Mannheim: TSV 1860 München – SV Waldhof 1:1

Mannheim: TSV 1860 München – SV Waldhof 1:1

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Waldhof erkämpft sich verdientes Unentschieden bei den Löwen
(GM) „Ich gehe davon aus, dass wir auch in München punkten werden“, hatte Waldhof-Trainer Luc Holtz vor der Fahrt zu den Löwen noch geäußert – und hat Recht behalten. Seine Mannschaft bringt vom Spiel gegen 1860 München einen Punkt mit. Dabei spielten die Waldhöfer über eine Stunde recht clever und gingen sogar in Führung. In den letzten 20 Minute der Begegnung mussten sich die Buwe allerdings anhaltender Angriffe der Löwen erwehren, stemmten sich jedoch mit viel Kampfgeist gegen eine drohende Niederlage und hatten kurz vor Abpfiff sogar selbst die Riesenchance die Partie für sich zu entscheiden.

Da Klünter kurzfristig ausfiel, rückte Ogbemudia in die Startelf und für Boyd und Thill, die zuletzt gegen Aue in der Startelf standen, begannen diesmal Thalhammer und Bierschenk.

Bevor Schiedsrichter Jarno Wienefeld die Partie freigab, erhoben sich die Zuschauer für eine Schweigeminute, im Andenken an den ehemaligen Trainer von 1860 München, Karsten Wettberg, der am 29. März verstorben ist.

1860 München startet gleich druckvoll und Danhof holt bereits in der 2. Minute den ersten Eckball heraus. In der 7. Minute muss Nijhuis zum ersten Mal ernsthaft eingreifen, als er nach einem klasse Pass von Maier reaktionsschnell gegen Haugen zur Ecke klärt, die zwar auch noch einmal für Gefahr sorgt, durch Althaus, dessen Volleyschuss aber knapp neben das Tor geht. Ein Fehlpass von Lippmann ermöglicht dem Waldhof die erste Gelegenheit, doch Lohkemper schenkt den so gewonnenen Ball ebenfalls mit einem Fehlpass wieder her.

Beide Teams suchen bei jeder Gelegenheit die Offensive, aber auch wenn der Waldhof viel Ballbesitz hat, kommen die Gastgeber zu deutlicheren Möglichkeiten. Erst in der 18. Minute wird es einmal gefährlich im Strafraum der Löwen, als Ba per Kopf Hoffmann bedient, der volley abzieht; der Ball wird von Voet hauchzart aber entscheidend abgefälscht und geht ganz knapp am Pfosten ins Aus.

Unverständlicherweise gib es keinen Eckball, weder der Unparteiische noch der Linienrichter hatte den Ballkontakt wahrgenommen. In der Folge hat der Waldhof deutlich mehr vom Spiel, lässt den Ball gut laufen und hat in der Abwehr alles im Griff. In der 21. Minute haben die Löwen gleich zweimal Glück, als zunächst Lohkemper bei der Hereingabe von Bierschank nur eine Handbreit zum erfolgreichen Kopfball fehlt und der dahinter lauernde Michel den Ball nicht voll erwischt.

Zwei Minuten später holt sich Asallari die erste Gelbe Karte des Spiels ab, als er Althaus bei einem Konter am Trikot festhält (23.). Dennoch bleibt der Waldhof am Drücker und geht in der 27. Minute in Führung. Nach Vorarbeit von Thalhammer kommt Michel aus spitzem Winkel zum Schuss, Löwen-Torhüter Dähne klatscht den Ball nach vorne ab, genau auf Bierschenk, der kaum Mühe hat, den Ball im Münchener Tor unterzubringen. Das 0:1 ist Ausdruck der Waldhöfer Überlegenheit in diese Phase des Spiels.

Durch den Gegentreffer offensichtlich angestachelt, werden die Münchener plötzlich wieder druckvoller und verlagern das Geschehen wieder mehr in die Waldhöfer Hälfte. In der 30. Minute Aufregung im Stadion an der Grünwalder Straße: eine Hereingabe von Volland, wehrt Ogbemudia ab, im Laufduell um den Abpraller ist Hoffmann einen Tick schneller als Volland, aber beide Akteure prallen aufeinander und die Münchner fordern vehement Elfmeter. Stattdessen erkennt der Unparteiische auf Stürmerfoul - wohl die richtige Entscheidung.

