
Nichts zu holen in Ingolstadt – Waldhof mit deutlicher 1:5-Klatsche
(GM) Der Wunsch von Waldhof-Trainer Luc Holtz, mit einem Sieg und dadurch mit 55 Punkten die Saison abzuschließen, erfüllte sich nicht. Mit 1:5 unterlag seine Mannschaft einem keinesfalls übermächtigen Ingolstädter Team und war dabei noch gut bedient. Während der Waldhof, wie schon oft in dieser Saison, vor dem gegnerischen Tor zu zögerlich, zu uninspiriert und mit zu wenig Durchschlagskraft agierte, nutzte Ingolstadt die Mehrzahl seiner Chancen konsequent und demonstrierte deutlich, wo es beim Waldhof haperte.
Da Lukas Klünter verletzt ausfiel, rückte Hoffmann in die Startelf, ebenso Mendes und Thill, die Bierschenk und Thill ersetzten, die gegen Regensburg in der Startformation standen.
Das Spiel begann denkbar schlecht für den Waldhof, der zwar Anstoß hatte, aber daraus keinen Angriff aufbauen konnte; stattdessen holten sich die Gastgeber direkt den ersten Eckball (1.). Der brachte zwar zunächst nichts ein, aber der Waldhof konnte den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone befördern. Carlsen bediente Sturm, der Boyd umspielte, in den Waldhöfer Strafraum dribbelte und dann mit einem satten Schuss in die kurze Ecke die frühe Führung für Ingolstadt besorgte – da waren gerade einmal 90 Sekunden gespielt.
Zwar versuchte der Waldhof schnell zu antworten, aber nachdem Thill in der 4. Minute nur ganz knapp das Tor der Gastgeber verfehlte und Abifade aus spitzem Winkel ebenfalls keinen Erfolg hatte, verfiel die Mannschaft von Luc Holtz allmählich wieder in die alte Schwäche. Viel Ballbesitz, aber keine Torgefahr. „Daran arbeiten wir schon lange“, hatte der Trainer vor dem Spiel erklärt. „Und irgendwann wird es auch besser werden.“
Ja, irgendwann, aber noch nicht in diesem Spiel. In der 30. Minute zeigte Ingolstadt erneut, wie man eine Chance konsequent ausnutzt. Gül schickt mit einem präzisen Pass, durch die aufgerückte Waldhöfer Abwehr, Costly auf die Reise, Sietan kommt nicht mehr hinterher und der Ex-Waldhöfer bleibt alleine vor Nijhuis cool und trifft zum 2:0.
Nur zwei Minuten später liegt das 3:0 in der Luft, als sich Plath über die linke Seite in den Waldhöfer Strafraum dribbelt, in die Mitte passt, zu Gül, dessen Schuss aber zum Glück noch abgefälscht wird und ganz knapp neben dem Pfosten ins Aus geht. Kurz darauf hat Costly erneut das 3:0 vor Augen, jagt den Ball aber an den Pfosten (36.). Es geht zwar meist hin und her, aber nur Ingolstadt erspielt sich Chancen, beim Waldhof verpuffen die Angriffe meist schon vor dem Strafraum. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit wird es noch einmal lebhaft. In der 43. Minute schießt Costly ein weiteres Mal an den Pfosten und kurz vor dem Kabinengang hat Thill die erste Großchance für den Waldhof, aber Klein, im Kasten des FCI, wehrt per Glanzparade ab.
Zum zweiten Spielabschnitt wechselt der Waldhof gleich dreifach. Ferati, Bierschenk und Ogbemudia spielen jetzt für Sietan, Muteba N`Tumba und Hoffmann. Doch mit einer Aufholjagd wird es zunächst nichts. Im Gegenteil – nach Vorarbeit von Sturm und Carlsen drischt Gül den Ball zum 3:0 ins Waldhöfer Tor (51.). Die Partie schien entschieden, doch nach einem klasse Chipp-Ball von Ferati, dreht sich Boyd, im Ingolstädter Strafraum geschickt um die eigene Achse und markiert in typischer Manier das 3:1 (57.).
Doch die Hoffnung, doch noch etwas Zählbares zu erreichen, dauert nicht lange. In der 65. Minute kommt auf der linken Seite Sturm an den Ball, umkurvt Ba und netzt trocken zum 4:1 ein – das ging viel zu einfach. Danach wechseln beide Mannschaften Personal aus – beim Waldhof kommen Masca für Mendes (68.) und später Rieckmann für Thill (77.) und bei Ingolstadt Fröde für Besuschkow und Kügel für Costly (71.). Für Fröde wird es ein sehr kurzer Einsatz, nach einer brutalen Aktion, mit gestrecktem Bein, gegen Masca, zeigt der Unparteiische glatt Rot (80.).
Doch auch in Unterzahl nutzt Ingolstadt die sich bietenden Chancen eiskalt aus. Sturm schnürt einen Dreierpack, tanzt Ferati und Nijhuis aus und trifft zum 5:1, nur eine Minute nach dem Platzverweis für Fröde. Die Gastgeber verwalten in den letzten Spielminuten das Ergebnis, wechseln noch dreimal frische Spieler ein, lassen aber keine Waldhöfer Chance mehr zu, auch der Schuss von Masca, in der 88. Minute, geht über das Tor.
Im Grunde war das letzte Spiel der Saison 2025/26 eine Zusammenfassung vieler Waldhöfer Auftritte in diesem Jahr – oft mehr Ballbesitz als der Gegner, viele gewonnene Zweikämpfe, aber zu selten gefährliche Abschlüsse und zu wenig Ausnutzen sich bietender Torchancen. Zum Glück war der Klassenerhalt früh in trockenen Tüchern, denn was die Mannschaft in den letzten Wochen bot, war wenig begeisternd und für die tollen und begeisterungsfähigen Waldhöfer Fans einfach nicht befriedigend. Im Grunde kann nur ein überzeugendes Spiel – mit entsprechendem Ergebnis – im Pokalfinale gegen den VfR Mannheim, die letzten Eindrücke überdecken und die Saison zufriedenstellend beenden.
FC Ingolstadt – SV Waldhof 5:1 (2:0)
Ingolstadt: Klein - Antzoulas, Lorenz (87. Maljojoki), Scholz, Hoppe, Besuschkow (71. Fröde), Carlsen, Plath, Gül (89. Öztürk), Sturm (89. Kehrer), Costly (71. Kügel)
Waldhof: Nijhuis - Ba, Hoffmann (46. Ogbemudia), Sechelmann, Abifade, Sietan (46. Ferati), Thalhammer, Mendes (68. Masca), Thill (77. Rieckmann), Muteba N'Tumba (46. Bierschenk), Boyd
Tore: 1:0 Sturm (2.), 2:0 Costly (30.), 3:0 Gül (51.), 3:1 Boyd (57.), 4:1 Sturm (61.), 5:1 Sturm (81.); Schiedsrichter: Cristian Ballweg; Zuschauer: 4.898; besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Fröde (80. FCI), wegen groben Foulspiels