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SG Leutershausen – HG Saarlouis 28:28

(Foto: St. Hoffmann) Gianluca Pauli bejubelt seinen Treffer zum Ausgleich
Gianluca Pauli jubelt Steffen Hoffmann Copy

Nervenschlacht gegen Saarlouis
Was für ein unfassbares Spiel in der Heinrich-Beck-Halle. Die SG Leutershausen holt nach hohem Rückstand und in einer dramatischen Schlusssekunde gegen die HG Saarlouis beim 28:28 einen Punkt.

Es war ein Punktgewinn für die Roten Teufel von der Bergstraße, ganz sicher. Und auch, wenn viele Stimmen nach dem Spiel der Meinung waren, man hätte das Spiel gewinnen können, so muss man anerkennen, dass dieser Punkt ein sehr wertvoller ist. Leutershausen kam gut in die Partie, führte zu Beginn immer wieder. Aber: Das erste Überzahl-Spiel nutzte die SGL nicht. Ganz anders die Gäste der HG Saarlouis. Als SGL-Kapitän Niklas Ruß draußen saß, drehten die Saarländer das Spiel und führten plötzlich 5:4.

Im Anschluss kamen die Heisemer nicht mehr ran, Saarlouis erhöhte sogar und lag zur Halbzeit mit 17:12 in Front. “In der Umkleide war es leiser als viele jetzt vielleicht glauben”, erklärte SGL-Coach Marc Nagel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Egal, was passiert ist, es wirkte! Die Gastgeber kamen binnen weniger Minuten heran, spielten wie ausgewechselt. Vor allem in der Abwehr wirkte die SGL konzentrierter, ließ die Saarländer kaum noch zu leichten Toren kommen und glich beim Stand von 20:20 zum ersten Mal aus.

In der Heinrich-Beck-Halle entwickelte sich eine Nervenschlacht. Saarlouis konnte immer wieder mit ein, zwei Toren davonziehen, die Leutershausen blieb jedoch dran. Kleines Manko: Das Team von Marc Nagel ließ zu viele Chancen liegen. Mit freien Würfen und Siebenmetern scheiterten die SGL Handballer immer wieder an HG-Torwart Patrick Schulz, der sich in ausgezeichneter Form präsentierte. Drei Minuten vor Schluss lag die SGL mit zwei Toren zurück, ehe Gianluca Pauli zunächst auf 27:28 verkürzte und 40 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter den Ausgleich erzielte.

“Ich habe bei dem Wurf gar nicht so viel nachgedacht. Der Saarlouiser Torwart hatte vorher schon einen gehalten, deshalb hatte ich noch eine Rechnung offen. Zum Glück ist der spielentscheidende Ball reingegangen”, so Pauli im Nachgang. Die Halle tobte, aber die Gäste hatten noch die Chance auf den Sieg. Vier Sekunden vor dem Ende dann der Schock für die SGL: Siebenmeter für die HG.

Stille in der Halle, die bis dato sicheren Saarländer werfen - an die Latte! Der Ball prallt auf den Boden und springt vom Tor weg. Jubel bei den Gastgebern, doch plötzlich entscheidet ein Schiedsrichter auf Tor für Saarlouis. Fassungslosigkeit, über dem Kopf zusammengeschlagene Hände. Wembley in Leutershausen? Der zweite Schiedsrichter kommt hinzu, die Unparteiischen beraten sich kurz und entscheiden dann: Kein Tor! Das Spiel endet mit 28:28 nach einer wilden Achterbahnfahrt der Gefühle auf beiden Seiten. “Man muss ein großes Kompliment an die Mannschaft und Fans geben. Da hat keiner die Köpfe hängen gelassen. Wir wissen, was in der Heinrich-Beck-Halle möglich ist und als wir rangekommen sind, haben wir uns von der Stimmung und den Emotionen tragen gelassen”, erklärt Pauli.

Ein spannender und nervenaufreibender Handballabend vor 302 Zuschauern am Wochenende der Storchekerwe in Leutershausen endete mit einem wohl gerechten Unentschieden.

Da das Haßloch-Spiel am kommenden Wochenende verschoben wird, empfängt die SG Leutershausen in zwei Wochen in eigener Halle die SG Pforzheim/Eutingen. Bis dahin gibt es jedoch einiges zu tun - Pauli: “Wir müssen an unserer Abwehrleistung arbeiten und aggressiver verteidigen.” Und vielleicht klappt es ja dann mit dem ersten Heimsieg seit Februar 2020.

SG Leutershausen – HG Saarlouis 28:28 (12:17)
Torschützen der SG Leutershausen: Pauli 9/3, Schreiber 5, Bauer 3, Ruß 3, Röller 3, Leibnitz 3, Bitz 1, Rolka 1

SG Leutershausen

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