
Später, aber hochverdienter Ausgleich nach langem Rückstand
(GM) Am zweiten Spieltag der letzten englischen Woche der Saison, kam der SV Waldhof am Dienstagabend gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim, trotz weitgehend überlegen geführten Spiels, nur zu einem 1:1-Unentschieden. Die Gäste waren nach ihrem ersten Eckball in der 19. Minute in Führung gegangen und der Waldhof rannte dem Rückstand lange Zeit hinterher, bis Thill in der zweiten Minute der Nachspielzeit seine Mannschaft und den blau-schwarzen Anhang erlöste und den Ausgleich markierte. Fast hätte kurz vor dem Schlusspfiff Asallari noch zum 2:1 getroffen, doch TSG-Torhüter Onohiol parierte stark und hielt für seine Mannschaft den Punkt fest.
Luc Holtz schickte im Vergleich zum Spiel bei 1860 München seine Mannschaft mit einer Änderung in die Begegnung, für Michel stand Boyd in der Startformation. Der Waldhof beginnt druckvoll und besonders Bierschenk konnte sich auf der linken Seite in den Anfangsminuten gleich mehrfach gut in Szene setzen. Den ersten Angriff der Gäste, unterbindet Asallari völlig unnötig mit einem Griff ans Trikot von Lührs und sieht bereits in der 8. Minute die gelbe Karte.
Auch in der nächsten Szene steht Asallari im Mittelpunkt, als er, nach Vorarbeit von Thalhammer, gefährlich abzieht, aber den Ball ganz knapp neben das Tor setzt (9.). Nur zwei Minuten später wird es für Hoffenheim richtig gefährlich, als zunächst Bierschenk von der Strafraumgrenze zum Abschluss kommt, der jedoch abgeblockt wird. Den Abpraller leitet Asallari direkt weiter zu Lohkemper, dessen Schuss abgefälscht wird und Hoffenheims Torhüter Onohiol zwar auf dem falschen Fuß erwischt, aber mit einer Blitzreaktion bugsiert der Keeper den Ball gerade noch so mit den Fingerspitzen über die Querlatte (11.) Das 1:0 scheint nur eine Frage der Zeit.
Kurz darauf stellt Hoffenheim den Spielverlauf auf den Kopf. Aus einem der seltenen Angriffe der Gäste ergibt sich der erste Eckball für die TSG, den Hennrich hereinbringt, genau auf Engelns, der im Fünfmeterraum ungehindert zum 0:1 einköpfen kann (19.). Da sah die komplette Waldhöfer Abwehr nicht gut aus. Trotz des ärgerlichen Rückstandes übernimmt der Waldhof aber sofort wieder das Kommando und hat in der 26. Minute Pech, dass der Schuss von Asallari, nach einem klasse Angriff über Boyd, Bierschenk und Sietan, von Lührs gerade noch von der Linie geschlagen werden kann.
Nach einer halben Stunde müssen die Gäste verletzungsbedingt zum ersten Mal wechseln, der angeschlagene Micheler wird von Dagdeviren ersetzt. Der Waldhof bleibt im Vorwärtsgang, agiert aber oft zu umständlich und ohne die zündende Idee. Die Hoffenheimer Abwehr muss zwar Schwerstarbeit verrichten, lässt aber kaum etwas Gefährliches zu und bekommt immer irgendwie noch ein Bein dazwischen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte handelt sich Hoffmann noch eine gelbe Karte ein, weil er sich wegen eines nicht geahndeten Fouls der Gäste beschwert hatte. Wobei der Unparteiische zuvor bereits einen Ellenbogenschlag von Freers gegen Boyd nicht ahndete. Bis zum Pausenpfiff blieb es bei der schmeichelhaften Hoffenheimer Führung.
Beide Teams kommen unverändert aus den Kabinen und unverändert ist auch das Spielgeschehen, der Waldhof drängt auf den Ausgleich, versucht es auch öfters aus der zweiten Reihe, aber an der Hoffenheimer Abwehr prallt alles ab. Nach 58 Minuten ist für Boyd Feierabend, Michel kommt neu in die Partie. Hoffenheim stemmt sich weiter gegen den Druck der Waldhöfer und Hör handelt sich die gelbe Karte ein, als er vor einem Einwurf den Ball wegwirft, um Zeit zu gewinnen (62.). In der 70. Minute kommt bei Hoffenheim Poller für Hencke und zwei Minuten später wechselt der Waldhof gleich dreifach – Ogbemudia, Bierschenk und Thalhammer machen Platz für Thill, Sechelmann und Diakhaby. Doch vier Minuten später verletzt sich Diakhaby und muss wieder runter, für ihn kommt Mendes. Kurz zuvor lag zum wiederholten Mal das 1:1 in der Luft, als der aufgerückte Ba auf der rechten Seite frei zum Schuss kommt, aber den Ball ans Außennetz drischt (74.). Kurz darauf verhindert Onohiol reaktionsschnell den Einschlag, nach einem Schuss von Asallari (78.).
Hoffenheim kommt kaum noch aus der eigenen Hälfte, die Waldhöfer rennen weiter an. Und dann sorgt Waldhof-Torhüter für einen Aufreger, als er bei einem Schuss von Lührs, nach einer Ecke, den Ball unter dem Arm durchrutschen lässt und gerade noch zu einer weiteren Ecke klären kann. Wenig später sieht auf der anderen Seite Onohiol die gelbe Karte – der Hoffenheimer Torhüter hatte sich deutlich zu viel Zeit beim Abstoß gelassen (87.). Nach 90 Minuten werden vier Minuten Nachspielzeit angezeigt. Dann wechseln die Gäste ein letztes Mal, zunächst wird Hör durch Makanda ersetzt und eine Minute später trottet Labes aufreizend langsam vom Platz und Bähr kommt ins Spiel (90.+1).
Und dann endlich ist es soweit. Sechelmann flankt von der rechten Seite in den Hoffenheimer Strafraum, auf Lohkemper, der den Ball per Kopf weiterleitet zu Hoffmann, der zurücklegt auf Thill und gegen dessen Schuss in die linke Ecke hat Onohiol keine Abwehrchance – es steht 1:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit.
Lohkemper, in diesem Spiel Kapitän, beeilt sich, den Ball aus dem Netz zu holen und zum Anstoßkreis zu bringen. Jetzt will der Waldhof noch mehr und bekommt tatsächlich die große Chance zum Siegtreffer. Nach klasse Zuspiel von Lohkemper visiert Asallari auf halblinks die kurze Ecke an, aber Onohiol reißt die Fäuste hoch und wehrt ab, dann beendet der Unparteiische das Spiel.
Für den Waldhof geht es am Samstag weiter, dann ist der MSV Duisburg im Carl-Benz-Stadion zu Gast.
SV Waldhof – TSG Hoffenheim II 1:1 (0:1)
Waldhof: Nijhuis - Ba, Hoffmann, Ogbemudia (72. Thill), Abifade, Thalhammer (72. Diakhaby; 76. Mendes), Sietan, Asallari, Lohkemper, Bierschenk (72. Sechelmann), Boyd (58. Michel)
Hoffenheim II: Onohiol - Erlein, Frees, Lührs, Hör (90. +1 Makanda), Engelns, Hencke (70. Poller), Hennrich, Micheler (30. Dagdeviren), Zeitler, Labes (90.+2 Bähr)
Tore: 0:1 Engelns (19.), 1:1 Thill (90.+2); Schiedsrichter: Martin Wilke; Zuschauer: 9.070