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Sportwoche/Metropoljournal im Gespräch mit Jennifer Schäfer, ...

(Foto: SpoWo) Jennifer Schäfer - leitet die Geschäftsstelle beim SV Waldhof
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... der Geschäftstellenleiterin des SV Waldhof
(GM) Ein Profi-Fußballverein besteht nicht nur aus den Mannschaften und den Trainern, die allwöchentlich auf dem grünen Rasen ihrer „Arbeit“ nachgehen, sondern auch aus der Mannschaft hinter den Kulissen. Da gibt es die Geschäftsführung und die Sportliche Leitung, es gibt Pressesprecher, Stadionsprecher, Mitarbeiter rund um das Team, wie Betreuer und Teammanager, Mitarbeiter für das Merchandising, das Ticketing und die sonstige Verwaltung.

In loser Folge berichtet Sportwoche/Metropoljournal schon über die Arbeit einiger dieser Mitarbeiter. In der heutigen Folge möchten wir Jennifer Schäfer vorstellen, die frischgebackene Geschäftsstellenleiterin der SV Waldhof Spielbetriebs GmbH.

Die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation kam im Juni 2018 vom Mannheimer Morgen zum SV Waldhof, als Assistentin der Geschäftsleitung, und ist seit 1. Juni Geschäftsstellenleiterin. Im Interview mit der Sportwoche wird bereits nach der ersten Frage schnell klar, dass der SV Waldhof für die sympathische Hockenheimerin nicht einfach nur ein Arbeitsplatz ist.

Sportwoche: Frau Schäfer, Sie haben zuvor beim Mannheimer Morgen gearbeitet, also bei einem Zeitungsverlag. Was hat Sie bewogen, sich ausgerechnet bei einem Fußballverein zu bewerben?

Jennifer Schäfer: Ich habe selbst 17 Jahre Fußball gespielt“, berichtet sie. „Und wenn man Fußball liebt, was gibt es da Geileres, als bei einem Fußballverein zu arbeiten?

Nachfrage, Sportwoche: Sie haben selbst Fußball gespielt? In welchem Verein denn? Und auf welcher Position?

J. Schäfer: Zuerst beim FV 08 Hockenheim und später bei der SpVgg 06 Ketsch. Und gespielt habe ich wirklich auf jeder Position – sogar einmal für eine halbe Saison im Tor. Aber da war ich nicht besonders gut. Meine Lieblingsposition war die Innenverteidigung.

Sportwoche: Frau Schäfer, ein Profi-Fußballverein, beziehungsweise eine Spielbetriebs GmbH, ist ja nun kein gewöhnlicher Arbeitgeber. Ist Ihnen dieser Job nicht zu unsicher? Wenn ein Proficlub absteigt, müssen auch schon einmal Mitarbeiter entlassen werden.

J. Schäfer: Das war für mich nie eine Überlegung. Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich möchte beim SV Waldhof alt werden. Ich möchte keine andere Arbeitsstelle mehr haben. Die Arbeit, hier beim Waldhof, ist für mich kein Job, sondern Leidenschaft.

Sportwoche: Sie haben noch nicht einmal Ihr halbes Arbeitsleben hinter sich und sind schon sicher, dass Sie keinen anderen Arbeitgeber mehr haben möchten?

J. Schäfer: Ja, das bin ich. Mir ist auch vollkommen bewusst, dass ich noch 37 Jahre arbeiten muss – und die möchte ich hier verbringen. Für mich gilt tatsächlich: Einmal Waldhof, immer Waldhof!

Sportwoche: Sie waren zunächst Assistentin von Geschäftsführer Markus Kompp, jetzt sind Sie Geschäftsstellenleiterin. Damit hat sich ja bestimmt auch Ihr Aufgabengebiet erweitert, zumal ja, wie inzwischen bekannt wurde, Markus Kompp in seine schwäbische Heimat umzieht. Was hat sich grundlegend verändert?

J. Schäfer: Na ja, zuvor war ich Kollegin, aber als Geschäftsstellenleiterin muss ich auch mehr Personalverantwortung übernehmen. Ich verstehe mich aber jetzt nicht plötzlich als Vorgesetzte, die die Arbeit verteilt (lacht). Wenn es nötig ist, und meine eigene Arbeit es zulässt, packe ich auch immer wieder bei Alltagstätigkeiten mit an. Aber natürlich muss man gelegentlich auch streng sein und vielleicht auch die eine oder andere Entscheidung treffen, die weniger populär ist.

Sportwoche: Es gibt also so etwas wie eine Arbeitsteilung zwischen Geschäftsführer und Geschäftsstellenleiterin.

J. Schäfer: So könnte man es vielleicht bezeichnen. Markus Kompp ist nach wie vor mein Vorgesetzter und meine Aufgabe ist es, ihn zu entlasten. Ich bin in der Hauptsache Ansprechpartnerin für die einzelnen Abteilungen innerhalb der GmbH und Markus Kompp ist für die, wie ich immer sage, „Big Deals“ zuständig. Er verhandelt mit Großsponsoren, führt alle notwendigen Gespräche mit der Stadt Mannheim und vertritt den SV Waldhof bei Verhandlungen mit dem DFB.

Sportwoche: Und Sie selbst vertraten ja den Geschäftsführer bei der letzten DFB-Managertagung. Die Konstellation Geschäftsführer und Geschäftsstellenleiterin gibt es ja nicht so oft in der 3. Liga. Fühlten Sie sich bei dieser Tagung von den Geschäftsführern der anderen Drittligavereine auch akzeptiert?

J. Schäfer: Das stimmt, diese Konstellation gibt es – glaube ich – nur noch bei einem anderen Verein. Ich war übrigens auch die einzige Frau bei dieser Tagung. Ich fühlte mich aber absolut akzeptiert. Da gab es überhaupt keine Probleme.

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Sportwoche: Ein Geschäftsführer ist zwangsläufig sehr viel unterwegs und wenn Markus Kompp jetzt umzieht, werden Sie ihn in seiner Abwesenheit künftig noch stärker vertreten müssen. Gestaltet sich da die Zusammenarbeit nicht schwierig? Und welche Kompetenzen wurden auf Sie übertragen?

J. Schäfer: Markus Kompp und ich stehen in ständigem Austausch. Wir sprechen täglich mehrmals miteinander - wenn möglich persönlich aber auf jeden Fall telefonisch. Die Zusammenarbeit klappt wirklich reibungslos und natürlich hat sich mein Kompetenzrahmen durch die übertragene Leitung der Geschäftsstelle ganz allgemein erweitert. Aber dieser Prozess verlief fließend und wichtige Dinge werden grundsätzlich nach Rücksprache mit dem Geschäftsführer entschieden.

Sportwoche: Frau Schäfer, was wünschen Sie sich in Zukunft für sich persönlich und was für den SV Waldhof?

J. Schäfer: Ich möchte mich hier beim SV Waldhof, und besonders in der neuen Funktion, weiterentwickeln und in erster Linie einen guten Job machen. Und für den SV Waldhof? Ganz klar: den Aufstieg, nicht nur in die 2. Bundesliga, sondern ganz nach oben.

Sportwoche: Dann wünschen wir Ihnen und dem SV Waldhof dazu viel Erfolg und bedanken uns sehr herzlich für dieses Gespräch.

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