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SV Sandhausen – VfL Bochum 1:1

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Unentschieden gegen den Tabellenzweiten - SV Sandhausen fehlen 6 Minuten zur großen Überraschung
(GM) 1:1 unentschieden trennten sich der SV Sandhausen und der Tabellenzweite, VfL Bochum, am Sonntagnachmittag. Wäre SVS-Trainer Michael Schiele vor dem Anpfiff vielleicht noch mit einer Punkteteilung gegen den Aufstiegsaspiranten zufrieden gewesen, muss er hinterher eher zwei verlorenen Punkten nachtrauern, da sein Team lange geführt hatte und erst vier Minuten vor dem regulären Spielende den Ausgleich hinnehmen musste. Trotz des Punktgewinns rutschte der SV Sandhausen auf den Relegationsplatz ab, da St. Pauli zeitgleich mit 2:0 gegen Regenburg gewann und dadurch an den Hardtwäldern vorbeizog.

Dass Torwart-Neuzugang Stefanos Kapino in der Startelf stand, war keine Überraschung, Rick Wulle musste mit dem Platz auf der Bank vorlieb nehmen. Ebenso kam Halimi zu seinem ersten Startelf-Einsatz.

Der VfL Bochum war in der Anfangsphase der Partie bemüht, das Kommando zu übernehmen, doch Sandhausen stand hinten gut und ließ nichts zu. Es waren auch die Platzherren, die den ersten Eckball herausholten, der aber nichts einbrachte (6.). In der 8. Minute gab es auch den ersten Eckball für Bochum, der Kopfball von Bella Kotchap wird von Paurevic gleich zur zweiten Bochumer Ecke abgewehrt. Ein Solo von Diekmeier unterband Bockhorn regelwidrig und sah die erste Gelbe Karte des Spiels.

Erstmals etwas gefährlicher für Sandhausen wurde es in der 16. Minute, als, nach Flanke von Losilla, der anschließende Kopfball von Zoller gefährlich nahe an Kapinos Tor vorbeiflog. Etwa ab der 20. Minute gestaltete Sandhausen das Spiel ausgeglichen und beschäftige nun auch mehr die Bochumer Hintermannschaft. Beim Eckball von Rossipal muss VfL-Torhüter Riemann per Faustabwehr klären (20.) und eine Minute später einen Schuss von Keita-Ruel per Fuß abwehren. Eine weitere Minute später zieht Keita-Ruel erneut ab, diesmal klärt Bella Kotchap zur Ecke. Sandhausen hat in dieser Phase etwas mehr vom Spiel und auch wenn Bochum zwischendurch immer wieder vor dem Sandhäuser Tor auftaucht, so richtig zwingend wird es nicht.

Die Mannschaft von Michael Schiele wird mutiger und verdient sich kurz vor Ende der ersten Halbzeit die Führung. Halimi bringt einen Eckball herein, den Zulj zunächst klären kann, Röseler flankt erneut, Behrens köpft an den Pfosten, jagt aber den Abpraller dann aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Bochumer Tor - zu diesem Zeitpunkt ist die Führung für Sandhausen noch nicht einmal überraschend. Und fast hätten die Gastgeber noch vor der Pause nachgelegt: Halimi schlägt einen Freistoß auf Behrens, der mit der Brust auf Keita-Ruel ablegt, aber dessen Schuss wird gerade noch zum Eckball abgewehrt. Der SVS nimmt die Führung mit in die Pause.

Im zweiten Durchgang drängt Bochum von Beginn an auf den Ausgleich, aber der erwartete Sturmlauf bleibt zunächst aus. Das deutliche Plus an Ballbesitz kann der VfL nicht in klare Torchancen ummünzen. Sandhausen verlegt sich weitgehend darauf, den knappen Vorsprung zu verteidigen und auf Konterchance zu lauern. Diese ergeben sich auch, werden aber nicht gut zu Ende gespielt. Auf den Doppelwechsel von Bochum, in der 63. Minute – für Bockhorn und Pantovic kommen Holtmann und Ganvoula Mboussy – reagiert Michael Schiele mit der Hereinnahme von Neuzugang Patrick Schmidt für Halimi und Robin Scheu für Keita-Ruel (68). Kurz zuvor hatte Zulj, nach Vorarbeit von Soares, das 1:1 auf dem Fuß, aber Kapino reagiert klasse und pariert per Fußabwehr.

Bochum rennt weiter an, aber noch steht die SVS-Verteidigung. Kapino lässt sich in der 70. Minute etwas zu viel Zeit beim Abstoß und sieht die Gelbe Karte, die sich gut 10 Minuten später auch Neuzugang Schmidt abholt. Kurz darauf nimmt Bochums Trainer, Thomas Reis den nächsten Doppelwechsel vor, für Zoller kommt Hartwig und für Tesche kommt Eisfeld (83.), der prompt mit seinem ersten Ballkontakt den Ausgleich vorbereitet. Sein Freistoß landet genau bei Zulj, der unhaltbar zum 1:1 einköpft (84). Jetzt will Bochum auch noch den Siegtreffer; Soares treibt seine Mannschaft immer wieder an und die Sandhäuser Abwehr muss Schwerstarbeit verrichten. Michael Schiele nimmt den letzten Wechsel vor, Taffertshofer, der viel gelaufen war, macht Platz für Pena Zauner.

