
Waldhof-Coach bat um vorzeitige Freigabe
(GM) Was bereits Tage zuvor ein mehr oder weniger offenes Geheimnis war, hat sich nach dem bfv-Pokalfinale bestätigt. Für Luc Holtz war das Finale das letzte Spiel als Coach für den SV Waldhof. Noch am Donnerstagnachmittag, bei der Pressekonferenz vor dem Finale wollte sich Luc Holtz zu der Nachricht, die durchgesickert war, nicht äußern, da sein Fokus ausschließlich auf dem Spiel gegen den VfR Mannheim lag. Er bestätigte lediglich, bei diesem Spiel als Coach an der Seitenlinie zu stehen.
„Ich habe für mich diese Entscheidung getroffen und den Verein um eine vorzeitige Freigabe gebeten“, erklärte der Luxemburger. „Und ich finde es ist ein guter Zeitpunkt, nach diesem Pokalsieg zu gehen. Bekanntlich soll man ja gehen, wenn es am Schönsten ist.“
Darüber, wie stark seine Entscheidung mit der Rolle von Thorsten Weck zu tun hat, darf spekuliert werden. Der Spielerberater und persönliche Berater von Bernd Beetz, soll sich eigenmächtig und ohne direkten Auftrag in Bereiche eingemischt haben, die klar in die Zuständigkeit anderer Personen fallen und soll unter anderem bei der Vertragsverlängerung von Trares-Nachfolger Dominik Glawogger entscheidend mitgewirkt haben und griff wohl auch in die Arbeit der Nachwuchsabteilung ein, zudem tauchte er immer wieder beim Training in der Spielerkabine auf.
Erst bei einem Treffen mit den Ultras, am Vorabend des Pokalfinales, soll Bernd Beetz erfahren haben wo sich Thorsten Weck – ohne offizielles Amt – überall eingemischt hat und dass mehrere Mitarbeiter in Erwägung zogen, zu kündigen, wenn Thorsten Weck weiterhin überall seine Finger im Spiel hat.
Bernd Beetz reagierte ungewohnt prompt und rigoros. In einem Schreiben, von Bernd und Christian Beetz und Geschäftsführer Marco Popiuk unterzeichnet, wurden Thorsten Weck deutliche Grenzen aufgezeigt.
Das Schreiben im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Weck,
hiermit teilen wir Ihnen mit, dass Ihnen ab sofort der Zugang zu sämtlichen Räumlichkeiten
der GmbH untersagt ist.
Dies umfasst insbesondere die Räumlichkeiten am Alsenweg, die Kabinen sowie sämtliche
VIP-Bereiche im Carl-Benz-Stadion.
Darüber hinaus ist Ihnen ab sofort untersagt, Kontakt zu Mitarbeitern der GmbH aufzunehmen
oder diesen Anweisungen zu erteilen.
Wir bitten um strikte Beachtung
Christian Beetz Marco Popiuk Bernd Beetz
Aus dieser Formulierung wird die Arbeitsweise von Thorsten Weck deutlich und es ist von Bernd Beetz sicher richtig, solcher Handlungsweise sofort einen Riegel vorzuschieben. Aber die Frage sollte auch erlaubt sein, nach welchen Gesichtspunkten solche „Mitarbeiter“ ausgesucht werden. Es ist offensichtlich Vertretern der Ultras und einigen Mitarbeitern der Geschäftsstelle zu verdanken, dass Bernd Beetz von den Eigenmächtigkeiten Thorsten Wecks erfuhr. Es ist manchmal gar nicht falsch, auf die Stimme der Fans zu hören, wenn man selbst nicht immer vor Ort sein kann. Die Fans haben meist ein gutes Gespür dafür, wem es wirklich um das Wohl des SV Waldhof geht und wer nur die eigene Karriere im Blick hat. Und leider gibt es von Letzteren noch einige.