Digitale Bildungsinitiative

Stadt Mannheim
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Mit einer gemeinsamen öffentlichen Präsentation startete am Mittwoch die Initiative „digitale Bildungscamps an Schulen“. Das Projekt soll von Mannheim aus in der gesamten Metropolregion sowie in Baden-Würrtemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz umgesetzt werden. Das Social Impact Start-up BG 3000 hat das Konzept entwickelt und die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH als Partner gewonnen. Die Bildungsbürgermeisterin Mannheims, Dr. Ulrike Freundlieb, hat die Schirmherrschaft übernommen.

„Die Digitalisierung ist aus unserer heutigen Mediengesellschaft nicht mehr wegzudenken: Fast 97 Prozent aller 12- bis 19 Jährigen in Deutschland besitzen ein Handy. Ob per WhatsApp, Snapchat, Facebook, Instagram, Youtube oder Co – wir kommunizieren digital. Gleichzeitig können laut einer amerikanischen Studie gerade einmal 20 Prozent aller Zwölfjährigen zwischen Werbung und echten Nachrichten im Internet unterscheiden. Trotz des Aufwachsens mit neuen Medien, fällt Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz nicht einfach zu. Die fundierte digitale Bildung von Kindern und Jugendlichen ist daher unerlässlich, um die Möglichkeiten und Chancen der neuen Medien ausschöpfen zu können“, betonte Freundlieb. Ebenso wichtig sei es aber auch, einen bewussten Umgang mit ihnen zu ermöglichen, um Heranwachsende vor Risiken wie Cybermobbing, Internetsucht oder Sexting schützen zu können und hierbei auch die Eltern mitzunehmen.

Die Stadt Mannheim beschäftige sich bereits seit 2008 mit diesen Themen und habe sich die Förderung von Medienkompetenz und Prävention von Suchtverhalten als wichtiges Ziel gesetzt. Eine führende Rolle in Mannheim nehme hier die Stadtbibliothek mit ihrem umfangreichen Angebot zur Medienkompetenzförderung ein, das sehr gut angenommen werde, aber auch in den Bereichen Bildung, Jugendförderung und mit ihren Kooperationspartnern aus der Suchthilfe sei die Stadt bereits aktiv. „Das Projekt der Digitalen Bildungscamps leistet hier einen wertvollen Beitrag und kann mit seinem Angebot auf bereits vorhandene aufsetzen und dieses sinnvoll ergänzen. Ich freue mich, dass für die Initiative der Standort Mannheim als Schwerpunkt in Südwestdeutschland ausgewählt wurde und begleite als Schirmherrin gerne die ersten Camps an der IGMH, der Tulla-Realschule und dem Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim“, sagte die Bürgermeisterin.

Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin der vor drei Jahren gegründeten BG 3000, erläuterte den Ablauf der für Schulen kostenlosen Bildungscamps, die für jeweils eine komplette Klassenstufe drei Tage lang angeboten werden: Während am ersten Tag Datensicherheit, Fakenews oder Cybermobbing auf dem Programm stehen, stehe an den beiden folgenden Tagen die Praxis im Vordergrund wie das Erstellen eigener Videos, Präsentationen oder Online-Journalismus. Neben Themen wie Urheberrecht, Recherche im Netz gelte es hierbei aber auch Chancen für neue Berufsbilder zu entdecken, die heute zum Teil noch recht unbekannt sind. Zur Koordinierung der Camps im Süden, hat das Unternehmen nun eine Niederlassung in Mannheim eröffnet. Bislang seien mit der Initiative 10.000 Schüler in 60 Camps – vorwiegend in Nordrhein-Westfalen erreicht worden, berichtete die Gründerin. Ihr Ziel: Bis zum Jahr 2020 jeder dritte Schule in der Metropolregion ein Smartcamp ermöglicht zu haben.

Nathalie Breinlinger, Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH), wo das Camp bereits diese Woche für alle 10. Klassen stattgefunden hatte, lobte die positiven Effekte: „Das Smartcamp bietet mit zielgruppengerechten Workshops einen praktischen Ansatz, bei dem unsere Schüler eben nicht nur als passiv Lernende auftreten, sondern aktiv und kreativ arbeiten, um sich in Zukunft besser in der digitalen Welt zurechtzufinden.“ Zwei Schüler der IGMH berichteten ebenfalls über ihre Erfahrungen. Sie seien „dankbar, dass nicht nur der erhobene Zeigefinger ausgestreckt wird, sondern vermittelt wird, was man im Bereich Soziale Medien beruflich erreichen kann“, sagten sie. Das Internet und soziale Medien gehörten zum täglichen Leben, durch die DigiCamps würden die Schüler gut an einen bewussten Umgang mit diesen herangeführt. Besonders positiv hoben sie hervor, dass erfahrene Youtuber und Blogger als Referenten gewonnen werden konnten, die als Praktiker die Workshops leiten. Die Inhalte und Ausgestaltung der Camps werden für jede Schule individuell angepasst.

Die Bildungsbürgermeisterin sprach sich dafür aus, Medienkompetenzförderung als festen Bestandteil der schulischen Bildung in den Lehrplänen aller weiterführenden Schulen zu verankern.