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SC Magdeburg – Rhein-Neckar Löwen 28:32

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Löwen erkämpfen sich „mehr als zwei Punkte“
Spielmacher Andy Schmid ordnet 32:28 (14:13) im Spitzenspiel beim SC Magdeburg als Meilenstein ein

Big Points für die Rhein-Neckar Löwen. Am frühen Sonntagnachmittag setzten sich die Löwen in einem wie erwartet hart geführten Spitzenspiel beim SC Magdeburg mit 32:28 (14:13) durch und schoben sich auf Rang zwei nach sechs Spieltagen in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. In einem lange ausgeglichenen Duell konnten sich die Löwen in den letzten Minuten absetzen. Jannik Kohlbacher war mit neun Toren bester Werfer. Löwen-Spielmacher Andy Schmid legte je vier Tore und Assists dazu. Mikael Appelgren landete 13 Paraden und entschied das Torhüter-Duell klar für seine Farben.

Andy Schmids Fazit zum Spiel: „Wir haben sicher auch mit einem Quäntchen Glück gewonnen, auch wenn ich glaube, dass wir schon die bessere Mannschaft waren. Allerdings haben wir zu viele Bälle weggeworfen und Magdeburg damit immer wieder starkgemacht. Für uns ist der Sieg mehr wert als zwei Punkte, weil wir jetzt endlich gesehen haben, dass wir besser sind, als wir letzte Saison gemacht worden sind.“ Die Hexenkessel-Stimmung in Magdeburg sei schon noch einmal extremer gewesen als in den vergangenen Jahren. Wie man darin bestehen konnte: „Wir haben Jungs mit viel Routine in unseren Reihen. Das hat sicherlich geholfen.“

Schlag auf Schlag geht’s los
Auf der Platte gibt es keine Anlaufphase. Nach nicht einmal vier Minuten steht es 2:2. Christian O’Sullivan und Piotr Chrapkowski mit Durchbrüchen sind für Magdeburg erfolgreich, Niklas Kirkeløkke und Jannik Kohlbacher aus der Distanz sowie am Kreis für die Löwen. Die nächsten fünf Minuten gehören den Gästen: Uwe Gensheimer verwandelt einen an Romain Lagarde verursachten Siebenmeter, nach Marko Bezjaks Fehlpass trifft Kohlbacher zum 2:4 (4.).

Es geht nicht nur superschnell, sondern auch sehr hart zur Sache. Vor Kohlis 2:4 verpasst Bezjak Löwe Lagarde einen amtlichen Bodycheck, ist mit zwei Minuten noch gut bedient. Verunsichern lassen sich die Löwen von solcher Härte nicht. Kohlbacher nach feinem Anspiel von Andy Schmid stellt auf 2:5 (7.). Weil vor allem die Abwehr der Badener blendend verschiebt, kommen die Magdeburger zunächst nicht näher. Kohlbacher mit Tor Nummer vier besorgt das 4:7 (10.) und nach schönem Pass von Gensheimer im Gegenstoß das 5:8 (11.).

Auszeit Magdeburg zeigt Wirkung
Als Patrick Groetzki mit herrlichem Flugtreffer das 5:9 nachlegt, zieht Bennet Wiegert die erste Auszeitkarte (13.). Prompt packen seine Männer in der Abwehr besser zu. Vor allem natürlich gegen den Mann der ersten Halbzeit, Jannik Kohlbacher. Mit einem 3:0-Lauf kämpfen sich die Gastgeber auf 8:9 heran, treffen sowohl über außen, als auch zweimal über den Kreis (17.). Nun reagiert auch Kristjan Andresson.

Nach seiner Auszeit bekommen die Löwen die Lücken wieder geschlossen, Gedeon Guardiola verteidigt für Lagarde im Innenblock mit dem starken Ilija Abutovic. Das Spiel verläuft weiter in Wellen. Die Löwen setzen sich auf 9:12 ab, die Magdeburger gleichen beim 13:13 wieder aus (29.). Kohlbachers 13:14, sein siebter Treffer in Durchgang eins, bringt den Halbzeitstand zu Gunsten der Löwen über die Zwischenziellinie. Bester Löwe bis dahin ist zusammen mit dem überragenden Kohlbacher Torwart Mikael Appelgren (8 Paraden).
Intensiver kann ein Handball-Spiel nicht sein. Die Herren Musa, Chrapkowski, Kohlbacher, Abutovic und Guardiola liefern sich Schwergewichts-Ringkämpfe am Kreis. Auf den Halbpositionen geht es kaum minder heftig zu. So muss ein Spitzenspiel aussehen – zumal es nach 30 Minuten noch völlig offen scheint, wer diese Partie für sich entscheidet.

Der „Riesen-Fight“ geht weiter

In Durchgang zwei setzt sich der erwartete „Riesen-Fight“ fort. Nachdem die Magdeburger durch das 15:14 durch den starken O’Sullivan die erste Führung seit dem 2:1 erzielen (33.), übernehmen die Löwen durch einen Kohlbacher-Treffer und ein Gegenstoß-Tor von Gensheimer wieder das Kommando (15:16, 35.). Jetzt leisten sich die Gelben einen Durchhänger, verlieren drei Bälle leichtfertig und kassieren das 16:16 und 17:16 (39.). Der nächste technische Fehler bringt das 20:18 für den SCM durch Musche (42.).
Nun schlägt die Stunde von Mads Mensah. Der kurz zuvor in der Auszeit gebrachte Weltmeister tankt sich beim 21:20 mustergültig durch (44.), bringt insgesamt wieder neues Leben in die Offensivreihe der Badener. Im Zusammenspiel mit der wieder sehr beweglichen Abwehr ist das der Schlüssel zum Erfolg: Guardiola schließt zwei Gegenstöße nach Ballgewinnen ab, trifft zum 21:21 und 21:22 (45.). Petersson erhöht nach einem weiteren Steal von Guardiola auf 21:23 (49.). Erst beim 25:25 durch Hornke gelingt den Magdeburgern wieder der Ausgleich (53.).

Bis zum 27:27 bleibt die Partie Spitz auf Knopf. Dann sind es Mensah mit einer herrlichen Drehung und der überragende Kohlbacher mit seinem neunten Tor, die die Löwen auf die Siegerstraße bringen (57.). Als Andreas Palicka bei seinem zweiten Siebenmeter gegen Hornke hält, ist die Partie fast entschieden (58.). Den Deckel draufmachen darf Andy Schmid mit einer „Murmel“ zum 27:30 (59.). Nach 60 superintensiven Minuten steht es 28:32 – es ist der bisher schwerste und wichtigste Sieg in der Löwen-Saison 2019/20.

SC Magdeburg – Rhein-Neckar Löwen 28:32 (13:14)
SCM: Green, Thulin – Musa (1), Chrapkowski (1), Musche (6), Steinert, Pettersson, Hornke (4/4), Kuzmanovski, Schmidt (1), Mertens, Lagergren (5), O’Sullivan (5), Bezjak (4), Damgaard (1)
Löwen: Appelgren, Palicka – Schmid (4), Gensheimer (5/3), Lagarde (1), Kirkeløkke (2), Tollbring, Abutovic, Mensah (4), Fäth, Groetzki (3), Guardiola (2), Petersson (2), Nielsen, Ganz, Kohlbacher (9)
Spielfilm: 1:0, 2:1, 2:5, 5:9, 9:9, 9:12, 10:12, 13:13, 13:14 (HZ), 15:14, 16:16, 20:18, 21:21, 21:23, 23:25, 25:25, 27:27, 27:31, 28:32 (EN)
Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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