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Gudjon Valur Sigurdsson im Löwen-Podcast

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Gudjon Valur Sigurdsson über Karriere-Ende, den Trainerjob in Gummersbach und 25 Jahre Spitzensport
Er hat eine Karriere hinter sich, die man sich so in den kühnsten Träumen kaum ausmalen kann. Und als er sie Ende April dieses Jahres beendete, verneigte sich die gesamte Handball-Welt vor ihm. Richtig heiß lief der Medienrummel ein paar Tage später: Da verkündete dann der VfL Gummersbach, den Isländer, kaum in „Spielerrente“, als neuen Trainer verpflichtet zu haben. Gudjon Valur Sigurdsson, das kann man getrost so sagen, hat mitten in der Corona-Auszeit für mächtig Wirbel gesorgt. Umso größer ist die Ehre, den Weltstar und Ex-Löwen bei #1team1podcast – der Handball-Podcast der Rhein-Neckar Löwen, zu Gast gehabt zu haben.

Besser kann man eine Saison nicht abschließen: Die letzte Podcast-Folge vor der Sommerpause ist ohne Zweifel ein einziges Highlight. 100 Minuten, die wie im Flug vergehen. Das liegt zum einen an der unfassbaren Fülle an Erlebnissen, aus der ein Mann schöpfen kann, der 25 Jahre lang als Handball-Profi durch die Welt gezogen ist. Und zum anderen an dem Draht, den Moderator Kevin Gerwin zur ehemaligen Nummer 9 der Löwen aufgebaut hat. So entwickelt sich ein faszinierend offenes und abwechslungsreiches Gespräch über Handball, über Höhen und Tiefen, Chancen und Risiken, Zweifel und Erfolge – und nicht zuletzt über das, was bleibt nach so einer langen Zeit im Spitzensport.

Es folgt ein Auszug der besten Zitate:

Gudjon Valur Sigurdsson über ...

... sein Karriere-Ende: Ich fand, dass die Zeit richtig war. Ich hatte immer vor, Trainer zu werden, und hätte auch ein Jahr Pause genommen, wenn ich in der aktuellen Saison bis Juni gespielt hätte. Jetzt hat sich die Zeit ergeben, sich weiterzubilden, mit Trainern zu reden und einen Plan zu erstellen.

... über den Trainerjob in Gummersbach: Zunächst einmal hat mich das Vertrauen von Christoph Schindler und vom VfL Gummersbach überrascht und gefreut. Ich habe drei Jahre lang in Gummersbach gespielt, ich kenne die Stadt und die Erwartungen, die da sind. Es ist sehr spannend. Ich weiß auch, dass ich in ein Geschäft komme, in dem ich keine Erfahrungen habe. Man springt in den Pool und hofft, dass man schwimmen kann. Das kann man schon so sagen.

... über den "Corona-Meister" THW Kiel: Ich habe ehrlich gesagt keinen Zweifel daran, dass der THW auch ohne den Abbruch Meister geworden wäre. Die sahen schon sehr stark aus. Was ich gehört habe, machen Filip Jicha, Christian Sprenger und Viktor Szilagyi einen Riesenjob.

... über seine Karriere mit Stationen bei sämtlichen Weltklubs im Handball: Ich bin sehr stolz darauf und sehr glücklich über das Vertrauen, das ich bekommen habe. Das hat mir immer viel bedeutet. Es war mir immer wichtig, dieses Vertrauen zurückzuzahlen. Das galt nicht nur für Kiel, Paris und Barcelona, sondern auch für die Rhein-Neckar Löwen, Kopenhagen, Essen und Gummersbach.

... über Vorbilder: Mit der Zeit hat man dann schon auf Leute vor allem auf der eigenen Position geschaut, zum Beispiel auf Nikolaj Jacobsen und Lars Christiansen. Die hat man immer bewundert für ihre Qualität und Technik. Für mich war es eine große Ehre, als Niko anrief und mich haben wollte (bei den Löwen, Anm. d. Red.). Das ist ein Qualitätsnachweis, wenn dich einer der besten Linksaußen aller Zeiten in seiner Mannschaft haben möchte.

... über seinen Weltrekord für Nationalmannschaftstore: Was mir dabei am meisten bedeutet hat, war die Reaktion meiner Mannschaft. Dass die sich auch gefreut haben, obwohl wir das Spiel damals verloren haben, das hat mich wirklich berührt.

... über seine Kinder, die lieber Fußball als Handball spielen: Meine Kinder sollen machen, was ihnen Spaß macht. Die müssen und sollen nicht einen meiner Träume leben. Mein Kleiner spielt Fußball und hat bei PSG in der Jugend in der U7 Fußball gespielt.

... über die Familie und die vielen Umzüge durch Vereinswechsel: Es war mir immer wichtig, dass es der Familie gutgeht. Aber es war nicht immer so. Das viele Umziehen war nicht einfach, vor allem für meine Kinder.

... über das Geheimnis einer funktionierenden Mannschaft: Es gibt Leute, die sind für eine Kabine wichtig bzw. wichtiger als andere. Das sind nicht immer die besten Spieler. Es gibt in jeder Mannschaft Leute, auf die man nicht verzichten will. Bei den Löwen kann ich das für Mensah sagen. Der ist überragend für eine Kabine. Oder Bogdan Radivojevic und Vladan Lipovina, das waren unglaubliche Sprüche, die von denen kamen, um nur einige zu nennen.

... über ein mögliches Engagement bei den Löwen als Trainer: Wer weiß, was die Zukunft bringt. Aber das ist nichts, worauf ich hinarbeite. Die Löwen haben zur Zeit einen sehr guten Trainer. Und es würde mich nicht wundern, wenn irgendwann einmal ein gewisser Andy Schmid da auftaucht.

Quelle: Rhein-Neckar Löwen GmbH - Rüdiger Ofenloch

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