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HSV Hamburg – Rhein-Neckar Löwen 32:27

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Löwen verlieren in enger Partie am Ende den Kopf und damit das zweite Liga-Spiel in Folge
Sieben Minuten vor dem Ende steht es 27:26 aus Löwen-Sicht, dann kassieren die Rhein-Neckar Löwen einen 0:6-Lauf und deshalb auch die zweite Niederlage in Folge in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Bei Aufsteiger HSV Hamburg erlebt der zweifache deutsche Meister eine regelrechte Achterbahnfahrt, inklusive steilen Absturzes in den Schlussminuten. Das 27:32 (15:16) bedeutet einen genauso schmerzhaften wie überflüssigen Rückschlag zu Saisonbeginn. Denn: Prinzipiell hatten die Löwen alle Chancen, etwas Zählbares mitzunehmen aus der Hansestadt. Die entscheidenden Fehler passieren am Ende vor dem gegnerischen Tor – und Matchwinner Jogi Bitter (17 Paraden, 38,6 Prozent Fangquote) lässt Hamburg jubeln.

Löwen-Spielmacher Andy Schmid erwischt einen gebrauchten Tag. Das zieht sich von der Platte bis zum Interview bei Sky, wo der sonst so wortgewandte Schweizer während seines Analyse-Versuches irgendwann einfach gesteht: „Ich bin durch den Wind.“ Ein Satz, der auch die Leistung der kompletten Löwen-Truppe ganz gut beschreibt. Vor allem in der schwer erklärlichen Schlussphase, in der den in Blau auflaufenden Gelben aus Mannheim gar kein Tor mehr gelingt und die Roten aus Hamburg zum am Ende ziemlich deutlichen ersten Bundesliga-Sieg stürmen.

„Wir sind nicht wirklich gut reingekommen ins Spiel, haben in der Abwehr keinen Zugriff gekriegt auf den Gegner. Das haben wir nach der Pause besser gemacht, es dann aber verpasst, bei einer Zwei-Tore-Führung noch einen drauf zu packen. Mit Zeitstrafen haben wir uns unnötig unter Druck gesetzt, geben gegen Jogi Bitter einige freie Würfe weg. Am Ende bin ich sauer, dass wir hier mit fünf Toren so klar verlieren, dass wir uns da so gehen lassen. Das war am Schluss eine katastrophale Vorstellung. Das geht so nicht“, sagte Löwen-Trainer Klaus Gärtner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und zog damit ein genauso ehrliches wie kritisches Fazit.

Auf und Ab in Hälfte eins
Die Löwen legen ein schnelles 0:2 in Hamburg vor. Andy Schmid und Jannik Kohlbacher treffen, David Späth pariert. Das passt soweit. Dann lässt Schmid den ersten liegen, im Gegenzug macht Niklas Weller das 1:2 (4.). Bis zum 3:4 durch Uwe Gensheimer halten die Löwen die Führung (7.). Azat Valiullin mit dem 4:4, Jogi Bitter mit einer Siebenmeter-Parade gegen Gensheimer und Jan Forstbauer mit seinem ersten Treffer bringen die erste Führung für die Hamburger in Minute 9. Die Löwen reagieren zunächst gelassen, führen beim 6:8 durch Patrick Groetzki nach Späth-Parade sogar mit zwei Toren (14.). Sicherheit bringt das jedoch leider nicht ins Spiel der Mannheimer.
Es sind wie schon in Hannover und gegen Magdeburg – und wie generell in der jüngeren Vergangenheit – die eigenen Fehler, die den Gegner stark- und die Löwen immer schwächer machen. Auch Schmid scheitert vom Siebenmeterstrich an Bitter (16.). In Unterzahl kassieren die Gelben den nächsten Weller-Treffer und damit das 10:9 (19.). Bitter legt nach, trifft ins leere Tor zum 11:9 – das tut richtig weh (20.). Bis zur Pause rennen die Löwen diesem Rückstand hinterher, halten ihn beim 16:15 aus HSVH-Sicht allerdings sehr knapp. Und drehen ihn früh im zweiten Durchgang in eine Führung. Niclas Kirkeløkke hat nun ein paar ganz starke Momente, bringt die Löwen mit dem 17:18 wieder nach vorne (35.).

Andreas Palicka, für David Späth zur zweiten Hälfte gekommen, landet eine Parade, bringt Gensheimers 17:19 auf den Weg (35.). In einer ziemlich wechselhaften und schnellen, teils etwas hektischen Partie scheinen die Löwen nun die Balance gefunden zu haben. Leider nur für den Moment. Einen Pfostenwurf des ansonsten solide auftretenden Philipp Ahouansou und eine weitere Bitter-Glanztat später steht es schon wieder 19:19 (37.). Ahouansou, der sich nicht entmutigen lässt, hält mit dem 19:20 dagegen (38.). Dennoch kommen die Hamburger nach und nach wieder in Vorlage, machen einfach weniger Fehler als ihre Gäste. Beim 22:20 zeigt Finn Wullenweber seine unfassbare Wurfgewalt (42.). Zusammen mit Jogi Bitter ist er der entscheidende Faktor für den HSHV-Sieg in der Crunchtime.

Löwen machen sich selbst das Leben schwer
In dieser entscheidenden Spielphase hält Weltklasse-Mann Bitter die wichtigen Würfe. Auf der Gegenseite ist Wullenweber mit seiner Wucht und Präzision nicht aufzuhalten. Zudem schwächen sich die Löwen selbst, als Ilija Abutovic nach einem Schlag ins Gesicht die Rote Karte sieht (46.). Zwar verteidigen es Ymir Örn Gislason und der junge Kristjan Horžen nicht schlecht im Zentrum. Vorne aber leisten sich die Löwen mal wieder zu viele Fehler. Nicht nur Andy Schmid, der auch in der Schlussphase sein Händchen nicht mehr findet, sondern im Prinzip jeder Löwe auf jeder Position. Dabei gehen sie mit dem 25:26 durch Lukas Nilsson sogar noch einmal in Führung, genauso wie beim 26:27 durch Schmid (53.). Danach treffen sie aber nur noch Fehlentscheidungen – und die Hamburger sechsmal am Stück zum letztlich verdienten 32:27.

HSV Hamburg – Rhein-Neckar Löwen 32:27 (16:15)
Hamburg: Bitter (17/2 Paraden, 1 Tor), Vortmann – Valiullin (5), Weller (5/1), Wullenweber (5), Forstbauer (5), Bergemann (4), Schimmelbauer (2), Mortensen (2/1), Bauer (2), Tissier (1), Späth, Ossenkopp, Kleineidam, Gertges, Andersen
Löwen: Späth (5 Paraden, 1.-30.), Palicka (7 Paraden, ab 31.) – Gensheimer (6/3), Ahouansou (5), Groetzki (4), Kohlbacher (4), Kirkeløkke (4), Schmid (2), Horžen (1), Nilsson (1), Abutovic, Gislason, Helander, Diocou (n.e.), Lagergren, Knorr
Spielfilm: 0:2, 2:2, 5:4, 6:8, 8:8, 11:9, 12:11, 15:13, 16:15 (HZ), 17:16, 17:19, 20:20, 22:20, 22:22, 26:27, 32:27 (ENDE)
Schiedsrichter: Julian Fedtke & Niels Wienrich; Zuschauer: 3.067

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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