bfv-Pokalfinale: VfR Mannheim – SV Waldhof
(Foto: Mj) v.l.n.r. Denni Strich, Geschäftsleiter Marketing (SVW>), Rüdiger Heiß (Vize-Präsident Spielbetrieb (bfv), OB Christian Specht, mit passendem Fußball, Derbystar), Stefan Pfitzenmeier, Geschäftsführer VfR, Alexander Esswein VfR-Kapitän

bfv-Pokalfinale: VfR Mannheim – SV Waldhof

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(GM) Das Finale im Badischen Pokal, zwischen dem VfR Mannheim und dem SV Waldhof ist „für Mannheim ein ganz besonderes Spiel“, wie Oberbürgermeister Christian Specht in der Pressekonferenz im Mannheimer Rathaus noch einmal betonte. „Es ist ja mit bisher über 110 ausgetragenen Spielen eines der ältesten Stadtderbys Deutschlands, das bis in die 1920er Jahre zurückgeht. Das ist große Fußballkultur. Beides sind Traditionsmannschaften und leisten eine gute Jugendarbeit. Ich kann mich noch gut an die Deutsche A-Jugendmeisterschaft des SV Waldhof im Jahr 1980 erinnern, mit Kurt Kobberger als Trainer, und drei Jahre später waren viele Spieler dieser Mannschaft auch Mitglieder der Aufstiegsmannschaft in die Bundesliga. Und es ist ein Spiel zwischen zwei der drei bekanntesten Fußballvereine in Mannheim, denn auch der VfL Neckarau ist eines der großen Aushängeschilder des Mannheimer Fußballs. Daher wünsche ich mir ein Spiel mit viel Leidenschaft.“

Obwohl erklärter Waldhof-Sympathisant, ist das Stadtoberhaupt erkennbar stolz darauf, dass das diesjährige bfv-Finale von zwei Mannheimer Vereinen bestritten wird. „Mein Vater war ja eigentlich ein VfRler, aber dann hat er eine Waldhöferin geheiratet“, berichtet Christian Specht, „und somit wurde dieser Konflikt schon ganz früh an mich herangetragen.“

Andreas Heiß, Vize-Präsident Spielbetrieb des badischen Fußballverbandes, lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen im Vorfeld des Finales. „Alles lief sehr harmonisch ab und beide Vereine einigten sich sehr schnell auf das Carl-Benz-Stadion als Austragungsort. Wir wurden schon öfters auf die, für viele, etwas ungewöhnliche Anstoßzeit, 11:30 Uhr, angesprochen. Dazu ist zu sagen, dass es halt nun einmal zeitversetzte Anstoßzeiten gibt und da der VfR keine weite Anfahrt hat, haben wir uns entschlossen, hier diese Anstoßzeit festzulegen. Bei anderen Paarungen, wo die Anreise für beide Mannschaften deutlich weiter ist, finden die Anstoßzeiten dann später statt. Da denken wir auch an die Fans, die von weiter weg anreisen müssen.“

Stefan Pfitzenmeier, Geschäftsführer des VfR, vor über 10 Jahren auch Geschäftsführer beim SV Waldhof, gab zu, dass er ebenfalls „etwas geschockt“ war, über die frühe Anstoßzeit. „Aber dann dachten wir uns, wir machen das Beste daraus. Dann haben wir uns überlegt, dass wir in Anlehnung an den spanischen „Classico“, zwischen Madrid und Barcelona, das Ganze einfach „Frühstücko“ nennen.“

Auch Stefan Pfitzenmeier betonte die gute Zusammenarbeit und versicherte, sich sehr auf das Spiel zu freuen. „Auch wenn wir Außenseiter sind. Der SV Waldhof ist der klare Favorit, aber natürlich wollen wir das Spiel trotzdem gewinnen. Wir freuen uns auf die Atmosphäre und werden das Spiel einfach genießen.“

Dann verriet Stefan Pfitzenmeier, dass die Zusammenarbeit mit dem SV Waldhof nach dem Finale nicht enden soll, unter anderem vereinbarten beide Parteien ein alljährliches Freundschaftsspiel.

Denni Strich, Geschäftsleiter Marketing und Vertrieb beim SV Waldhof, hob ebenfalls noch einmal die harmonische Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen hervor, machte aber auch klar: „Es gibt in diesem Spiel aber nur einen Gewinner. Wir wollen zeigen, dass wir zwei Klassen höher spielen und unseren Fans die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde schenken.“
Immerhin wird es für die Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde etwa 300.000 Euro geben, eine Summe, die beiden Vereinen guttun würde.

„Im Namen der Mannschaft kann ich sagen, dass wir uns alle auf das Spiel freuen“, erklärt Alexander Esswein, der Kapitän des VfR Mannheim. „Wir stehen im Finale und wollen natürlich gewinnen. Das wird ein besonderes Erlebnis. Die meisten unserer Jungs haben noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt.“
Auf die Frage - unter vier Augen – was ihm lieber sei, wenn er nur einen Wunsch frei hätte: Der Pokalsieg oder der Aufstieg mit dem VfR in die Regionalliga, lächelte der VfR-Kapitän etwas gequält. „Oje, das ist wirklich eine schwierige Frage. Am liebsten würde ich beide Ziele erreichen. Aber wenn ich mich für eines entscheiden müsste, … oje, … darauf will ich lieber nicht antworten. Das würde ich dann einfach das Schicksal entscheiden lassen.“

Boris Scheuermann, Präsident des VfR Mannheim, wäre es wohl lieber gewesen, im Finale gegen einen anderen Gegner antreten zu müssen. „Sicher ist der Waldhof die höchste Hürde, die vor uns stehen kann. Gegen Bruchsal hätten wir uns wahrscheinlich leichter getan. Aber für alle Mannheimer Fußballfans ist das sicher die interessanteste Endspielpaarung. Allerdings hatten wir auch im Halbfinale mit dem SV Sandhausen eine hohe Hürde vor uns und haben sie genommen, das hat unserer Mannschaft sicher auch einiges an Selbstvertrauen gegeben.“

Stefan Pfitzenmeier wollte über das Rahmenprogramm noch nichts verraten, aber es wurde doch deutlich, dass neben dem Fußballspiel noch andere Darbietungen zu erwarten sind. Da beide Vereine Stadionsprecher haben, werden auch beide Stadionsprecher zum Einsatz kommen. Außerdem haben sowohl VfR als auch der Waldhof Stadionhymnen.
„Da dies aber eine bfv-Veranstaltung ist,“ erklärt Denni Strich dazu, „aber der bfv keine eigene Hymne hat, wird vor Spielbeginn keine Hymne eingespielt. Aber nach dem Spiel wird die Hymne des Siegers gespielt.“

Die eingefleischten Eichbaum-Fans konnte Denni Strich ebenfalls beruhigen. Auch wenn beim Finale das Bier der Rothaus Brauerei – als Namensgeber des Pokal-Wettbewerbs – ausgeschenkt wird, wird es auch einen Getränkewagen der Eichbaum Brauerei geben, des Business-Partners der Waldhöfer. „Damit unsere Fans nicht auf ihr geliebtes Eichbaumbier verzichten müssen.“

Rund 13.500 Karten sind bereits verkauft, aber beide Vereinsvertreter und Christian Specht, gehen davon aus, dass „da noch einige dazukommen werden“. Die Fans des SV Waldhof werden mit Sicherheit deutlich in der Überzahl sein. Stefan Pfitzenmeier, rechnet mit VfR-Fans „im unteren vierstelligen Bereich“, hofft aber auch auf Unterstützung der neutralen Fans.