28 Partner unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

© Stadt Mannheim, Fachbereich Presse und Kommunikation, Fotograf Dietrich Bechtel
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Auftakt für das „Netzwerk Smart Production“ in Mannheim

28 Partner unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
 
Am 19. Januar 2016 wurde in Mannheim ein wichtiges Etappenziel erreicht auf dem Weg, die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) als nationalen Hot-Spot der Digitalisierung und Industrie 4.0 zu etablieren: Die im Frühjahr vergangenen Jahres aufgenommenen Vorbereitungen für das Netzwerk Smart Production mündeten in der feierlichen Unterzeichnung konkreter Kooperationsvereinbarungen. Mit der stolzen Zahl von 28 Partnern geht das Netzwerk nun offiziell an den Start. Vom innovativen Start-Up über den produzierenden Mittelstand und drei Hochschulen bis hin zu Global Playern aus der Region ist die gesamte Bandbreite an möglichen Partnern vertreten. Viele weitere sollen folgen. Zudem schlossen die Stadt Mannheim, als Initiator des Netzwerks, und der Rhein-Neckar-Kreis eine weitreichende Kooperationsvereinbarung, um die Digitalisierung der Wirtschaft von nun an gemeinsam zu unterstützen. Mit weiteren Gebietskörperschaften gibt es konkrete Kooperationsabsichten. Abgerundet wurde das Programm der freudig-feierlichen Gründungsveranstaltung mit der Vorstellung eines der aktuellen Projekte aus dem Netzwerk: dem „Smart Factory Demonstrator“.
 
Als Treiber des Netzwerks blickt Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz voraus: „Die Zukunft von Industrie 4.0 und damit auch Arbeit 4.0 wird dort liegen, wo Produktion und geballte IT- und Automatisierungskompetenz vor Ort sind – also hier in Mannheim, dem Rhein-Neckar-Kreis und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar. Mit dem Netzwerk Smart Production gehören wir – so selbstbewusst dürfen wir sein – im Vergleich der Regionen in Deutschland zu den Vorreitern. Nun gilt es, diesen Vorsprung und die guten Startvoraussetzungen des Netzwerks Smart Production zu nutzen.“
 
Im März 2015 hatte die Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim die Initiative mit dem Ziel angestoßen, die Unternehmen der Wirtschaftsregion beim Wettrennen der Digitalisierung bestmöglich zu unterstützen und dazu die außergewöhnlich guten Potenziale der Metropolregion zu aktivieren und zu bündeln. Bei zwei „Netzwerkforen“ hatten sich interessierte Unternehmen sowie Institutionen der Wissenschaft und Forschung bereits intensiv und praxisorientiert mit den Herausforderungen, aber auch den Möglichkeiten von Industrie 4.0 beschäftigt. In sechs verschiedenen Workshops wurden Projektideen und konkrete gemeinsame Projekte aus der Taufe gehoben. Das Netzwerkmanagement ist seit der ersten Stunde beim Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim angesiedelt. Ab dem 01. März 2016 gibt es Verstärkung. Im Rhein-Neckar-Kreis wird das Netzwerkmanagement eine zweite Dependance haben.
 
„Viele ansässige Unternehmen widmen sich schon heute dem Thema Industrie 4.0, viele weitere werden es in Zukunft tun, um aus Potenzialen wettbewerbsentscheidende Erfolge zu machen. Das Megathema Smart Production bzw. Industrie 4.0 ist auch ein zentrales Thema für uns“, erläuterte Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. Als zentrale Aufgaben der Wirtschaftsförderung sieht er dabei, den Netzwerkaufbau voranzutreiben, Netzwerkpartner zu gewinnen, eine interaktive Plattform für den Austausch und die Kooperation zwischen den Akteuren zu schaffen, Projekte zu generieren, in Förderfragen zu beraten, Veranstaltungen durchzuführen und die Initiative gegenüber Land und Bund zu positionieren.
 
