
Erster Sieg im neuen Jahr – Waldhof mit überzeugender Leistung in Köln
(GM) Waldhof-Trainer Luc Holtz hatte nach den beiden Niederlagen gegen Verl und Rostock von seiner Mannschaft mehr Effizienz „in beiden Boxen“ gefordert und seine Jungs haben geliefert. Nach einer durchweg klasse Leistung über 97 Minuten stoppte der SV Waldhof den Negativlauf und bringt völlig verdient drei Punkte aus Köln mit. Eine stabile und jederzeit aufmerksame Abwehr legte den Grundstein für den Sieg, den drei eiskalte Torschützen vollendeten.
Nach der Niederlage gegen Rostock veränderte Luc Holtz die Startformation auf vier Positionen: Iwe war ohnehin gelb-gesperrt, dazu blieben Ogbemudia, Sechelmann und Thill draußen, dafür stehen der wieder genesene Abifade, Neuzugang Ba, Diakhaby und erstmals Asallari bei Spielbeginn auf dem Platz.
Die Begegnung begann denkbar günstig für den Waldhof, der die Kölner bereits früh am eigenen Strafraum im Spielaufbau stört. In der 2. Minute wird Boboy von Lohkemper zu einem Rückpass gezwungen, Kölns Torhüter Schulz spielt kurz auf Engelhardt, der sich – von Michel bedrängt – einen katastrophalen Fehlpass leistet, genau in den Fuß von Asallari, der mit links cool und überlegt zum 0:1 abschließt. Startelfdebüt und Führungstor – was für eine Geschichte für den Ex-Mönchengladbacher.
In der Folge sieht sich der Waldhof unentwegt anrennenden Kölnern gegenüber, aber die Abwehr um Lukas Klünter steht stabil und lässt wenig Zwingendes zu. Zudem leitet der gut aufgelegte Ferati immer wieder gefährliche Tempogegenstöße ein, so auch in der 15. Minute, auf Lohkemper, der auf und davon geht und von Dietz hart an der Strafraumgrenze nur per Foul gestoppt werden kann, für das sich der Kölner völlig zu Recht die Gelbe Karte abholt. Unnötig die wegwerfende Handbewegung von Dietz, der damit andeuten wollte, dass da gar nichts wahr. Lohkemper musste einige Minuten behandelt werden, konnte aber weitermachen.
Mit zunehmender Spieldauer kommt Waldhof immer besser ins Spiel, schaltet aus der sicheren Abwehr heraus immer schnell um und verdient sich so nachträglich die Führung. In der 43. Minute hat Köln gleich zweimal Glück. Nach einer Flanke von Abifade aus dem Halbfeld auf Sietan, kann Münst den hohen Ball nur vor das eigene Tor klären, Schulz kommt aus seinem Kasten und räumt Sietan ab; der Ball landet bei Asallari, der mit seinem Lupfer aber nur den rechten Pfosten des leeren Tores trifft. Für die Aktion an Sietan wäre ein Strafstoß gerechtfertigt gewesen, doch der Unparteiische ignoriert die Waldhöfer Proteste. Und dann haben die Gastgeber ein weiteres Mal Riesenglück, als nach einem sehenswerten Konter, eingeleitet von Asallari, Ferati einen super Diagonalpass auf Lohkemper spielt und dessen Flanke Handle in höchster Not gerade noch vor Abifade per Kopf klären kann. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit kommt Köln kaum noch aus dem eigenen Strafraum; der Waldhof ist jetzt klar am Drücker, aber bis zur Pause bleibt es beim hochverdienten 0:1.
Auch die erste gute Szene des zweiten Spielabschnitts gehört dem Waldhof. Wieder ist es ein klasse Pass von Ferati, der Lohkemper auf der linken Seite auf die Reise schickt, doch die Hereingabe des Alleinunterhalters im Waldhof-Sturm geht ins Leere (53.). Zwei Minuten später fällt dann der Ausgleich für Köln. Von der rechten Seite schleudert Sponsel einen Einwurf bis in den Waldhöfer Strafraum, auf Dietz, der den Ball jedoch nicht aufs Tor bringen kann – aber auf Zank, der sofort schießt und dabei Glück hat, dass der Ball aufsetzt und hoch über Nijhuis zum 1:1 ins Netz fliegt.
