen.
Verbraucher können am Bildschirm häufig nicht erkennen, ob ein Produkt tatsächlich den europäischen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig fällt es Behörden schwerer, Anbieter außerhalb der Europäischen Union effektiv zu kontrollieren.
Im europäischen Binnenmarkt gelten zwar einheitliche Vorschriften für Verbraucherprodukte. Dazu zählen unter anderem die Spielzeugrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie sowie die allgemeine Produktsicherheitsrichtlinie.
Hersteller müssen eine sogenannte Konformitätserklärung abgeben und das Produkt mit dem CE-Zeichen kennzeichnen. Damit bestätigen sie, dass ihre Produkte den europäischen Vorgaben entsprechen. Eine verpflichtende unabhängige Prüfung ist jedoch bei vielen Produkten nicht vorgesehen.
Forderung nach stärkerer Marktüberwachung
Der TÜV-Verband fordert daher eine deutlich stärkere und besser koordinierte Marktüberwachung innerhalb der Europäischen Union. Besonders wichtig sei eine engere Zusammenarbeit zwischen Zollbehörden und Marktüberwachungsstellen, insbesondere bei Importen über Onlineplattformen.
Der TÜV-Verband vertritt die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und setzt sich für technische Sicherheit, Produktschutz und hohe Qualitätsstandards im europäischen Markt ein.