Punkteteilung nach zweimaliger Zwei-Tore-Führung
(GM) Wäre man beim SV Waldhof vor dem Spiel bei Hansa Rostock möglicherweise mit einem Unentschieden einverstanden gewesen, fühlt sich das 3:3 am Ende aber doch etwas wie ein Punkteverlust an. Nach einer 2:0-Führung musste der Waldhof kurz vor Ende der ersten Halbzeit den Anschlusstreffer schlucken, baute aber kurz nach der Pause die Führung wieder auf 3:1 aus. Leider gab das Team von Rui Mota das Spiel im zweiten Durchgang immer mehr aus der Hand, musste fast folgerichtig den Ausgleich hinnehmen und konnte am Ende noch froh sein, das Unentschieden über die Zeit zu retten, auch wenn es kurz vor dem Abpfiff durchaus noch einen Elfmeter für die Waldhöfer hätte geben können – vielleicht sogar müssen.
Im Vergleich zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf nahm Rui Mota zwei Wechsel vor. Torhüter Nijhuis hatte sich einen Infekt eingefangen und blieb auf der Bank, für ihn stand Niemann zischen den Pfosten und etwas überraschend blieb Mendes draußen, dafür stand Keumo in der Startformation.
Der Waldhof beginnt zunächst abwartend, hält dabei aber auch den Gegner vom eigenen Tor fern und geht prompt mit der ersten Möglichkeit in Führung. Nach einem Foul an Klünter auf Höhe des eigenen Strafraumes, schlägt Niemann den fälligen Freistoß weit nach vorn, über Thill, Rieckmann und Asallari kommt der Ball rechts raus zu Okeke. Der hat viel Zeit, flankt präzise auf Ulbricht, der mit einem schulmäßigen Kopfball zum 0:1 einnetzt (7.). Zweites Spiel und zweiter Treffer für den Neuzugang.
Fast hätte drei Minuten später der Waldhof auf 0:2 erhöht, doch Bierschenk setzt die Hereingabe von Klünter ganz knapp neben den Pfosten. Der Waldhof hat in der Folge deutlich mehr vom Spiel und erst nach einer knappen halben Stunde kommen die Gastgeber zu ihrer ersten guten Möglichkeit, als Lennemann nach einem Pass in die Schnittstelle frei vor Niemann auftaucht, aber am Waldhöfer Torhüter scheitert. Der Abpraller kommt noch einmal zu Lennemann, dessen zweiter Versuch wird aber dann von Klünter geblockt (27.).
Fast im direkten Gegenzug zeigt der Waldhof was Effizienz ist. Thalhammer marschiert durchs Mittelfeld, wird nicht angegriffen, dringt in den Rostocker Strafraum ein und könnte schießen, spielt aber stattdessen klasse den mitgelaufenen Rieckmann an und der lässt im Stil eines Torjägers mit seinem Flachschuss Hansa-Torhüter Unbehaun keine Chance – 0:2 (29.). Weniger Ballbesitz als der Gegner, drei Chancen und zwei Tore – was will man mehr?
Es dauert einige Minuten, bis sich die Gastgeber von dem erneuten Rückschlag erholen und in der 34. Minute sendet Krauß mit einem Schuss aus spitzem Winkel ein erstes Signal aus, doch Niemann reagiert gut und wehrt ab. Die Angriffe der Waldhöfer sind deutlich zielstrebiger, sie spielen clever aus der eigenen Abwehr und die Führung geht zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. Allerdings haben die Gäste in der 40. Minute Glück, als Thalhammer den Ball zu kurz zu Niemann zurückspielt. Lennemann spritzt dazwischen, Niemann eilt aus seinem Gehäuse und schießt bei seiner Klärungsaktion den Rostocker an, der dem Waldhof-Torhüter dabei noch unabsichtlich auf die Hand tritt. Aber nach kurzer Behandlung geht es weiter. Nijhuis, der sich vorsorglich aufwärmte, konnte wieder auf der Bank Platz nehmen.
