Heidelberg: food.net:z diskutiert die Nahrung von morgen – Innovationen aus der Region im Fokus
60 Fachleute trafen sich beim Jahresauftakt des Lebensmittelnetzwerks food.net:z im Business Development Center Heidelberg, um über die Zukunft der Ernährung zu diskutieren.
Was essen wir morgen? Diese Frage stellte das vom Rhein-Neckar-Kreis initiierte Lebensmittelnetzwerk food.net:z in den Mittelpunkt seines Jahresauftakts. Unter dem Motto Netzwerk trifft Zukunft – Nahrung von morgen kamen rund 60 Teilnehmende im Heidelberger Business Development Center zusammen.
food.net:z-Geschäftsführerin Julia Sliwinski eröffnete die Veranstaltung mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr und stellte die Entwicklung des Netzwerks vor.
Zwischen Wertewandel und Markenbindung
Dr. Silke Lichtenstein, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin der Dr. Rainer-Wild-Stiftung, zeichnete in ihrem Vortrag ein Zukunftsbild der Ernährung. Sie stellte dabei Bezüge zur gesellschaftlichen Entwicklung her, in der persönliche Freiheit zunehmend an Bedeutung gewinne, während Naturverbundenheit und Ehrlichkeit an Stellenwert verlören.
Prof. Dr. Carsten Leo Demming, Studiengangsleiter BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn, betonte die Bedeutung stabiler Markenbeziehungen. Beziehungen zu Marken ähnelten Beziehungen zu Menschen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Anteil echter Innovationen bei Neueinführungen im Lebensmittelmarkt seit 2007 deutlich gesunken sei.
Neue Ideen aus dem Netzwerk
Wie Innovationskraft konkret aussehen kann, zeigten mehrere Unternehmen aus der Region. Die ProteinDistillery GmbH aus Ostfildern/Heilbronn entwickelt nachhaltige Proteine aus Hefe, die als Alternative zu tierischen Proteinen eingesetzt werden können. Die Gelinova GmbH aus Neidenstein präsentierte Anwendungen von Gelatinefolie als nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen.
Die FRENVI GmbH stellte einen neuartigen Cracker aus Biertreber vor, der künftig in Wiesloch produziert werden soll. ADM WILD Europe GmbH & Co. KG aus Eppelheim informierte über die Entwicklung sogenannter Postbiotika, die Getränken zugesetzt werden können.
Netzwerken als Motor
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch. Neben der Verkostung eines postbiotisch angereicherten Getränks standen Gespräche und neue Kontakte im Mittelpunkt.