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TBV Lemgo – Rhein-Neckar Löwen 30:25

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Clevere Lemgoer lassen Löwen-Serie reißen
Die kleine Löwen-Serie in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ist gerissen. Beim TBV Lemgo Lippe unterlag die Truppe von Kristjan Andresson nach fünf Siegen am Stück 25:30 (14:17) und kommt in der Tabelle auf 24:10 Punkte.

Löwen-Spielmacher Andy Schmid fand nach dem enttäuschenden Auftritt seiner Mannschaft klare Worte: „Respekt an Lemgo, sie waren heute in allen Mannschaftsteilen besser. Es tut weh, das sagen zu müssen. Wir waren vorne wie hinten nicht gut genug.“ Mit Selbstkritik sparte der Schweizer wie gewohnt nicht: „Wenn wir vom Angriff sprechen, dann bin ich in der Verantwortung. Wenn wir uninspiriert und langsam spielen wie heute, dann nehme ich das auf meine Mütze.“ Im „Sky“-Interview ergänzte Schmid: „Wenn ich sehe, wie viele dämliche Gegentore wir in der ersten Hälfte kassieren. Da ist es schwer, eine Erklärung dafür zu finden.“

Vier Tore in weniger als drei Minuten
In der Phoenix Contact Arena in Lemgo gibt es zunächst Highspeed-Handball. Auf Mads Mensahs 0:1 folgt das 1:1 durch Fabian van Olphens Traumtor – der Niederländer lässt im Fallen den Ball hinter dem Rücken ins Tor zischen. Uwe Gensheimers 1:2 per schneller Mitte und das 2:2 durch Jonathan Carlsbogard fallen ebenfalls noch vor Abschluss der 3. Spielminute. Bei so viel Tempo kommen beide Abwehrreihen nicht so recht ins Spiel, genauso die Torhüter. Wobei Peter Johannessen schneller ein Bein in die Partie bekommt als Andreas Palicka.

Weil Lemgo es nicht nur taktisch klug mit langen, geduldigen Angriffen spielt, sondern die Löwen auch immer wieder die entscheidende Lücke aufmachen, bekommt „Palle“ fast nichts zu fassen. Auf der anderen Seite verlieren die Löwen ein wenig die Coolness in den Offensivaktionen. Sie schließen zu schnell und schlecht vorbereitet ab. Lemgo nutzt das zu einem 3:0-Lauf vom 4:4 zum 7:4 (10.), halten die Führung bis zum 9:6 (13.) und 13:10 (22.). Viel versucht Löwen-Trainer Kristjan Andresson in dieser Phase, wechselt in allen Mannschaftsteilen, bringt unter anderem Mikael Appelgren im Tor, Gedeon Guardiola in der Abwehr, Steffen Fäth und Niclas Kirkeløkke im Rückraum.

Lemgo macht es clever
Der entscheidende Impuls ist allerdings (noch) nicht dabei. Lemgo macht es weiter clever, nutzt seine Chancen konsequent, leistet sich kaum Fehler. Am Ende der Halbzeit steht es wie beim Löwen-Pokal-Aus gegen Hannover: 14:17 aus Sicht der Gelben, 17:14 aus Sicht des TBV. Bei den Löwen stechen Patrick Groetzki mit vier Treffern und starken Aktionen sowie der unglaubliche Pirouetten drehende Jannik Kohlbacher (3/3) heraus. Der TBV hat in Jonathan Carlsbogard und Christoph Theuerkauf (je vier Tore) seine Aktivposten.

Theuerkauf eröffnet auch die zweiten 30 Minuten, trifft zum 18:14 (31.). Bei den Löwen steht wieder Palicka im Tor. Er bekommt zunächst nichts zu fassen. Lemgo erhöht sogar durch Isaias Guardiola auf 19:15, der Zwillingsbruder von Löwe Gedeon Guardiola besorgt die erste Vier-Tore-Führung für den TBV. Dank Uwe Gensheimers Gegenstoßtor und Steffen Fäths zweiten Treffer verkürzen die Gelben auf 19:17 (37.). Verbessert zeigt sich die Löwen-Abwehr, während nun der Angriff Sorgen macht. Das Offensivspiel zerfasert mehr und mehr in Einzelaktionen. So hält ein Kunstwurf von Andy Schmid quasi von der Rechtsaußen-Position die Löwen beim 21:18 noch in der Partie (43.).

Andresson versucht alles
Lemgo hingegen lässt sich nicht beirren. Bedacht und sicher spielen sie ihr Angriffssystem bis zum Zeitspiel. Verlassen können sie sich zudem auf einen starken Torwart Johannessen, der immer wieder wichtige Löwen-Versuche entschärft. Bei den Löwen häufen sich die Fehlwürfe. Kristjan Andresson stellt in seiner zweiten Auszeit nach 47 Minuten auf den siebten Feldspieler und eine 5:1-Formation in der Defensive um. Das bringt zwar vorne die nötigen Treffer. In der Abwehr aber gibt das nicht den erhofften Schub.
Carlsbogard trifft mit dem 24:19 zur ersten Fünf-Tore-Führung Lemgos (51.). Näher als auf vier Tore kommen die Gelben nicht mehr heran. Ab der 57. Minute versuchen es die Löwen noch mit einer offenen Deckung. Auch das läuft ins Leere. Nach 60 überwiegend frustrierenden Minuten steht es 30:25 für den TBV.

TBV Lemgo Lippe – Rhein-Neckar Löwen 30:25 (17:14)
Lemgo: Wyszomirski, Johannessen – Elisson, Kogut, I. Guardiola (3), Carlsbogard (7), Van Olphen (1), Theuerkauf (6), Schagen, Zerbe (4), Cederholm (2), Hangstein, Engelhardt, Geis, Reimann (5), Baijens (2)
Löwen: Palicka, Appelgren (13.-30.) – Schmid (1), Gensheimer (4), Kirkeløkke, Lagarde, Tollbring, Abutovic, Mensah (1), Fäth (3), Groetzki (5), Guardiola, Petersson (4), Nielsen (2), Ganz, Kohlbacher (5)
Spielfilm: 0:1, 1:2, 2:3, 4:3, 4:4, 7:4, 7:6, 9:6, 9:8, 10:8, 12:9, 14:11, 15:13, 16:14, 17:14 (HZ), 18:14, 19:15, 19:17, 21:18, 23:19, 24:19, 24:20, 25:20, 25:22, 27:22, 28:23, 29:24, 30:25 (EN)
Schiedsrichter: Sebastian Grobe /Adrian Kinzel

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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