(Foto: vm) Valon Muja, rechts, gratuliert zu einer gelungenen Aktion
Es ist nichts Neues für Sportler, sich nicht nur körperlich, sondern auch mental auf den Wettkampf vorzubereiten, wenn sie erfolgreich sein wollen.
Doch ist es unbedingt notwendig, bereits Kinder und Jugendliche mental zu trainieren? „Auf jeden Fall“, meint Valon Muja, früher selbst ein guter und erfolgreicher Fußballer und heute Fußball-Mentaltrainer.
„Nicht unbedingt für kleine Kinder, aber für größere, die den Fußball schon ernster nehmen, durchaus. Und zwar nicht nur für die Kinder selbst, sondern auch für deren Eltern, ganz besonders deren Väter“, erklärt er. „Fußballväter wollen für ihre Kinder ja grundsätzlich das Beste, aber sie setzen mit ihrer Erwartung Kinder auch unter Druck. Ein Kind möchte natürlich seine Eltern stolz machen, es möchte für seine Eltern gut spielen. Aber das gelingt eben nicht immer. Jeder hat auch einmal einen schwachen Tag – sogar Profis. Leider machen dann aber viele Väter den Fehler, das Kind zu kritisieren. „Du hättest öfters früher abspielen müssen“, heißt es da oder: „Den Ball hättest du aber reinmachen müssen“ oder: „Du hast deinen Gegenspieler nicht eng genug gedeckt, sonst hätte er das Tor nicht geschossen“.
Das ist oft nicht böse gemeint, kommt aber beim Kind, das ja meistens selbst mit der eigenen Leistung nicht zufrieden war, ganz anders an. Das Kind hat seinen Vater enttäuscht, so empfindet es. Valon Muja weiß, wovon er spricht. „Ich hatte als Jugendlicher auch nicht viel Selbstvertrauen und mein Vater war sehr kritisch mit mir, er hat mich regelrecht unter Druck gesetzt. Ich wusste genau, dass ich das, was ich spielen wollte, auch kann, aber ich habe es manchmal einfach nicht auf den Platz gebracht – eben weil ich den Druck meines Vaters gespürt habe. Aber unter Druck kann kein Kind eine gute Leistung abliefern. Man kann das beobachten. Während eines Spiels sehen Kinder sofort zu ihren Eltern, wenn ihnen etwas nicht gelingt. Und wenn etwas zum zweiten Mal misslingt, sieht man oft, wie das Kind mit sich hadert, wie es plötzlich unsicher wird, noch mehr Fehler macht und schließlich die Schultern hängen lässt. Wenn der Vater, der meist selbst einmal Fußball gespielt hat, dann etwas Kritisches sagt, ist das für das Kind wie ein Niederschlag. Und kommt das öfters vor, kann es sein, dass es irgendwann sogar einmal die Lust am Fußball ganz verliert.“

(Foto: vm) Begeisterung pur beim Kicken auf dem Bolzplatz
Nicht zuletzt, weil es in den frühen Jahren seiner Karriere ebenfalls solche Momente gab, wurde Valon Muja Fußball-Mentaltrainer. „Ich möchte mit dazu beitragen, zu verhindern, dass dem Fußball talentierte, aber vielleicht zu sensible Spielerinnen und Spieler verloren gehen, weil sie ohne mentales Training und positive Unterstützung irgendwann einmal aufgegeben haben. Aus diesem Grund, und weil man heutzutage ja nicht mehr auf der Straße Fußball spielen kann, habe ich auch die sogenannte Bolzplatzrevolution ins Leben gerufen. Überall, in Mannheimer Stadtteilen treffen wir uns mittlerweile auf Bolzplätzen, wo die Kinder unbeschwert kicken können. Der große Johan Cruyff hat einmal einen Reporter gefragt: Ich habe als Kind zweimal in der Woche, für zwei Stunden, bei Ajax Amsterdam trainiert und sieben Mal die Woche fünf Stunden auf der Straße gekickt, wo glaubst du, habe ich Fußballspielen gelernt?“
Deshalb brauchen wir mehr Bolzplätze. Auf dem Bolzplatz – völlig unbeobachtet von Eltern oder Trainern – spielen Kinder ganz anders Fußball, als beim gezielten Training im Verein. Auf dem Bolzplatz, wenn der Papa nicht dabei ist, versuchen sie sich immer wieder im Dribbeln, obwohl sie vorher vielleicht schon fünf Mal hängengeblieben sind. Aber sie versuchen es ein sechstes oder siebtes Mal und irgendwann haben sie Erfolgserlebnisse – und diese wiederum sorgen für Selbstvertrauen.“

(Foto: vm) Aufmerksam hören die Kids zu, wenn Valon Muja "coacht".
