
Trotz früher Führung nur ein 2:2-Unentschieden gegen den Absteiger
(GM) Waldhof-Trainer Luc Holtz hatte sich vor der Partie gewünscht, seine Mannschaft solle wieder einmal in Führung gehen und nicht, wie in den letzten Begegnungen, einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Und seine Mannschaft tat ihm prompt den Gefallen. Das Spiel gegen Schweinfurt war noch keine Minute alt, als Michel den Waldhof in Führung brachte, wenn auch mit etwas Glück, da Trslic den Ball noch abfälschte, der so für Torhüter Stahl unhaltbar wurde.
Leider baute der Waldhof auf dieser frühen Führung nicht auf und musste, nachdem Schweinfurt die Partie gedreht hatte, am Ende froh sein, wenigstens noch einen Punkt gerettet zu haben.
Gegenüber dem Spiel in Wiesbaden, nahm Luc Holtz vier Wechsel vor; Asallari fehlte verletzt, dazu blieben Lohkemper, Ba und Ogbemudia zunächst auf der Bank. In der Startformation standen dafür Boyd, Rieckmann, Sechelmann und Thill.
Die 9.160 Zuschauer, die am Familientag ins Carl-Benz-Stadion gekommen waren, erlebten einen verheißungsvollen Auftakt. Bierschenk leitete den ersten Angriff ein, spielte rechts raus zu Thill, der in die Mitte flankt, Boyd rutscht aus, aber dahinter kommt Michel frei zum Schuss, Trslic fälscht ab und der Waldhof führt 1:0 - in der ersten Spielminute. Schweinfurt wirkt allerdings kaum geschockt, presst sehr früh und präsentiert sich keineswegs wie ein Absteiger. Nachdem in der 6. Minute Böhnlein und Michel zusammengeprallt waren, muss der Schweinfurter behandelt werden, versucht es auch noch mal, aber in der 12. Minuten geht es nicht mehr, Wintzheimer ersetzt den Angeschlagenen.
Kurz darauf reklamieren die Gäste ein Handspiel von Abifade, aber dem Waldhöfer war im Duell mit Langhans der Ball aus kurzer Distanz an die Hand gesprungen und der Unparteiische winkt nur ab (15.). Im Gegenzug wird Rieckmann direkt vor dem Strafraum der Gäste von Latteier gefoult und den fälligen Freistoß jagt Thill nur ganz knapp über die Querlatte (17.). In der Folge verläuft das Spiel eher ausgeglichen. Beide Teams tun sich schwer, gefährliche Angriffe zu inszenieren und bringen durch Fehlpässe immer wieder den Gegner in Ballbesitz. Die beste Chance für den Waldhof hatte dann Abifade in der 33. Minute, als er im Strafraum der Gäste frei zum Kopfball kam, aber genau in die Arme von Stahl köpfte. Aufregung gab es dann nur noch einmal, kurz vor Ende der ersten Halbzeit, als nach einer verunglücken Kopfballrückgabe von Klünter plötzlich Grimbs und Müller freie Bahn hatten und Sechelmann nur per Hand den Ball aus der Gefahrenzone befördern konnte (45.+1). Glück für den Waldhöfer, dass es dafür nur die Gelbe Karte gab, sehr zum verständlichen Entsetzen der Schweinfurter, von denen sich auch noch Vakouftsis, wegen Reklamierens die Gelbe Karte einhandelte. Kurz darauf ging es in die Kabinen. Es konnte nur besser werden.
Es wurde aber nicht besser – im Gegenteil. Zur zweiten Halbzeit blieben Sechelmann und Rieckmann in der Kabine und Ba und Thalhammer kamen neu in die Partie. In der 50. Minute kommt Schweinfurt über die linke Seite. Zeller hat alle Zeit der Welt und innen reichlich Auswahl an Mitspielern. Langhans schaltet am schnellsten und überwindet Nijhuis zum 1:1. Und fast hätte Zeller kurz darauf das Spiel sogar gedreht, als er mit wuchtigem Flachschuss das rechte Eck anvisiert, aber Nijhuis ist blitzschnell unten und bugsiert den Ball um den Pfosten (56.).
Nach einer Stunde wechselt auch Schweinfurt, Shuranov kommt für Grimbs (60.) und nur eine Minute später gehen die Gäste in Führung. Müller hat auf der rechten Seite viel Platz und Zeit, bringt den Ball herein, auf Angleberger, der problemlos zum 1:2 trifft. Luc Holtz reagiert und bringt direkt danach Lohkemper für Michel. Erst jetzt wird es beim Waldhof wieder lebhafter und in der 64. Minute liegt das 2:2 in der Luft, als erst Thalhammer knapp an Stahl scheitert und beim Nachschuss auch Sietan im Schweinfurter Keeper seinen Meister findet, der den Ball gerade noch so über die Querlatte wischt.
Dann kommt auf beiden Seiten frisches Personal – beim Waldhof wird Thill von Masca ersetzt (68.) und bei Schweinfurt kommen Krätschmer und Endres für Zeller und Langhans (70.). Und Lohkemper rechtfertigt kurz darauf seinen Einsatz. Nach klasse Steilpass von Boyd, läuft der Torjäger alleine auf Stahl zu, der an der Strafraumgrenze den Ball weggrätschen will, was aber misslingt und Lohkemper kann zum 2:2 ins verwaiste Tor einschieben (73.).
In der Folge bleiben beide Teams offensiv, wobei gerade Schweinfurt mit bemerkenswerter Moral auftritt und trotz des feststehenden Abstiegs ebenso auf Sieg spielt, wie der Waldhof. Hüben wie drüben ergeben sich auch noch Chancen, aber ein Treffer fällt nicht mehr. Es bleibt schließlich beim gerechten Unentschieden, über das beide Trainer allerdings nicht so recht glücklich sind.
SV Waldhof – 1.FC Schweinfurt 2:2 (1:0)
Waldhof: Nijhuis - Klünter, Hoffmann, Sechelmann (46. Thalhammer), Abifade, Rieckmann (46. Ba), Sietan, Bierschenk (84. Iwe), Thill (68. Masca), Michel (62. Lohkemper), Boyd
Schweinfurt: Stahl - Trslic, Geis, Vakouftsis, Langhans (70. Endres), Angleberger, Latteier, Zeller (70. Krätschmer), Grimbs (60. Shuranovc, Böhnlein (12. Wintzheimer), Müller)
Tore: 1:0 Michel (1.), 1:1 Langhans (50.), 1:2 Angleberger (61.), 2:2 Lohkemper (73.); Schiedsrichter: Michael Näther; Zuschauer: 9.160