Chancen des Netzwerks Smart Production – Vorteile für die Akteure
 
Das Netzwerk Smart Production ist eine deutschlandweit in ihrem vielschichtigen Ansatz einzigartige Technologieplattform für Wachstum und Innovation im Bereich Industrie 4.0 – mit dem Ziel, konsequent zu wachsen. Für Unternehmen soll eine Basis geschaffen werden, um die wertschöpfenden Potenziale dieser Entwicklung bestmöglich zu nutzen – u.a. durch Wissensallianzen und optimale Vernetzung von Produktions- und Handwerksunternehmen, der IKT- und Dienstleistungsbranche sowie der Wissenschaft. Die Leiterin der Wirtschaftsförderung Mannheim, Christiane Ram, konkretisiert: „Neben der Technologieförderung ist uns als Wirtschaftsförderung insbesondere auch die Unterstützung des produzierenden Mittelstands und der Logistik mit geeigneten Angeboten sehr wichtig. Eine weitere wichtige Aufgabe wird es sein, die Betriebe zu aktivieren, die bislang noch nicht auf die enormen Herausforderungen reagiert haben, um sie für die Zukunft zu rüsten.“
 
Prof. Julian Reichwald von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg schließt sich an: „Die Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft und Forschung können hier wichtige Partner für die Unternehmen sein. Beginnend bei kleinen Projekten bis hin zu größeren Innovationsvorhaben sind die Hochschuleinrichtungen in Mannheim und der Metropolregion die richtigen Partner, um innovative Ideen zu entwickeln, umzusetzen und damit Wettbewerbsvorteile zu sichern. Wissenstransfer und kooperative Projekte lohnen sich für alle Akteure.“ Doch nicht nur die Wissenschaft und der Mittelstand werden vom Netzwerk adressiert. Auch große Player und Weltmarktführer wie ABB, Roche, SAP und EY sind aus guten Gründen im Netzwerk aktiv.
Der Vorstandsvorsitzende von ABB Deutschland, Hans-Georg Krabbe, wirft den Blick auf die Chancen der Digitalisierung: „Die Integration der Wertschöpfungsketten ist für den Standort Deutschland – und damit auch für den Industriestandort Mannheim – eine einzigartige Chance. Wir erwarten wichtige Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Kontext sind wir von ABB der Meinung, dass der Arbeitsplatz der Zukunft anspruchsvoll und attraktiv zugleich ist: Je intelligenter die Produkte, Maschinen und Anlagen werden, desto mehr müssen Menschen in der Lage sein, diese Technik zu beherrschen, zu steuern und zu lenken. Das sind spannende Entwicklungen, die wir im Rahmen des Netzwerks gerne weiter diskutieren wollen.“ Der Werksleiter von Roche Diagnostics am Standort Mannheim, Martin Haag, hebt zwei Aspekte hervor, warum Roche Gründungspartner geworden ist: „Von Roche in Mannheim werden nicht nur medizintechnische Produkte in die Welt exportiert. Unsere Abteilung Manufacturing Automation liefert auch Produktions- und Automationslösungen an Roche-Standorte weltweit. Hier immer auf dem neuesten Innovationsstand zu sein, ist für den Gesamtkonzern essenziell. Gleichzeitig bildet die Teilnahme am Netzwerk Smart Production einen Baustein in der Hightech-Strategie von Roche in Mannheim und stärkt den Standort innerhalb des Konzerns.“
 
Zahlreiche Herausforderungen für die Wirtschaft sind zu meistern
 
Die vielfältigen Aktivitäten des Netzwerks und die neuen Projekte steigern die Attraktivität des Standorts für Fachkräfte sowie Forschende und profilieren den Standort als „Heimat von Innovations-Pionieren“. Die Leiterin des MAFINEX-Technologiezentrums, Dr. Claudia Rabe, stellt die Bedeutung von innovationsfreundlichen Standortbedingungen heraus: „Das breite Spektrum an Gründungszentren in Mannheim und der Region mit den entsprechenden Unterstützungsangeboten, zu dem auch Netzwerke wie Smart Production zählen, bietet einen guten Nährboden für innovative Start-Ups. Besonders die zielgruppenspezifischen Angebote in Mannheim sollen eine nachhaltige Gründungsförderung ermöglichen.“
 
