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SV Sandhausen – 1.FC Nürnberg 1:2

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Bittere Heimniederlage des SVS gegen den 1. FC Nürnberg
Der SV Sandhausen unterliegt am 14. Spieltag in der 2. Liga dem 1. FC Nürnberg mit 1:2 (0:0). Nach zwischenzeitlicher Führung für die Schwarz-Weißen wendete sich die Angelegenheit in den Schlussminuten zu Ungunsten der Kurpfälzer.

Unverändert im Vergleich zum Dresden-Spiel
Im Vergleich zu seinem bisher letzten Spiel in der 2. Liga (30. Oktober, 1:0 bei Dynamo Dresden) beginnt der SVS in exakt derselben Formation und personellen Aufstellung. Torhüter Patrick Drewes spielt vor der Vierkette um Dennis Diekmeier, Immanuel Höhn, Aleksandr Zhirov und Chima Okoroj (von rechts nach links). Im Mittelfeldzentrum beginnen Janik Bachmann und Erik Zenga, die Dreierreihe davor von rechts besetzen Bashkim Ajdini, Marcel Ritzmaier und Alexander Esswein. Pascal Testroet greift in der Sturmspitze an.

Konzentrierte Vorstellung vor der Pause
Mit einer konzentrierten Vorstellung in der ersten Hälfte erarbeitet sich der SVS bis zum Pausenpfiff Vorteile gegenüber dem FCN. Auffällig sind die zielstrebigen Konter, denen im Abschluss aber stets die letzte Durchschlagskraft fehlt. Erstmals greift der SVS bereits in der dritten Minute an: Nach einer Flanke von Esswein von der linken Seite behauptet Zhirov den Ball im Fünfmeterraum, wird dabei allerdings von der FCN-Abwehr bedrängt. Er schafft es noch, den Ball auf den nachrückenden Diekmeier abzulegen, dessen Schuss dann jedoch geblockt wird.

Gute Chance für Bachmann
Die Schwarz-Weißen verteidigen konzentriert, verschieben konsequent und lassen zunächst nur einige Eckbälle und Fernschüsse des FCN zu. Die Nürnberger haben zwar mehr Ballbesitz, kommen aber bis zur Pause nicht zwingend zum Abschluss. Anders der SVS, bei dem Janik Bachmann nach Pass von der rechten Seite von Testroet die nächste große Gelegenheit hat, aber in FCN-Keeper Mathenia seinen Meister findet (15.).

Noch zwei weitere Gelegenheiten bis zum Halbzeitpfiff
Zwei weitere gute Konterchancen hat der SVS danach noch bis zur Pause. In der 25. Minute dringt Ajdini mit einem starken Sprint von rechts ins Zentrum, er lässt mehrere Nürnberger stehen und bedient Esswein, dessen Schlenzer allerdings Mathenia zur Ecke pariert. In der 45. Minute flankt dann Diekmeier den Ball noch mal ins Zentrum und findet Testroet, der es mit einem Steckpass in die Spitze versucht. Dort läuft der durchstartende Bachmann ein, erreicht den Ball aber ganz knapp nicht. Es geht mit dem 0:0 in die Kabinen.

Testroets Schuss aus spitzem Winkel wird geblockt
Direkt zu Beginn der zweiten Hälfte macht der SVS da weiter, wo er vor der Pause aufgehört hat. Im Mittelpunkt steht die SVS-Sturmspitze: Keine 60 Sekunden sind vorüber, als Testroet aus spitzem Winkel Mathenia prüft (46.). In der 50. Minute zieht Testroet nach einer Ritzmaier-Ecke erneut ab, der Ball wird geklärt und springt dem Angreifer dann an die Hand.