Und auch darum geht Valon Muja: das Selbstvertrauen zu stärken. Deshalb auch sein eindringlicher Rat an Väter von Fußballkindern: „Kritisiere nie, auch nicht nach einem schlechten Spiel deines Kindes. Lobe es vielmehr für seinen Mut, dass es Dinge versucht hat, auch wenn die nicht geklappt haben. Ermuntere dein Kind, es weiterhin zu versuchen und dass es irgendwann bestimmt klappen wird. Diesen einen Moment, direkt nach dem Spiel, unterschätzen leider viele Väter. Den Moment, wenn dein Kind nach dem Spiel dich ansieht. Nicht zum Trainer, auch nicht zu den Mitspielern, sondern zu dir und die unausgesprochene Frage in seinem Blick steht: Bist du stolz auf mich?
Viele Kinder, besonders Jungs, tragen dieses Bedürfnis tiefer in sich, als wir Erwachsenen oft verstehen. Der Stolz des Vaters bedeutet für sie Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit. Das Problem entsteht dann, wenn ein Kind spürt: Dieser Stolz kommt nur, wenn ich gut spiele.
Dann verändert sich etwas im Inneren des Kindes. Es spielt nicht mehr mutig. Es spielt nicht mehr kreativ. Es spielt vorsichtig. Weil plötzlich nicht mehr nur ein Pass misslingen kann – sondern gefühlt auch die Verbindung zum Vater gestört ist.
Ein Kind sollte aber niemals das Gefühl haben, dass Liebe, Nähe oder Stolz an Leistung geknüpft sind. Stolz ist kein Bonus für ein Tor. Es ist ein Grundrecht eines Kindes. Deshalb ist der wichtigste Moment nicht nach dem Sieg. Der wichtigste Moment ist nach dem Fehler, nach der Niederlage, nach dem schlechten Spiel, wenn du es dann in den Arm nimmst und sagst: „Schwamm drüber. Ich bin trotzdem stolz auf dich.“
„Im Jugendfußball sprechen wir viel über Talent, Technik und Training. Aber viel zu selten über Druck. Viele junge Spieler stehen Woche für Woche auf dem Platz mit Erwartungen im Kopf. Die Erwartungen vom Trainer, von den Zuschauern, von den Eltern – und von sich selbst.
Wenn dieser Druck zu groß wird, passiert etwas im Inneren. Nicht bewusst, sondern unterbewusst. Der Körper sucht einen Weg, aus dieser Situation herauszukommen. Manchmal zeigt sich das durch Blockaden, manchmal durch den Verlust von Freude am Spiel und manchmal sogar durch Verletzungen.
Deshalb ist mentale Stärke im Fußball so wichtig. Nicht nur für Leistung – sondern für die Gesundheit junger Spieler.“
Valon Muja weiß selbstverständlich, dass nicht aus jedem jugendlichen Kicker ein herausragender Fußballer oder gar ein Profi werden kann. Darum geht es ihm auch nicht. Aber er vermittelt in jedem seiner Camps den Spaß am Fußball, das ist sein Hauptziel. Alles andere entwickelt sich mit der Zeit. Und auch ein Fußballer, der später einmal in der B-Klasse kickt, hat viele Jahre Spaß an seinem Sport und erhält sich ein Stück Lebensqualität, wenn er nicht in frühen Jahren diesen Spaß durch zu hohe Erwartungen oder zu viel Druck von außen verliert.
Zudem ist Fußball ein Mannschaftssport, wodurch auch Freundschaften entstehen, die oft ein Leben lang halten. Und nicht zu vergessen: Amateurvereinen gehen weniger Spieler verloren; Spieler, die auch nach ihrer aktiven Zeit dem Verein erhalten bleiben, später vielleicht sogar einmal ein Amt übernehmen und so auch das Fortbestehen des Vereins sichern. Und auch diese Grundsteine werden in Valon Mujas Fußballcamps gelegt.
Bereits vom 3. bis 5. August findet das nächste Mental-Fußballcamp auf der Sportanlage der SpVgg Ilvesheim statt.
Eine Woche Fußball, Bewegung, mentale Stärke und ganz viel Freude am Spiel!
03.08. – 07.08.2026
Für Kinder von 8 bis 12 Jahren
Bringzeit: 8:00 – 9:00 Uhr
Abholzeit: 15:00 – 16:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 299 €
Maximal 20 Kinder
Essen, Trinken & Verpflegung inklusive
Was erwartet die Kids?
Fußball, Techniktraining & viele Spielformen
Mentale Übungen für mehr Selbstvertrauen, Prävention gegen Mobbing, Teamgeist, Respekt und ein starkes Miteinander.
Eine Woche, aus der die Kinder glücklich, mutiger und gestärkt nach Hause gehen. Wir sind zu zweit als Trainer vor Ort – die mentalen Einheiten übernehme ich persönlich. Die Plätze sind bewusst begrenzt, damit jedes Kind gesehen wird und individuell profitieren kann.
Anmeldung / Infos eckspielimquadrat.de/kids/camp