Der Waldhof ist darum bemüht, das 0:1 mit in die Pause zu nehmen, beschränkt sich auf die Verwaltung der knappen Führung und überlässt den Gastgebern weitgehend das Feld. Kurz vor dem Seitenwechsel wird es noch einmal hektisch. Nach einem abgewehrten Waldhöfer Angriff, kontern die Löwen, Haugen schickt Volland auf die Reise, der spielt den herauseilenden Nijhuis aus, Abifade spitzelt Volland den Ball weg, wird anschließend vom Münchener getroffen und geht zu Boden. Schiedsrichter Wienefeld entscheidet erneut auf Stürmerfoul, worauf sich Volland dermaßen aufregt, dass ihm der Unparteiische die Gelbe Karte zeigt (42.). Da Volland vor dem Pfiff des Unparteiischen den Ball noch nach innen gebracht hatte, wo er von Nijhuis abgefangen wurde, war die Aufregung des Münchener Angreifers völlig unnötig. Wenig später ist der erste Spielanschnitt zu Ende – der Waldhof nimmt die Führung mit in die Pause.

Die Mannschaften kommen unverändert aus der Kabine. In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit geht es zunächst hin und her, doch mit zunehmender Spieldauer drängt 1860 immer stärker auf den Ausgleich. Dieser liegt in der 53. Minute förmlich in der Luft, als Danhof eine präzise Flanke auf den relativ unbehelligten Haugen schlägt, dessen Kopfball aber deutlich am Tor vorbeigeht. Nur eine Minute später wischt Nijhuis einen wuchtigen Kopfball von Hobsch über die Querlatte. Der Waldhöfer Schlussmann rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Kurz danach hat der Waldhof eine gute Chance zum Kontern; in Überzahl treibt Michel den Ball durchs Mittelfeld, Lohkemper läuft in Position, aber auch knapp ins Abseits, weil Michel den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel verpasst (58). Der Waldhof kann das Spielgeschehen inzwischen wieder etwas ausgeglichener gestalten und bringt mit Thill und Rieckman, für Asallari und Michel, zwei frische Kräfte auf den Platz (61). Eine knappe Viertelstunde vor Schluss wechselt auch München Personal aus, Philipp, Dordan und Steinkötter ersetzen Althaus, Maier und Hobsch (73.).

Während die Löwen weiter anrennen, sich durchaus auch Chancen erspielen, aber sie nicht nutzen, spielen auch die Gäste mehrere Konterchancen nicht gut aus. Sowohl der Ausgleich, als auch das 0:2 scheinen mehrmals möglich. Den Platzherren läuft so langsam die Zeit davon und in der 82. Minute wechselt Luc Holtz noch einmal doppelt; Sechelmann soll für Thalhammer die Defensive verstärken und für Lohkemper kommt Boyd, der zunächst aber in der Abwehr aushelfen muss.

In der 85. Minute belohnen sich die Löwen dann für ihr ständiges Anrennen. Volland setzt sich im Waldhöfer Strafraum robust, aber gerade noch vertretbar gegen Ogbemudia durch, flankt vor das Tor wo Haugen freisteht und ungehindert zum 1:1 einköpfen kann. Direkt danach wechselt der Waldhof zum letzten Mal, Masca kommt für Bierschenk (86.). Während die Münchener nun auch den Siegtreffer erzwingen wollen, stemmt sich der Waldhof mit viel Leidenschaft den Angriffen entgegen. Und die Schlussphase hat es noch einmal in sich. In der 88. Minute fliegt ein Kopfball von Boyd auf das Gehäuse der Löwen und in der zweiten Minute der fünfminütigen Nachspielzeit jagt Volland einen direkten Freistoß am langen Pfosten vorbei. Dann sieht Nijhuis wegen Zeitspiels die Gelbe Karte, weil er sich beim Abstoß zu viel Zeit lässt und aus diesem Abstoß entsteht beinahe das 1:2. Nach Pass von Masca kommt Thill frei zum Schuss, den Dähne klasse parieren kann; der Abpraller kommt zu Ba, der aber ebenfalls an Dähne scheitert, der damit seiner Mannschaft den Punkt rettet (90.+3).

Die letzte Aktion gehört allerdings den Gastgebern, doch Lippmanns weiter Einwurf geht an Freund und Feind vorbei und landet am Außennetz (90.+6), danach pfeift Schiri Wienefeld die Partie ab. Für den Waldhof geht es am Dienstag auf eigenem Platz weiter, dann ist die TSG Hoffenheim II zu Gast.

TSV 1860 München – SV Waldhof 1:1 (0:1)
1860 München: Dähne - Schifferl, Reinthaler, Voet, Danhof, Maier (73. Dordan), Althaus (73. Philipp), Lippmann, Volland, Haugen, Hobsch (73. Steinkötter)
Waldhof: Nijhuis - Ba, Hoffmann, Ogbemudia, Abifade, Thalhammer (82. Sechelmann), Sietan, Bierschenk (86. Masca), Asallari (61. Thill), Michel (61. Rieckmann), Lohkemper (82. Boyd)
Tore: 0:1 Bierschenk (27.), 1:1 Haugen (85.); Schiedsrichter: Jarno Wienefeld; Zuschauer: 15.000