Großchance auf beiden Seiten in der 54. Minute
Eine Riesenszene auf beiden Seiten folgt in der 54. Minute: Zunächst hat Mats Möller Daehli die erste Großchance des FCN, Patrick Drewes kann den Flachschuss aber parieren. Direkt im Gegenzug steuert Ritzmaier aufs Nürnberger Tor zu, setzt den Ball aber in freier Schussposition links am Tor vorbei. Mit einer verrutschten Flanke prüft Okoroji in der 58. Minute Mathenia, der zur Ecke klärt, erneut, auf der Gegenseite werden die Nürnberger noch mal über Möller Daehli gefährlich, Drewes fischt aber auch den zweiten Versuch des Norwegers aus dem Eck (62.).

Höhn trifft sehenswert aus der Distanz zum 1:0
Kurz darauf geht der SVS in Führung! Nach einem Einwurf von Ajdini von der rechten Seite kann der FCN nicht entscheidend klären. In der zweiten Reihe erkennt Höhn die Situation, der Innenverteidiger rauscht heran, fasst sich aus gut 25 Metern ein Herz und trifft mit seinem Flachschuss in die linke Ecke (66.)!

Ausgleich in der 83. Minute
Die Angriffe der Nürnberger werden danach intensiver. Der SVS kann noch einmal kontern, als Ritzmaier den Ball in der 72. Minute rechts am Tor vorbeilegt. Ansonsten haben die Sandhäuser hinten lange Zeit alles im Griff – kassieren aber per Distanzschuss dann das das 1:1. Fabian Nürnberger hat zentral zu viel Platz und feuert den Ball präzise und unhaltbar für Drewes halbhoch in die linke Ecke (83.).

1:2 in der Nachspielzeit wird nicht überprüft
In der hektischen Schlussphase hat der FCN dann noch eine gute Abschlusschance und nutzt sie durch den eingewechselten Shuranov zum 2:1 (90.+3). Der Treffer wird im Anschluss heiß diskutiert, der Schiedsrichter entscheidet sich allerdings dagegen, ein mögliches Handspiel der Nürnberger auf der Videoaufnahme zu überprüfen. Dem SVS entgeht dadurch nach einer insgesamt ordentlichen Vorstellung auf den letzten Metern ein Punktgewinn.

SV Sandhausen - 1.FC Nürnberg 1:2 (0:0)
Sandhausen: Drewes – Diekmeier, Höhn, Zhirov, Okoroji – Bachmann, Zenga (79. Sickinger) – Ajdini, Ritzmaier, Esswein (90. Soukou) – Testroet.
Nürnberg: Mathenia – Valentini (76. Fischer), Schindler, Sörensen, Handwerker – Krauß (70. Borkowski), Geis (76. Nürnberger), Tempelmann – Möller Daehli, Duman (76. Schäffler) – Dovedan (70. Shuranov).
Tore: 1:0 Höhn (66.), 1:1 Nürnberger (83.), 1:2 Shuranov (90.+3); Schiedsrichter: Florian Lechner, Hornstorf; Zuschauer: 4.617 Zuschauer.

Die Stimmen zum Spiel:
Jürgen Machmeier: Ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden wäre heute für uns verdient gewesen, aufgrund der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte darf es beim 1:1 nicht zu diesem Schuss der Nürnberger kommen, das müssen wir besser verteidigen. Leider wurde uns das Remis dann in der Nachspielzeit genommen. Der Kölner Keller hat gegen uns entschieden, und das nicht zum ersten Mal. Man muss sich fragen, was der Videobeweis für einen Sinn macht, wenn im Strafraum ein klares Handspiel stattfindet vor einem Tor und der Kölner Keller den Schiedsrichter noch nicht mal zum Bildschirm bittet. Da bleibt einem die Sprache weg. Fakt ist, dass wir nicht zum ersten Mal benachteiligt wurden. So kann es mit dem Videobeweis, für den wir viel Geld bezahlen, nicht weitergehen.

