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Rhein-Neckar Löwen – THW Kiel 25:31

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(Foto: W. Neuberth) Auch die 19 klasse Paraden von David Späth halfen gegen Kiel nicht

Rhein-Neckar Löwen unterliegen im Topspiel Rekordmeister THW Kiel
18 technische Fehler zu viel: Die Rhein-Neckar Löwen wollen mit 13.200 Handball-Fans in der ausverkauften SAP Arena ein Handball-Fest feiern, verlieren aber 25:31 (9:14) gegen Rekordmeister THW Kiel. Nach dem zwölften Spieltag in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga stehen die Löwen nun bei 13:11 Punkten auf Rang sieben. Kiel ist mit einer Punktebilanz von 14:10 Fünfter. Den Unterschied zwischen Löwen und Zebras machen am Sonntagnachmittag die technischen Fehler, von denen sich die Männer in Gelb viel zu viele leisten. Dabei wächst ein Löwe komplett über sich hinaus.

Es dauert keine drei Minuten, bis David Späth zum ersten Mal wie ein Flummi durch die Arena hüpft. Parade Nummer eins landet der Neu-Nationalspieler gegen Petter Øverby. Es werden noch 18 weitere folgen. Die letzte, die 19. insgesamt, landet Späth, als die Spielzeit bereits abgelaufen ist. Keinem Geringeren als Niclas Ekberg nimmt der 21-Jährige den finalen Siebenmeter weg. Entscheidend auf das Endergebnis wirkt sich dies nicht mehr aus.

Die Gründe dafür sind vielfältig – und doch lässt sich der Spielverlauf auf einen einfachen Nenner bringen: Die Rhein-Neckar Löwen leisten sich 18 technische Fehler zu viel. Ein Befund, den Cheftrainer Sebastian Hinze so auch auf der Pressekonferenz festhält und als entscheidenden Faktor ausmacht. Fuß im Kreis, Stürmerfoul, Foulsperre, Fehlpass: Es ist ein wahres Fehler-Festival, das sich die Löwen in einem Topspiel schlichtweg nicht erlauben dürfen. Bereits nach 20 Minuten stehen sie bei 10 technischen Fehlern – und bringen damit einen spürbar verunsicherten THW voll ins Spiel.

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(Foto: W. Neuberth) So wie hier, konnte sich Jannik Kohlbacher nur selten durchsetzen

Löwen holen THW ins Spiel
Dabei ist bis zum 7:8 noch alles in Ordnung (20.). Jannik Kohlbacher kann sich immer wieder behaupten am Kreis, Juri Knorr findet seine Lieblings-Anspielstation mit traumwandlerischer Sicherheit. Die Abwehr steht richtig gut. Dann aber legen die Zebras los, bestrafen die Löwen-Fehler eiskalt, ziehen von 7:8 auf 7:12 davon (25.) und verteidigen diese 5-Tore-Führung bis zur Pausensirene.
Nach der Pause gehen die Späth-Festspiele weiter. Zu seinen sieben Paraden in Durchgang eins gesellen sich binnen weniger Minuten fünf weitere. So kommen die Löwen auf 15:17 (43.) und 17:19 (45.) ran. Es scheint wirklich möglich, dieses bis dahin ziemlich verkorkste Spiel noch zu retten. Und ausgerechnet in diesem Moment leisten sich die Löwen drei technische Fehler in kürzester Zeit, legen die Kieler einen 0:4-Lauf hin, führen plötzlich wieder 17:23 (47.).

Von diesem Rückschlag erholen sich die Gelben nicht mehr. David Späth hält weiter und weiter. Seine Vorderleute können diese Vorlagen nicht verwerten, sie kämpfen mit sich und der starken Kieler Verteidigung. Beim 19:28 droht sogar eine Blamage (53.). Da kommen auf einmal die Löwenfans zurück: „Einmal Löwe, immer Löwe“ skandieren sie, wollen die Mannschaft irgendwie über die Ziellinie tragen. Dies immerhin gelingt. Mit 25:31 ziehen sich die Löwen noch einigermaßen okay aus der Affäre – und können sich bei David Späth und ihren Fans dafür bedanken.

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(Foto: W. Neuberth) Die aufmerksame Kieler Abwehr ließ nicht viel zu

Passend zum gebrauchten Löwen-Tag kommt diese Meldung: Kapitän Patrick Groetzki wird mit einer Fußsohlenentzündung vorerst ausfallen. Wie lange er fehlen wird, lässt sich schwer abschätzen. Es ist allerdings mit einer mehrwöchigen Zwangspause zu rechnen.

Rhein-Neckar Löwen – THW Kiel 25:31 (9:14)
Löwen: Späth (19 Paraden), Appelgren, Birlehm – Kirkeløkke (5), Plucnar, Knorr (7/1), Óskarsson, Móré, Holst, Davidsson, Schefvert (1), Gislason, Lindenchrone (2), Zacharias (5), Kohlbacher (5)
Kiel: Bellahcene (ab 51., 1 Parade), Mrkva (1.-51., 5 Paraden) – Ehrig (1), Duvnjak (1), Reinkind (2), Landin (7), Øverby (2), Wiencek (4), Ekberg (1), Johansson (1), Dahmke, Gurbindo, Wallinius (3), Bilyk (5), Pekeler (4), á Skipagøtu
Schiedsrichter: Lucas Hellbusch & Darnel Jansen; Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)

Quelle: www.rheuin-neckar-loewen.de

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