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Rhein-Neckar Löwen – SG Flensburg-Handewitt 31:31

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Drama gegen Flensburg entscheidet sich nach der Schlusssirene
Spitzenspiel? Spitzenspiel! Die Rhein-Neckar Löwen erleben gegen die SG Flensburg-Handewitt eine wilde Achterbahnfahrt, führen in Halbzeit eins mit sieben Toren, kassieren dann zu Beginn der zweiten Hälfte sieben Treffer am Stück und das entscheidende Gegentor nach der Schlusssirene. Unter dem Strich stehen ein spektakuläres 31:31 (19:13) und ein epischer Eintrag in die Geschichtsbücher der Handball-Bundesliga, zumal es das erste Remis zwischen diesen beiden Teams in der HBL-Historie ist. Gemeinsam bleiben sie mit jeweils drei Minuspunkten in der Spitze der Liga, die Löwen auf Platz 1, Flensburg auf 3.

Was ist das für eine erste Halbzeit der Löwen!?! Mit ein bisschen Anlauf und dem 3:1 von Uwe Gensheimer in Minute 6 nimmt der gelbe Express Fahrt auf. In der siebten Minute fallen vier Tor – und das vorerst letzte für die SG durch Gøran Søgard zum 5:3. Die nächsten fünf Treffer setzen die Löwen, ziehen von der 8. bis zur 12. Minute auf 10:3 (!) weg. Warum? Zunächst einmal macht die Abwehr einen Riesenjob, hält Andreas Palicka bei seinem Comeback richtig stark. Und dann laufen die Löwen, als gäbe es kein Morgen mehr. Allen voran Captain Gensheimer geht auf und davon, macht beim 10:3 seine fünfte Bude. Auszeit Flensburg (12.).

Löwen-Abwehr bärenstark
Nach einem 0:3-Lauf der SG, der auf 10:6 verkürzt (14.), startet die Löwen-Maschine zum zweiten Mal voll durch. Lukas Nilsson mit einer Fackel, Andy Schmid unwiderstehlich im Eins-gegen-eins, Albin Lagergren per zweiter Welle stellen den alten Abstand wieder her (13:6, 17.). Als Simon Hald nach der nächsten Phase des Spiels einen 0:4-Lauf aus Löwen-Sicht zum 13:11 abschließt, nimmt Löwen-Trainer Martin Schwalb seine erste Auszeit, beruhigt seine Männer. Die haben gerade Torbjörn Bergerud warmgeworfen. Der Norweger, für Benjamin Buric gekommen, landet zwischen Minute 17 und 24 fünf Paraden. Damit bringt er die Löwen kurz zum Denken.

Wieder voll in den Fokus bringen sie sich mit einem superfeinen Spielzug, den Gensheimer aus dem Rückraum zum 14:11 veredelt (24.). Wieder Gensheimer mit Tor sieben stellt auf 15:11, Schmid erhöht auf 16:11 (26.). Die Löwen laufen, die Löwen treffen. Flensburg zeigt sich sichtbar beeindruckt, produziert viele technische Fehler, kommt im Angriff nicht in den Rhythmus. Lagergren per Gegenstoß macht das 18:12, Schmid kurz vor der Pausensirene mit seinem sechsten Tor das 19:13. Wow!

Denselben Effekt hat der Start in Durchgang zwei. Dieses Mal allerdings geht er von Flensburg aus. Auf Jannik Kohlbachers erstes Tor zum 20:13 folgen sieben (!) SG-Treffer am Stück. Grundlage ist die deutlich verbesserte Abwehrarbeit der Gäste. Steals, Blocks, dazu ein paar Klasse-Paraden von Bergerud: So schmilzt der Löwen-Vorsprung wie Schnee in der Sonne. Hinzukommt auch ein bisschen Spitzenspiel-Emotion: Gensheimer und Rød legen ein kleines Tänzchen aufs Parkett, kurz danach erzielt Magnus Holpert das 21:21 und gleicht damit überhaupt erst zum zweiten Mal aus in der Partie (39.). Jetzt beginnt der harte Teil des Tages für die Löwen.

Jetzt beginnt das Drama
In einem immer enger werdenden Fight schenken sich beide Mannschaften nichts. Palicka fischt zwei Flensburg-Würfe weg, Patrick Groetzki mit feinem Heber trifft zum 24:23 (46.). Alexander Petersson, für Lagergren gekommen, macht zwei Tore, legt ein weiteres auf und stellt auf 26:25 (50.). Die Löwen lassen jetzt mehr zu, in Minute 55 auch die erste Flensburger Führung durch Ex-Löwe Marius Steinhauser (28:29). Schwalb nimmt seine letzte Auszeit und geht Risiko, bringt den siebten Feldspieler. Das Ergebnis gibt ihm Recht. Schmid wuchtet ein zum 29:29, Palicka pariert sensationell, Schmid zieht einen Siebenmeter, Gensheimer verwandelt eiskalt: 30:29 (58.).

In den 120 Schlusssekunden wird es ein Drama. Palicka hält, Bergerud hält, Hampus Wanne behält die Nerven, gleicht aus zum 30:30 (59.). Auf der Gegenseite hat Lukas Nilsson eine Idee. Per Bauerntrick stellt er eiskalt auf 31:30. Jetzt nimmt SG-Trainer Machulla seine letzte Auszeit. Der Ball kommt zwei Sekunden vor Schluss zu Wanne, Schmid macht einen großen Schritt in seine Richtung, Wanne verwirft, die Schiris entscheiden auf Siebenmeter. Die Sirene ertönt. Alles liegt an diesem Wurf. Steinhauser trifft an gegen Palicka. Steinhauser bleibt cool. Verwandelt. 31:31. Doppel-Wow! Was für ein Spitzenspiel. Was für ein Wellenbad. Was für ein Fight und ein Drama am Schluss!

Rhein-Neckar Löwen – SG Flensburg-Handewitt 31:31 (19:13)
Löwen: Katsigiannis, Palicka – Schmid (8/1), Gensheimer (9/1), Kirkeløkke, Lagarde (1), Patrail, Tollbring, Ahouansou, Abutovic, Lagergren (3), Groetzki (3), Gislason, Petersson (2), Nielsen (1), Nilsson (3), Kohlbacher (1)
Flensburg: Buric, Bergerud (ab 12.) – Golla (5), Hald (2), Svan (5), Wanne (7), Jøndal, Steinhauser (3/3), Heinl, Mensah (3), Søgard (1), Gottfridsson (1), Pelko, Rød (3), Holpert (1)
Spielfilm: 1:0, 1:1, 3:1, 3:2, 5:2, 5:3, 10:3, 10:6, 13:6, 13:11, 16:11, 17:12, 19:13 (HZ), 20:13, 20:20, 22:21, 23:22, 24:23, 25:25, 28:28, 28:29, 30:29, 30:30, 31:30, 31:31 (ENDE); Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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