Mannheim: SV Wehen Wiesbaden – SV Waldhof 3:3

Mannheim: SV Wehen Wiesbaden – SV Waldhof 3:3

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Waldhof-Wahnsinn: Holtz-Truppe mit grandiosem Comeback nach 0:3-Pausenrückstand
(GM) Nach einer spektakulären Begegnung trennten sich zum Abschluss des 34. Spieltages in der 3. Liga der SV Wehen Wiesbaden und der SV Waldhof 3:3 unentschieden. Nach einem aussichtslos scheinenden 0:3-Rückstand zur Pause, startete der Waldhof in der zweiten Halbzeit eine beeindruckende Aufholjagd und schaffte noch den Ausgleich. Die mitgereisten 1.500 Fans, die ihre Mannschaft auch nach dem klaren Rückstand unermüdlich anfeuerten, feierten nach Schlusspfiff frenetisch den kaum mehr für möglich gehaltenen Punkt.

Gegenüber dem Spiel gegen den MSV Duisburg gab es beim Waldhof zwei Änderungen: Masca und Thill nahmen auf der Bank Platz, dafür standen Lohkemper und der wieder einsatzfähige Klünter in der Startformation.

Der Waldhof startet katastrophal in die Partie. Ba geht auf Höhe des eigenen Strafraums völlig unnötig gegen zwei Gegenspieler ins Dribbling, verliert den Ball, Johannsson fackelt nicht lange, zieht ab und trifft unhaltbar zum 1:0 – in der ersten Spielminute. Der Waldhof zeigt sich vom frühen Rückstand kaum beeindruckt, inszeniert eigene Angriffe und hat bereits in der 8. Minute eine gute Chance zum Ausgleich, als Ogbemudia, nach guter Vorarbeit von Asallari, aus kurzer Distanz zum Schuss kommt, aber – unter Druck – über das Tor schießt. Kurz darauf taucht nach einem langen Ball Bierschenk vor SVWW-Torhüter Brdar auf, trifft den Keeper aber nur am Kopf, beim Versuch, den Ball über Brdar zu lupfen. (12.).

Dann der nächste Nackenschlag für den Waldhof, als sich Asallari verletzt und früh raus muss, für ihn kommt Thill in die Partie (23.). Das Spiel ist weitgehend ausgeglichen; der Waldhof arbeitet am Ausgleich, ist aber dabei nicht zwingend genug. Besser machen es die Platzherren und erhöhen praktisch mit ihrer zweiten Chance auf 2:0. Einen hart und flach hereingeschlagenen Ball von Mockenhaupt, bugsiert Gillekens mit der Hacke an Njihuis vorbei ins Netz (38.).

Und noch vor der Pause kommt es knüppeldick für den Waldhof. Mockenhaupt schießt im Strafraum aus kurzer Distanz Hoffmann den Ball an den keineswegs ausgestreckten Arm. Schiedsrichter Yannick Sager zeigt sofort auf den Punkt - eine zwar vertretbare, aber harte Entscheidung (45.). Flotho legt sich den Ball zurecht und verwandelt sicher zum 3:0-Pausenstand.

Wie Luc Holtz nach dem Abpfiff durchblicken ließ, ging es wohl während der Pause in der Kabine weniger ruhig und gelassen zu, als sonst.Der Waldhof-Trainer ärgerte sich besonders über das unerklärliche Verhalten seiner Defensivakteure.

Wie zu erwarten war, kam der Waldhof personell verändert aus der Kabine. Sechelmann und Thalhammer kommen für Ba und Ogbemudia. Sofort schaltet der Waldhof auf Angriff und nach einem Eckball von Michel, zeigt Abifade, dass er eigentlich gelernter Stürmer ist, steigt mustergültig hoch und köpft wuchtig zum 3:1 ein (55.). Der Waldhof spürt plötzlich Oberwasser. Kurz darauf kommt Boyd, für den bis dahin wenig wirksamen Lohkemper (61.). Bei Wehen Wiesbaden geht Torschütze Johansson runter und macht Platz für Kalem (63.). Fünf Minuten später gibt es Freistoß für den Waldhof, von der rechten Seite. Thill bringt den Ball dicht vor das Tor, Brdar boxt ins Leere, am langen Pfosten lauert Abifade, der erneut per Kopf zur Stelle ist und zum 3:2 einköpft (68.). Der Waldhöfer Anhang lässt lautstark Heimspielatmosphäre aufkommen.

Wehen Wiesbaden zeigt sich beeindruckt und der Waldhof will jetzt auch noch den Ausgleich. Die Gastgeber wechseln zwei frische Spieler ein und versuchen wieder die Kontrolle über die Begegnung zu gewinnen (74.). Während der Waldhof offensiv bleibt, eröffnen sich für Wehen Wiesbaden Räume. War in der Halbzeit jeder Schuss ein Treffer, haben die Gastgeber nun zweimal hintereinander Pech, als zunächst ein Kopfball von Flotho am Querbalken landet (76.) und zwei Minuten später ein Schuss – ebenfalls von Flotho - an den Pfosten prallt (80.).

Dafür ist das Glück jetzt dem Waldhof hold. In der 83. Minute schlägt Thill einen Freistoß nach innen; der Ball fliegt durch den Strafraum auf die linke Seite, zu Sietan, der das Leder scharf vor das Tor gibt, genau auf Boyd, der mit dem linken Knie das 3:3 markiert – unglaublich.

Unglaublich auch, dass beide Mannschaften in der verbleibenden Zeit auf Sieg spielen. Beide Trainer wechseln noch einmal frisches Personal ein und es geht weiter hin und her. Fünf Minuten Nachspielzeit gibt es obendrauf und fast hätte Boyd noch den Siegtreffer markiert, doch sein Abschluss kann gerade noch abgeblockt werden (90.+1). Das 3:3 bliebt bis zum Schlusspfiff bestehen.

SV Wehen Wiesbaden 3:3 (3:0)
Wehen Wiesbaden: Brdar - Neubert, Gillekens, Janitzek, Mockenhaupt (86. Agrafiotis), Bogicevic (74. Suarez), Gözüsirin, May (86. Lewald), Kaya (74. Greilinger), Johansson (63. Kalem), Flotho
Waldhof: Nijhuis - Ba (46. Sechelmann), Ogbemudia (46. Thalhammer), Klünter, Abifade, Hoffmann, Sietan (86. Rieckmann), Bierschenk, Asallari (23. Thill), Michel, Lohkemper (61. Boyd)
Tore: 1:0 Johansson (1), 2:0 Gillekens (38.), 3:0 Flotho (45.), 3:1 Abifade (55.), 3:2 Abifade (68.), 3:3 Boyd (83.); Schiedsrichter: Yannick Sager; Zuschauer: 4.352