Mikayil Kabaca: Das, was in den letzten 20 Sekunden passiert ist, ist unglaublich. Die Hand geht aktiv zum Ball, bei einer direkten Torbeteiligung. Ich verstehe nicht, was noch passieren muss, damit so ein Treffer nicht zählt. Die Steine, die wir gerade in den Weg gelegt bekommen, auch mit der Ansetzung des Spiels in St. Pauli, da muss man sich schon fragen, was hier gerade passiert. Nichtsdestotrotz hat die Mannschaft bewiesen, was für einen Charakter sie hat. Sie hat nach der schweren Zeit nach der Quarantäne überragend gekämpft und ein starkes Spiel hingelegt. Wir hätten schon zur Pause 1:0 oder 2:0 führen müssen, wenn wir nach den Großchancen gehen. In der zweiten Hälfte war das Spiel etwas ausgeglichener. Nürnberg hatte mehr Ballbesitz, war aber eigentlich uneffektiv, bis auf die letzten Minuten.

Alois Schwartz: Nach der Situation, die wir in den vergangenen Wochen hatten mit der Quarantäne für einige Spieler, sind wir heute gut reingekommen ins Spiel. Wir konnten den Gegner immer wieder gut stellen, hätten aber vor der Halbzeit auch ein Tor machen müssen. Wir hatten genug Möglichkeit dazu. In der zweiten Halbzeit treffen wir zunächst das Tor ebenfalls nicht und müssen uns auch bei Patrick bedanken, dass er zweimal stark rettet. Wir erzielen dann doch noch das 1:0, danach ist aber das passiert, was ich schon im Hinterkopf hatte: Die Kraft ist weniger geworden, der Gegner ist aufgekommen und hatte mehr Abschlussmomente. Ein Sonntagsschuss hat Nürnberg wieder in die Spur gebracht. Beim 1:2 kann man dann diskutieren. Die Hand war auf jeden Fall im Spiel, und für mich verschafft sich der Gegner einen Vorteil, dadurch, dass der Ball in eine ganz andere Richtung geht und Shuranov abschließen kann. Aber anscheinend ist es regeltechnisch richtig gewesen.

Immanuel Höhn: Es tut sehr weh, das Spiel so zu verlieren. Wir hatten wieder weniger Ballbesitz als der Gegner, das war uns aber auch egal, denn wir hatten gerade vor der Pause mehrere Riesenchancen. Da kann Nürnberg froh sein, dass es mit einem 0:0 in die Halbzeit geht. Dass wir das Spiel am Ende so verlieren, ist bitter, das hat die Mannschaft heute nicht verdient. Es aber nur an den vergebenen Chancen festzumachen, wäre zu einfach. Wir dürfen auch keine zwei Treffer bekommen gegen Ende der Partie. Wobei beim zweiten Treffer eine Hand im Spiel war und ich nicht weiß, warum die Szene nicht vom Videoschiedsrichter überprüft wird.

Pascal Testroet: Wir haben leidenschaftlich gekämpft und bekommen in der 83. und 93. Minute dann solche Nackenschläge. Es ist schade, in eine Englische Woche mit so einer Niederlage zu starten. Wir hatten heute genug Chancen, um das Spiel sogar frühzeitig zu entscheiden. Wenn du deine Chancen aber nicht ausnutzt, dann bekommst du am Ende hinten einen rein, verlierst das Spiel und alle schauen dich an und fragen, wie das eigentlich sein kann. So ist das im Fußball.

Robert Klauß (Trainer 1. FC Nürnberg): Wir sind glücklich über den Sieg, gerade auch, wie er zustande gekommen ist in der Nachspielzeit, müssen aber klar sagen, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben. Wir hatten keine richtige Klarheit, hatten immer wieder Ballverluste und sind ins Gegenpressing gekommen, hatten dann auch in der Restverteidigung Probleme. Mit etwas mehr Risiko sah es dann in den letzten 20 Minuten besser aus. Es ist dennoch ein glücklicher Sieg, den wir heute aber gerne so mitnehmen.

SV Sandhausen 1916 e.V. 

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