Heppenheim: Universitätsklinikum Heidelberg bleibt Mehrheitsgesellschafter des Kreiskrankenhauses Bergstraße
Das Universitätsklinikum Heidelberg führt die Trägerschaft des Kreiskrankenhauses Bergstraße fort. Das Haus bleibt eng an die universitäre Spitzenmedizin in der Metropolregion Rhein-Neckar angebunden.
Das Universitätsklinikum Heidelberg wird dem Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim weiterhin als Mehrheitsgesellschafter verbunden bleiben. Neunzig Prozent der Anteile verbleiben beim Universitätsklinikum, der Kreis Bergstraße bleibt Minderheitsgesellschafter. Die seit dem Jahr 2012 bestehende Trägerschaft wird damit fortgeführt. Einen entsprechenden Beschluss hat der Vorstand des Universitätsklinikums gefasst.
In den vergangenen Monaten hatte das Universitätsklinikum verschiedene strategische Optionen für das Kreiskrankenhaus geprüft. Hintergrund war das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz des Bundes, das neue Rahmenbedingungen für die Krankenhauslandschaft in Deutschland setzt. In diesem Zusammenhang wurden auch Gespräche mit weiteren Krankenhausbetreibern im Kreisgebiet geführt.
Im November 2025 waren Verhandlungen mit der Artemed SE zu einem möglichen Trägerwechsel aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen beendet worden. Auch ein Angebot der Schön Klinik Gruppe zur Übernahme des Kreiskrankenhauses wurde geprüft. Das Universitätsklinikum Heidelberg hat sich nun bewusst dafür entschieden, weiterhin selbst Verantwortung für den Standort Heppenheim zu übernehmen.
Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Heidelberg, betont die Bedeutung des Hauses: Das Kreiskrankenhaus verfüge über einen hervorragenden Ruf und ein hochqualifiziertes, engagiertes Team. Es sei eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung im Kreis Bergstraße und darüber hinaus. Universitäre Spitzenmedizin solle in der Metropolregion Rhein-Neckar nicht nur an den großen Standorten in Heidelberg und Mannheim stattfinden, sondern auch im engen Verbund mit einem breit aufgestellten Versorger wie dem Kreiskrankenhaus in Heppenheim.
Zugleich kündigte das Universitätsklinikum ein klares Zukunftsprogramm für das Kreiskrankenhaus an. Dabei sollen vorhandene Stärken weiterentwickelt und neue Akzente gesetzt werden. Drei Ziele stehen im Mittelpunkt: eine dauerhaft hohe medizinische Versorgungsqualität für die Patientinnen und Patienten, attraktive Arbeitsplätze für die Beschäftigten sowie eine wirtschaftlich tragfähige Ausrichtung des Krankenhauses.
Auch der Kreis Bergstraße begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. Landrat Christian Engelhardt dankte dem Universitätsklinikum für das klare Bekenntnis zum Kreiskrankenhaus. Als Mitgesellschafter sehe sich der Kreis in der Verantwortung, gemeinsam mit dem Universitätsklinikum stabile und verlässliche Perspektiven für den Standort zu schaffen. Die bereits begonnene Generalsanierung des Krankenhauses werde fortgeführt, der Kreis wolle hierzu seinen Beitrag leisten.
Zukunftsplan mit medizinischem Schwerpunkt
Erste inhaltliche Eckpunkte des Zukunftsplans wurden bereits vorgestellt. So ist vorgesehen, die Neurochirurgie weiter auszubauen, um zusätzliche Eingriffe im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie zu ermöglichen. Dafür soll auch die Kapazität der Operationssäle erweitert werden.
Darüber hinaus wird geprüft, wie das noch junge Arbeitsgebiet der Geriatrie weiterentwickelt werden kann. Angesichts einer alternden Gesellschaft kommt dieser spezialisierten Fachdisziplin eine wachsende Bedeutung zu. Parallel dazu soll die bauliche Generalsanierung des Hauses intensiv vorangetrieben werden. Ein erster Schritt ist die anstehende Dachsanierung.
Lehrkrankenhaus bleibt erhalten
Das Kreiskrankenhaus Bergstraße wird weiterhin Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg bleiben. Damit ist auch künftig ein enger fachlicher Austausch gewährleistet. Die Patientinnen und Patienten profitieren von der Anbindung an die Standards der Universitätsmedizin.
Sichergestellt wird dies unter anderem dadurch, dass auch künftig ein Teil der am Kreiskrankenhaus tätigen Chefärzte vom Universitätsklinikum Heidelberg gestellt wird.
Detaillierte Gespräche im Gesellschafterkreis über die konkrete inhaltliche und zeitliche Ausgestaltung des Zukunftsprogramms sollen zeitnah aufgenommen werden. Krankenhausleitung und Gesellschafter haben zugesichert, den Betriebsrat vertrauensvoll in die weiteren Planungen einzubeziehen.