Überfall auf Mannheimer Gartencenter

 

Mannheim. Kurz nach Ladenöffnung betritt ein männliches Verbrecher-Duo mit Pistolen bewaffnet eine Gärtnerei im Mannheimer Stadtteil Rheinau, bedroht die Angestellten, raubt die Kasse aus und flüchtet mit der Beute in den angrenzenden Wald. Die Polizei fahndet nach den Tätern vom Waldgartenweg. Auch ein Hubschrauber kreist über dem Tatort. Die Suche dauert über eine Stunde.

Das Schild "Bitte achten Sie auf ihre Mund-und-Nasenbedeckung" am Eingang zum Gartencenter Kull wirkt an diesem Freitagmorgen wie Hohn. Denn zwei mit Pistolen bewaffnete und Räuber mit OP-Masken hatten sich genau an die Anweisung gehalten. Die Beute des Überfalls auf erschrockene Floristinnen: ein paar Hundert Euro. "Wer deswegen den Gang hinter Gitter in Kauf nimmt, muss verzweifelt sein oder einfach nur schlicht im Gemüt", glaubt ein Polizeisprecher.

Chef Hans-Peter Kull ist sichtlich geschockt. Eine solch brutale Straftat haben die Mitarbeiterinnen seines Gartenfachmarktes neben dem Friedhof noch nie erlebt. "Bei Nacht eingebrochen wurde schon öfters, aber so etwas, ich kann es nicht fassen", berichtet der Inhaber fassungslos. Seinen Verkäuferinnen geht es seelisch noch schlechter. Sie sind nach Polizeiaussagen "am Boden zerstört". Zwei Notfallseelsorger übernehmen die Betreuung der Opfer. Und ausgerechnet an diesem Morgen funktioniert die Videoüberwachung nicht. Die Zentrale Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ist mit der Spurensicherung vor Ort beauftragt, untersucht die Verkaufstheke und den Eingangsbereich auf Fingerabrücke.

Glück im Unglück: der materielle Schaden bleibt überschaubar. Das Blumengeschäft hatte am Feiertag geschlossen und morgens noch keine Kunden im Laden. So konnten die beiden Täter nur das Wechselgeld und die Tageseinnahmen mit Waffengewalt fordern. Die geraubte Summe wird mit einem mittleren dreistelligen Betrag angegeben.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand werden die Täter wie folgt beschrieben: beide ca. 18-20 Jahre alt, ca. 175 cm groß, schlank, dunkle Haare. Einer hatte dunke Haare und dunkle Kleidung, der andere hatte dunkeblonde Haare und trug eine Jeans mit hellem Shirt.

Die Ermittlungen des Raubdezernats des Kriminalkommissariats Mannheim laufen laut Polizeisprecher auf Hochtouren. Im Zuge der Fahndung ist ein Mann vorläufig festgenommen worden. Ob er allerdings tatsächlich im Zusammenhang mit der Tat steht, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Zeugen, die Hinweise zur Tat sowie zu den Tätern und/oder deren Fluchtrichtung geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Tel.: 0621/174-4444 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Wolf Goldschmitt
GolKull

Bild und Text: Wolf H. Goldschmitt golK