HNO auf universitärem Niveau Heilig-Geist Hospital Bensheim präsentiert neue Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

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BensSK


Dem Heilig-Geist Hospital ist für die Versorgung der Bevölkerung an der Bergstraße ein medizinischer Coup gelungen. Mit Prof. Dr. med. Karl Hörmann und Dr. med. Jérôme Servais wechselten zwei Koryphäen auf dem Gebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zum 1. April nach Bensheim. Prof. Dr. med. Karl Hörmann übernimmt die Funktion des Ärztlichen Direktors, Dr. med. Jérôme Servais begleitet die Chefarzt-Position der neuen HNO-Abteilung und leitet die Ohrenklinik. Gemeinsam stehen die beiden Experten in ihrer Abteilung ab sofort Patienten mit Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen der Ohren sowie der oberen und unteren Atemwege mit Rat und Tat zur Seite. Ein besonderer Fokus der Bensheimer Hals-Nasen-Ohrenheilkunde liegt auf der Diagnose und Behandlung von Hörstörungen sowie der Schlafmedizin. Hier bietet das Heilig-Geist Hospital künftig ein breites und universitäres Leistungsspektrum auf dem Niveau eines Maximalversorgers an. Selbst die operative Versorgung mit Cochlea-Implantaten ist möglich.

„Gerade das Thema Schwerhörigkeit rückt bei einer immer älter werdenden Gesellschaft mehr und mehr in den Fokus. Deshalb freuen wir uns sehr darüber, der Bergsträßer Bevölkerung im Fachbereich HNO nun wohnortsnah eine stationäre Versorgung auf universitären Niveau anbieten zu können“, erklärt Geschäftsführender Direktor Frank Löscher. Sowohl Dr. Servais als auch Prof. Hörmann bringen jahrelange universitäre Expertise mit. Über Jahrzehnte prägte Prof. Dr. med. Karl Hörmann die Mannheimer Universitätsmedizin als Direktor der HNO-Klinik. Darüber hinaus ist er Präsident der European Academy of Sleep Medicine und war bis 2017 ebenfalls Präsident der deutschen HNO-Akademie. Auch Chefarzt Dr. med. Jérôme Servais kommt von der Universitätsmedizin Mannheim. Hier war er bis zuletzt Leiter der Hörklinik und führender Experte auf dem Gebiet der CI-Implantation. Mit Till Eschenhagen als Facharzt, Kevin Motzko als Hörgerätmeister, Akustiker und Audiologischer Trainer, Jana Verheyen als Audio Coach und -therapeutin sowie Osama Al-Zouba als CI-Ingenieur, erhalten die Beiden Unterstützung von einem top-ausgebildeten interdisziplinären Expertenteam.

Individuelle Hörlösungen für eine optimale Teilhabe
Das Hören ermöglicht die verbale Kommunikation und verbindet damit Menschen über die Sprache. Mit zunehmender Schwerhörigkeit wird diese Kommunikation beeinträchtigt mit der Folge, dass die Menschen nicht mehr alles verstehen und nachfragen müssen. Trotz Hörgeräten kann die Kommunikation so beeinträchtigt werden, dass die betroffenen Personen sich immer mehr zurückziehen und sich isolieren.

„In zahlreichen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Schwerhörigkeit und der Wahrscheinlichkeit eine Depression oder einer Demenz zu entwickeln, nachgewiesen. Daher ist es für uns oberste Priorität, dass unsere Patienten ausführlich untersucht und beraten werden, damit eine individuelle und zielgerichtete Hörlösung gefunden werden kann“, berichtet Prof. Dr. med. Karl Hörmann. Darüber hinaus appelliert er schon bei ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit, ärztlichen Rat einzuholen. „Je früher eine Schwerhörigkeit festgestellt werden kann, desto besser kann eine Hörentwöhnung und somit eine Verschlechterung der Situation verhindert werden.“

Um für jeden Patienten die geeignete Lösung zu finden, wird am Heilig-Geist Hospital künftig das komplette Leistungsspektrum geboten. Angefangen bei Hörgeräten und passiven Prothesen, über aktive Mittelohrimplantate und knochenverankerte Hörsystem bis hin zu High-Tech Cochlea-Implantaten ist alles möglich.

Ist der Hörnerv intakt kann selbst Ertaubten geholfen werden
Ein Cochlea-Implantat ermöglicht es Menschen mit einer hochgradigen Hörstörung oder gar einer Ertaubung wieder zu Hören und Sprache zu Verstehen – Voraussetzung ist ein intakter Hörnerv. „Damit der Patient auf dem ertaubten Ohr wieder hören kann, wird mit Hilfe einer Operation eine Elektrode in die Hörschnecke (Cochlea) vorsichtig vorgeschoben“, erklärt Dr. med. Jérôme Servais. „Diese Elektrode kann nun die Signale von einem Sprachprozessor am Ohr, ähnlich wie bei einem großen Hörgerät, direkt an den Hörnerv weiterleiten. Dabei wird die Funktion der ursprünglichen Sinneshaarzellen im Innenohr überbrückt. Die Sinneshaarzellen übersetzen das akustische Signal in ein elektrisches Signal und leiten dieses an den Hörnerv weiter.“

Nach der Operation ist es wichtig, sich an das neue Hören mit dem Cochlea-Implantat zu gewöhnen. Dafür stehen im Heilig-Geist Hospital Audiologische Trainer und Therapeuten zur Verfügung. Alternativ kann die Aktivierung des Cochlea-Implantats auch in der kooperierenden Rehaklinik „Bosenberg Kliniken“ in St. Wendel, durchgeführt werden. So haben die Patienten die Möglichkeit sich stationär und unabhängig von Ihrem Alltag an das neue Hören zu gewöhnen und sich im direkten Kontakt mit anderen Cochlea-Implantat-Patienten austauschen zu können.

Schlaflabor für Mai geplant
Neben der Diagnostik und Behandlung von Hörstörungen wird künftig auch die Schlafmedizin einen Schwerpunkt der Bensheimer HNO-Abteilung bilden. Derzeit wird im Heilig-Geist Hospital gerade ein hochmodernes Schlaflabor errichtet. Mittels Polysomnographie können hier physiologische Funktionen der Patienten im Schlaf gemessen werden. So können nächtliche Atmungsstörungen aufgezeichnet und wenn nötig, behandelt werden. Die Eröffnung des Schlaflabors ist für Mai geplant.