Das Netzwerk sieht auch eine wichtige Aufgabe darin, reale Anwendungsfälle von Schlüsseltechnologien wie dem Cloud-Geschäft und der Big Data-Analysis zu erzeugen. Frau Dr. Tanja Rückert, Executive Vice President Internet of Things und Customer Innovation, vom IT-Konzern SAP gibt die Begründung für diese Aufgabe: „Cloud-Geschäfte und die Analyse großer Datenmengen in Echtzeit gehören immer mehr zum Tagesgeschäft. Die entsprechenden Produkte und Leistungen sind verfügbar. Entscheidend ist es nun, wie schnell es den Unternehmen gelingt, sie auch in der Welt der Produktionswirtschaft so einzusetzen, dass sich neue Geschäftsmodelle für die Anbieter und neue Wertschöpfungspotenziale für die Anwender gleichermaßen ergeben. Die Schlüsseltechnologien sind bereits vorhanden. Die Herausforderung liegt darin, diese in der Breite zu implementieren.“
 
Dass das Thema IT-Sicherheit in der öffentlichen Diskussion als das Hemmnis schlechthin gesehen wird, beunruhigt Dr. Ali Mabrouk, von der Firma SAMA Partners nicht: „Wir als mittelständischer IT-Sicherheitsspezialist kennen diese Sorge unserer Kunden. Aber letztlich sind Safety und Security keine unlösbaren Herausforderungen. Es sind Rahmenbedingungen, die frühzeitig von IT-Spezialisten berücksichtigt werden müssen. Dann wird es auch keine bösen Überraschungen geben.“
Andreas Müller, Senior Partner des sowohl weltweit als auch in der Region stark vertretenen Netzwerkpartners EY Advisory fasst die Motivation zum Engagement vieler Partner im Netzwerk Smart Production zusammen: „Die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren unsere gesamte Lebens- und Arbeitswelt verändern. Diesen Prozess sichtbar zu machen und aktiv zu gestalten, dazu haben wir uns hier zusammen gefunden.“
 
Regional aufgestellt: Stadt Mannheim und Rhein-Neckar-Kreis vereinbaren umfassende Zusammenarbeit
 
Über die Gründung des Netzwerks Smart Production hinaus war der 19. Januar aus einem weiteren Grund ein Meilenstein für das Thema Digitalisierung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Initiator des Netzwerks Smart Production, der Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim, vereinbarte mit den Kollegen des Rhein-Neckar-Kreis vom Amt für Nahverkehr und Wirtschaftsförderung eine enge Kooperation. Die Wirtschaftsstandorte Mannheim und Rhein-Neckar-Kreis sind als produktionsaffine Industrie- und IT-Standorte herausragenden Ranges gleichermaßen in hohem Maß von der Digitalisierung der Wirtschaft betroffen.
 
Daher werden die Kräfte der öffentlichen Hand gebündelt, um das Netzwerk Smart Production noch besser managen zu können. Ab dem 01.03.2016 wird Danyel Atalay im Rhein-Neckar-Kreises Ansprechpartner sein. Valerie-Siobhán Grona und Georg Pins sind bereits seit der ersten Stunde bei der Stadt Mannheim Ansprechpartner und Treibende des Netzwerks. Landrat Stefan Dallinger begrüßte bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags die nun geschlossene starke Allianz: „Vom Ausbau der Breitbandinfrastruktur über die digitale Bildung bis zur starken Gründungsförderung und der Unterstützung ansässiger Unternehmen sind Stadt und Kreis bereits aktiv. Da ist es nur zielgerichtet und konsequent, die Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung zu bündeln und gemeinsam die industrie- und standortentwicklungspolitischen Ziele einer Smart City bzw. einer Smart County anzugehen. Weitere Partner aus anderen Gebietskörperschaften sind willkommen."

