„Blühinseln – Blüten für Bestäuber in der Stadt“ wird UN-Dekade-Projekt

Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg erforscht und erprobt zusammen mit ihren Projektpartnern spezielle Pflanzensortimente, mit denen sich die Vielfalt der Bestäuber-Insekten im städtischen Raum auch auf kleinen Flächen verbessern lässt.

Die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus Scabiosae) bei der Nahrungsaufnahme auf einer Blüte der blaublühenden Gartenscabiose | © LVG Heidelberg

LVG Heidelberg
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Heidelberg, 13. Februar 2020 – Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, verleiht heute in Heidelberg dem Projekt „Blühinseln – Blüten für Bestäuber in der Stadt“ den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Die Auszeichnung wird von der Jury der UN-Dekade in Deutschland an Projekte verliehen, die sich in beispielhafter Weise für die biologische Vielfalt einsetzen. Den Rahmen bildet eine Informationsveranstaltung zum Thema Zierpflanzenbau in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Heidelberg.
Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) mit der Landesanstalt für Bienenkunde Universität Hohenheim (LAB) und den Wirtschaftspartnern Selecta one und Floricultz. Selecta one ist ein führender Züchter von vegetativ vermehrbaren Zierpflanzen. Schwerpunkte von Floricultz sind die Durchführung und projektbegleitende Beratung von Züchtungsprogrammen.
Welche Pflanzen locken welche Insekten an? Wie muss ein Pflanzensortiment für Hochbeete zur Förderung der Insektenvielfalt zusammengesetzt sein? Diesen und ähnlichen Fragen geht das Projekt „Blühinseln – Blüten für Bestäuber in der Stadt“ der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Heidelberg gemeinsam mit seinen Projektpartnern nach.
Auf den Versuchsflächen der LVG Heidelberg werden seit vier Jahren Zierpflanzen auf ihren Nutzen für Bestäuber-Insekten untersucht. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein innovatives Pflanzensortiment für Flächen im dichtbesiedelten Raum zusammengestellt, das die biologische Vielfalt in der Stadt fördert. In einem Feldversuch in Stuttgart konnten die Projektbeteiligten demonstrieren, dass mit der entwickelten Pflanzenmischung auch kleine Flächen zur Förderung der Insektenvielfalt in der Stadt beitragen können. An zehn Hochbeeten, die an verschiedenen Standorten mit einem hohen Anteil an versiegelten Flächen aufgestellt und von Vereinen, Schulen oder Privatpersonen gepflegt wurden, konnten 31 Wildbienenarten nachgewiesen werden. Darunter fanden sich sogar zwei Rote Liste Arten.
Die Pflanzenmischung wird unter der Bezeichnung „Nature Garden“ im Gartenfachhandel und in Gartencentern geführt. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt sollen in einem Folgeprojekt in einen Handlungsleitfaden für die insektenfreundliche Gestaltung auf kommunalen Flächen und Privatgärten einfließen.
Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt
Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.
In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Bewerben können sich bis 17. April 2020 Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.
Weitere Informationen
Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite
Projektträger
Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau
Diebsweg 2
69123 Heidelberg
Ansprechpartner
Ute Ruttensperger
Tel.: 06221 7484 0
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http://www.lvg-heidelberg.de/