Direkt danach kommt beim Waldhof Thalhammer für den angeschlagenen Diakhaby (56.) und wenig später Boyd für Lohkemper, der sich in vielen Zweikämpfen aufgerieben hatte (62.). Die Viktoria, beflügelt vom Ausgleich, drängt nun auf die Führung, rückt auf und gerät prompt erneut in Rückstand. Michel marschiert im Mittelfeld, schaut und chippt den Ball präzise in den Lauf von Ferati, der aus zehn Metern Schulz keine Chance lässt und mit links zum 1:2 einnetzt (67.).
Dieser Treffer gibt dem Waldhof sichtlich Selbstvertrauen und kurz darauf kombiniert sich die Mannschaft von Luc Holtz ein weiteres Mal ballsicher durchs Mittelfeld. Sietan, der überall auf dem Platz zu finden war, legt per Hacke auf Ferati ab, der flankt vor das Kölner Tor, wo Schulz den Ball gerade noch vor Boyd herunterpflücken kann (71.).
Köln rennt zwar weiter an, aber die Abwehrspieler des SV Waldhof bleiben aufmerksam, haben immer ein Bein dazwischen, klären kompromisslos, leiten aber immer wieder auch Gegenangriffe ein. In der 84. Minute vollzieht Luc Holtz einen Dreifachwechsel – Abifade, Asallari und Michel verlassen das Feld und werden ersetzt durch Sechelmann, Bierschenk und Masca. Während sich Masca mit einer unnötigen Aktion zwei Minuten nach seiner Einwechselung die Gelbe Karte einhandelt, hat Bierschenk weitere zwei Minuten später einen Geistesblitz. Sein millimetergenauer Pass durch die aufgerückte Kölner Abwehr erreicht Boyd und der zeigt, dass er es auf den ersten Metern immer noch mit jüngeren Gegenspielern aufnehmen kann. Der Torjäger eilt davon, überwindet Schulz mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze und trifft zum 1:3 in der 88. Minute.
Die über 800 mitgereisten Fans bestimmen längst die Geräuschkulisse im Sportpark Höhenberg und feiern schon Minuten vor dem regulären Spielende den „Auswärtssieg“. Schließlich gibt es aber noch sieben Minuten Nachspielzeit obendrauf. Jedoch lassen die Buwe auch da nichts mehr anbrennen. Ein zufriedener Luc Holtz zeigt bereits in der 4. Minute der Nachspielzeit mit dem Daumen nach oben, als Klünter in der Nachspielzeit einen Zweikampf gewinnt und dabei auch noch einen Freistoß herausholt.
Am Ende steht ein völlig verdienter 3:1-Sieg für den SV Waldhof, den ersten im Jahr 2026. Gerne darf es am nächsten Freitag gegen Ulm so weitergehen.
Viktoria Köln – SV Waldhof Mannheim 1:3 (0:1)
Köln: Schulz - Boboy (87. Popop), Dietz, Kloss, Sponsel, Handle (82. Zambrano), Wolf, Engelhardt (74. Ronstadt), Münst (82. Velasco), Otto (74. Kozuki), Zank
Waldhof: Nijhuis - Ba, Klünter, Hoffmann, Abifade (84. Sechelmann), Sietan, Diakhaby (56. Thalhammer), Asallari (84. Bierschenk), Michel (84. Masca), Ferati, Lohkemper (62. Boyd)
Tore: 0:1 Asallari (2.), 1:1 Zank (55.), 1:2 Ferati (67.), 1:3 Boyd (88.); Schiedsrichter: Luca Jürgensen, Zuschauer: 3.655