Die letzten Minuten werden noch einmal hektisch. In der 89. Minute gibt es Freistoß für Bochum vor dem Strafraum des SV Sandhausen. Eisfeld schießt aber knapp neben Kapinos Tor. Dann startet Diekmann auf der rechten Seite durch und wird im Bochumer Strafraum von Soares unsanft gebremst, aber Schiedsrichter Michael Bacher lässt weiterspielen – knifflig (90.+1). Gleich darauf leistet sich Schmidt gegen Losilla sein zweites gelb-würdiges Foul und Bacher zückt die Ampelkarte – kein guter Einstand für den Neuzugang.
Dann sind noch wenige Sekunden zu spielen, als Pena Zauner, klasse eingesetzt von Behrens, urplötzlich im Bochumer Strafraum frei zum Schuss kommt, aber kläglich den möglichen Siegtreffer vergibt. Es bleibt schließlich beim 1:1-Unentschieden, mit dem der SV Sandhausen eine Überraschung verpasst.

SV Sandhausen - VfL Bochum 1:1 (1:0)
Sandhausen: Kapino - Röseler, Kister, Zhirov, Diekmeier, Paurevic, Taffertshofer (88. Pena Zauner), Rossipal, Halimi (68. Scheu), Behrens, Keita-Ruel (68. Schmidt)
Bochum: Riemann - Gamboa, Bella Kotchap, Leitsch, Soares, Losilla, Tesche (83. Eisfeld), Pantovic (63. Holtmann), Zulj, Bockhorn (63. Ganvoula), Zoller (83. Hartwig)
Tore: 1:0 Behrens (44.), 1:1 Zulj (84.); Schiedsrichter: Michael Bacher; besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Schmidt (90.+1, Sandhausen), wegen wiederholten Foulspiels

Die Stimmen zum Spiel:
Jürgen Machmeier: Die erste Halbzeit von uns war wieder richtig gut, wie beim Spiel in Regensburg. Wir hätten 2:0 führen können. Unsere zweite Hälfte war kämpferisch in Ordnung, letztlich müssen wir aber mit dem Punkt leben. Wir haben heute gegen den Tabellenzweiten gespielt. Von sechs Halbzeiten in den vergangenen drei Spielen waren fünf sehr gut. Das ist ein positiver Trend, den wir mitnehmen müssen.

Volker Piegsa: Wir haben heute in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen. Die Mannschaft hat einen super Eindruck gemacht und sich erholt gezeigt von der zweiten Halbzeit der Partie in Regensburg. In der zweiten Halbzeit haben wir dem Tempo aus Durchgang eins etwas Tribut gezollt. Bochum hatte da ein leichtes Übergewicht. Das 1:1 ist letztlich verdient, wenngleich der Dreier heute greifbar nahe war. Unter dem Strich bin ich mit der Leistung sehr zufrieden. Wir müssen die Energie mitnehmen und am Mittwoch gestärkt nach Darmstadt fahren.

Mikayil Kabaca: Wenn uns vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir einen Punkt mitnehmen, hätten wir das unterschrieben. Wir sind folgerichtig in Führung gegangen in der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft bewiesen, dass sie Abstiegskampf kann. Unglücklich ist natürlich, dass wir das Gegentor trotz unserer Kopfballstärke nach einer Standardsituation bekommen. Dennoch war die kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit super. Mit dem 1:1 sind wir sehr zufrieden.

Michael Schiele: Wenn wir uns die 90 Minuten ansehen, geht das Unentschieden in Ordnung. In der ersten Hälfte haben wir sehr kompakt gespielt, hatten eine gute Raumaufteilung und viele Ballgewinne. Schade, dass wir es nicht geschafft haben, die eine oder andere Situation mehr zu Ende zu spielen. Wir konnten den Gegner aber gut vom eigenen Tor fernhalten, haben lediglich Halbchancen zugelassen und sind verdient in Führung gegangen. In der zweiten Hälfte haben wir tiefer verteidigt, haben eine Chance in der Schnittstelle zugelassen. Bei der Standardsituation verteidigen wir leider nicht so, wie wir es können. Wir haben gegen einen Topgegner einen Punkt geholt.

Kevin Behrens: Wir haben versucht, unsere Führung mit Mann und Maus zu verteidigen. Leider bekommen wir noch ein Standardgegentor. Bochum hatte vor dem Spiel einen guten Lauf, wir haben alles reingehauen und unentschieden gespielt. Am Mittwoch geht es weiter. Wir wissen, dass wir jeden schlagen können in dieser Liga. Wir müssen uns reinhauen, dann werden wir auch wieder unsere Siege holen.

Stefanos Kapino: Ich bin glücklich darüber, dass ich mein erstes Spiel für den SVS absolviert habe, aber unglücklich, dass wir so spät noch den Ausgleich kassiert haben. Wir hätten heute drei Punkte holen können. Wichtig ist, dass wir über 93 Minuten sehr seriös gespielt haben. Wir nehmen den Punkt mit und werden mit genau dieser Mentalität weitermachen.

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