Wettbewerb für die „Neue Mitte Schönau“

Stadt Mannheim
WettSchoenau

Der Bereich der Stadtbahnendschleife an der Lilienthalstraße des Stadtteils Schönau birgt mit seiner zentralen Lage und der zur Disposition stehenden angrenzenden Bestandsbebauung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GBG das Potenzial zur Etablierung einer „Neuen Mitte“ für die unterschiedli­chen und hier zusammentreffenden Teilquartiere des grüngeprägten Stadtteils.

Der Wettbewerb umfasste ein Gebiet von ca. 4,6 ha, für welches die teilnehmenden Stadtplanungs- und Architekturbüros Vorschläge für ein zukunftsfähiges Stadtteilzentrum mit einem attraktiven identitätsstiftenden Stadt- und Freiraum erarbeiten durften. Für den durch Abbruch entfallenden Wohnraum sollte im Kontext der Ausbildung einer „Neuen Mitte Schönau“ auch neuer Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen vom mind. 17.000 m² Wohnfläche konzipiert werden. Neben gewerblichen Nutzungen wie Dienstleistungen, Gastronomie, Arztpraxen etc. sollte ein Standort für einen großflächigen Lebensmittelmarkt vorgeschlagen werden. Daneben durften die Teilnehmer auch Vorschläge und Ideen für das direkte Umfeld des Wettbewerbsgebiets formulieren, die zur Aufwertung und zur Ver­netzung und Anbindung des neuen Stadtteilzentrums beitragen.

Am Wettbewerb nahmen 14 Büros der Architektur und Stadtplanung, teilweise in Arbeitsgemeinschaft mit Landschaftsarchitekten aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus den Niederlanden und der Schweiz teil und erarbeiteten aus den vorgegebenen Zielen eine städtebauliche Planung für den Bereich der Stadtbahnendschleife. Das Wettbewerbsverfahren wurde nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe durchgeführt, in welchem die Verfasser bis zur endgültigen Entscheidung des Preisgerichts anonym bleiben.

Am 23.09.2020 tagte das Preisgericht mit Fachpreisrichtern aus den Disziplinen Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur im ehemaligen Netto-Markt an der Stadtbahnendschliefe in Schönau. Die Stadt Mannheim als Ausloberin des Wettbewerbs war durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Gemeinde- und Bezirksbeirats vertreten. Zudem waren Vertreter der städtischen Wohnbautochter GBG sowie der rnv (Rhein-Neckar-Verkehr) Teil des Preisgerichts. Den Vorsitz des Preisgerichts übernahm Herr Prof. Dr. Michael Koch, Architekt und Planer aus Zürich.

Insgesamt wurden fünf Arbeiten prämiert. Neben dem ersten Preisträger, die Arbeitsgemeinschaft Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf mit faktorgruen Landschaftsarchitekten aus Freiburg, vergab das Preisgericht zwei weitere Preise und zwei Anerkennungen. Der zweite Preis ging an das Büro ARQ Architekten Rintz und Quack GmbH aus Berlin. Mharchitekten | Freie Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart erhielten den dritten Preis. Anerkennungen gingen an das Büro Hähnig | Gemmeke aus Tübingen und kleyer.koblitz.letzel.freivogel aus Berlin.

Das Preisgericht empfiehlt der Stadt Mannheim die städtebauliche Konzeption des ersten Preisträgers zur Grundlage für die weitere städtebauliche Rahmenplanung zu machen.

Der Wettbewerbsentwurf schlägt die Anordnung dreier offener Wohnblöcke entlang der Lilienthalstraße vor. Zur Marienburger Straße reihen sich vier Punkthäuser, die zusammen mit den Wohnblöcken einen Grünzug einschließen, der bis an die Stadtbahnschleife führt. Im Bereich der Endhaltestelle der Stadtbahn wird eine befestigte Platzfläche vorgesehen, auf der ein neues Café entstehen kann. Die nördlichen Flächen der Endschleife sollen als grüne Flächen mit Blühstreifen und Bäumen angelegt werden.

Herr Karl-Heinz Frings, Geschäftsführer der GBG: „Das Herausragende ist die neu entstehende Grüne Lunge, die den Schönau Weg mit dem neu gestalteten Quartiersplatz verbindet und die gute städtebauliche Ordnung.“

Herr Klaus Elliger, Leiter des Fachbereichs Geoinformation und Stadtplanung: „Mit dem Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs wird für die komplexe Fragestellung – Wie gehen wir mit der Zeilenbebauung von Schönau-Nordwest um? – eine Lösung aufgezeigt, wie es gelingen kann, einen spannenden Stadtraum weiterzuentwickeln. Der Schönau Weg findet eine gebührende Fortsetzung bis zur Endhaltestelle der Stadtbahn.

Herr Prof. Dr. Koch, Vorsitz des Preisgerichts: „Der Wettbewerb hat geklärt, wo so etwas wie eine „Neue Mitte“ für die Schönau liegt und wie sie entwickelt werden kann. Dabei spielt die präzise Ausgestaltung und gute Nutzbarkeit nicht nur der privaten sondern gerade auch der öffentlichen Freiräume eine zentrale Rolle. Sie können neben guter Architektur der Neubauten der Stolz des Quartiers werden und wesentlich zur Identität beitragen. “

Alle Arbeiten des Wettbewerbs sind für die Öffentlichkeit im ehemaligen Netto-Markt an der Schönauer Stadtbahnendschleife (Marienburger Straße 37/39) vom 24.09. bis zum 03.10.2020 zu sehen. Bürgerinnen und Bürger haben in diesem Zeitraum die Möglichkeit, Anregungen sowie Lob und Kritik zum Wettbewerbsbeitrag einzubringen, die in die weitere Planung einbezogen werden.