Smart Factory Demonstrator
 
Auch wenn der offizielle Auftakt erst mit der Gründungsveranstaltung erfolgte: Das Netzwerk und seine Partner sind längst in konkreten Projekten aktiv. Stellvertretend für knapp 20 Projektpartner aus dem Netzwerk stellte Stefan Bley (Partner EY Mannheim) das Projekt „Smart Factory Demonstrator“ vor. In diesem Projekt werden die Prinzipien von Smart Production bzw. Industrie 4.0 in einem realen Produktionsprozess dargestellt und Schlüsselherausforderungen adressiert. So wird im Gegensatz zu anderen Demonstrator-Projekten in der Republik ein Produktionsprozess dargestellt, der sich an dem realen Umstand orientiert, dass viele Produkte an mehreren Standorten, dezentral von unabhängigen Partnern hergestellt werden. Es gibt also nicht „den Demonstrator“, sondern mehrere dezentrale Teile des Demonstrators, die internetbasiert zukünftig aus dem MAFINEX-Technologiezentrum integriert gesteuert und Interessierten vorgestellt werden sollen.
 
Der Demonstrator richtet sich an Produktionsunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der zugehörigen Logistik und bildet die Neuheiten des Produktionsprozesses auf dem Weg zu Industrie 4.0 ab. Projektmanager Bley ergänzt: „Mit der dezentralen Aufstellung hat das Projekt bereits ein Alleinstellungsmerkmal, das gezielt auf die Praxisnähe zu Produktionsunternehmen abzielt. Besonderes Qualitätsmerkmal des Demonstrators ist, dass für jeden Teil einer Industrie 4.0-Fertigung kompetente Ansprechpartner bereitstehen, welche die interessierten Produktionsunternehmen vom ersten Schritt im eigenen Betrieb bis hin zu einer Smart Production begleiten können.“ Der Clou: Es wird nicht nur ein smarter Produktionsprozess gezeigt, sondern das eigentliche Produkt wird ein kleiner Sensor-Würfel sein, der wiederum alle Anforderungen erfüllt, um selbst als Komponente in Industrie 4.0-Produktionsanlagen eingesetzt zu werden: Smart Production im Quadrat.
 
Die Netzwerkpartner
 
ABB Asea Brown Boveri Ltd, business design people AG, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, FRITZ & MACZIOL Software und Computervertrieb GmbH, Graduate School Rhein-Neckar gGmbH, Hilger u. Kern GmbH Industrietechnik, Hochschule Mannheim, IAS Mexis GmbH, JobRouter AG, KAIROS Partners on time consulting GmbH, Königsweg GmbH, MCG, Management Consulting Gesellschaft mbH, MM Automation GmbH, MVV Energie AG, neogramm GmbH & Co. KG, Onwerk GmbH, Pepperl+Fuchs GmbH, Rhein-Neckar-Kreis, Roche Diagnostics GmbH, SAMA PARTNERS Business Solutions GmbH, SAP Deutschland SE  & Co.  KG, Schweickert Netzwerktechnik GmbH, Stadt Mannheim, Universität Mannheim, yoptino GmbH
 
Kontakt:
Netzwerk Smart Production,
c/o Stadt Mannheim, Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung
Frau Valerie-Siobhán Grona / Herr Georg Pins
Rathaus E5, 68159 Mannheim
0621 293-9677 / 0621 293-3359
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Netzwerk Smart Production
c/o Rhein-Neckar-Kreis, Amt für Nahverkehr und Wirtschaftsförderung
Herr Danyel Atalay
Kurfürsten-Anlage 38-40, 69115 Heidelberg
06221 522-2166
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