Die erste Halbzeit neigte sich dem Ende zu und alles sah danach aus, als könnte der Waldhof seine Zwei-Tore-Führung mit in die Pause nehmen. Doch in der ersten Minute der Nachspielzeit bringt Carstens einen seiner gefürchteten weiten Einwürfe in den Waldhöfer Strafraum, die Kopfballabwehr landet bei Voglsammer, der den Ball direkt nimmt und mit links zum 1:2 trifft (45.+1.). Ärgerlich für den Waldhof, der alles unter Kontrolle zu haben schien.
Bei beiden Teams geht es nach der Pause unverändert weiter. Und erneut schlägt der Waldhof früh zu. Nach einem abgewehrten Rostocker Angriff hält Asallari klug den Ball, schlägt dann aus dem Stand einen langen Ball auf Bierschenk, der genau im richtigen Augenblick losläuft und den Ball an Unbehaun vorbeistreichelt und zum 1:3 trifft (50.). Der Waldhof führt wieder mit zwei Toren Vorsprung. Doch erneut ist es ein weiter Einwurf von Carstens, der Rostock nur fünf Minuten später wieder herankommen lässt, diesmal durch Lennemann, der aus kurzer Distanz zum 2:3 trifft.
Rostock drängt nun auf den Ausgleich und wechselt nach einer Stunde gleich dreifach. Zehn Minuten später kommt es auch beim Waldhof zu einem Dreifachwechsel – Bierschenk, Thill und Ulbricht machen Platz für Mickels, Müller und Gregorio (71.). Die Wechsel greifen allerdings nicht wie erhofft. Die Rostocker, die sich aus dem Spiel heraus kaum Torchancen erspielen, bleiben am Drücker und kommen – natürlich wieder durch einen Standard – zum Ausgleich. Dieses Mal im Anschluss an einen Eckball, den Carstens per Kopf zum 3:3 verwertete (76.).
Nun drängten die Gastgeber auf die Entscheidung. Der Waldhof konnte sich nur noch selten befreien und versuchte fast nur noch das Unentschieden über die Zeit zu retten. In der Schlussphase wurde das Spiel häufig durch weitere Wechsel und auch sich häufende Fouls unterbrochen.
Eine Minute vor dem regulären Ende der Partie hat dann Rostock großes Glück, dass der Unparteiische nicht auf Elfmeter entschied, als Gregorio von Bohnert klar umgerissen wurde. Es blieb, auch nach fünfminütiger Nachspielzeit, schließlich beim 3:3-Unentschieden, das sich der Waldhof aufgrund cleverer Spielweise in der ersten Halbzeit redlich verdient hatte. Die Schwäche beim Verteidigen der Standards von Rostock kosteten allerdings zwei Punkte.
FC Hansa Rostock – SV Waldhof Mannheim 3:3 (1:2)
Rostock: Unbehaun - Bohnert, Carstens, Wallner, Kölle, Dirkner (60 Dietze), Schuster, Lennemann (86. Karada), Brzozowski (60. Michaelis), Krauß (60. Dajaku), Voglsammer (82. Hummel)
Waldhof: Niemann - Okeke, Klünter, Polte, Keumo, Thalhammer (78. Michel), Thill (71. Müller), Rieckmann , Asallari (81. Sarenren Bazee), Bierschenk (71. Mickels), Ulbricht (71. Grgorio)
Tore: 1:0 Ulbricht (7.), 2:0 Rieckmann (29.), 1:2 Voglsammer (45.+1), 1:3 Bierschenk (50.), 2:3 Lennemann (55.), 3:3 Carstens (76.); Gelbe Karten Rostock: Dirkner (51.), Michaelis (79.); Waldhof: Klünter (56.), Thalhammer (66.), Gregorio (72.), Asallari (77.), Mickels (89.), Rieckmann (90.+2); Schiedsrichter: Felix Weller; Zuschauer 24.500