Mannheim: BBT-Gruppe weist Kritik zurück – Zentralisierung am Diako bekräftigt
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Mannheim: BBT-Gruppe weist Kritik zurück – Zentralisierung am Diako bekräftigt

Mannheim: BBT-Gruppe weist Kritik zurück – Zentralisierung am Diako bekräftigt

Nach öffentlicher Kritik an der geplanten Schließung des Theresienkrankenhauses legt die BBT-Gruppe ihre Beweggründe ausführlich dar und verteidigt die Zusammenführung der stationären Versorgung am Standort Diako.

Das Brüderklinikum Julia Lanz (BBT-Gruppe) hat am 21. Januar 2026 eine ausführliche Stellungnahme zu zuletzt öffentlich geäußerter Kritik an der geplanten Schließung des Theresienkrankenhauses veröffentlicht. Anlass ist eine Berichterstattung, in der ein früherer Chefarzt die Entscheidung der Trägerin infrage gestellt hatte. Die BBT-Gruppe weist diese Kritik nach eigenen Angaben „klar zurück“ und bekräftigt die geplante Zusammenführung der stationären Versorgung am Standort Diako.

Dr. Ulrike Heesemann, Regionalleiterin der BBT-Gruppe für Mannheim, erklärt, die Bündelung sei angesichts des anhaltenden Kostendrucks im Gesundheitssektor sowie vor dem Hintergrund der Krankenhausreform der „richtige Weg“ für eine zukunftsfähige Aufstellung der stationären Versorgung in Mannheim. Zugleich äußert sie Verständnis dafür, dass frühere Verantwortliche die Entwicklung anders bewerten könnten. In der Sache helfe dies jedoch nicht weiter, da entsprechende Einschätzungen aus Sicht der BBT-Gruppe an den aktuellen Rahmenbedingungen des Gesundheitssektors vorbeigingen.

„Die Bündelung der stationären Versorgung am Diako ist angesichts des anhaltenden Kostendrucks im Gesundheitssektor und der Krankenhausreform der richtige Weg.“

– Dr. Ulrike Heesemann, Regionalleiterin der BBT-Gruppe für Mannheim

Bündelung ab 2026 und Stand der Sozialplanverhandlungen

Nach Darstellung der Trägerin sei bereits Ende 2025 darüber informiert worden, dass die lange geplante Bündelung der stationären Versorgung auf das Jahr 2026 vorgezogen werde. Im Dezember habe man zudem über erste Ergebnisse der Sozialplanverhandlungen informiert. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen für Pflegefachpersonen sowie Pflegehelferinnen und Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung in der direkten Patientenversorgung zu vermeiden.

Die Gespräche mit der Mitarbeitervertretung würden seit Mitte Januar fortgesetzt. Parallel dazu liefen die internen Vorbereitungen für die Zusammenführung der stationären Versorgung weiter.

Renovierungskosten als zentrales Argument

Ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung sei laut BBT-Gruppe der bauliche Zustand des Theresienkrankenhauses. Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung, beziffert die notwendigen Renovierungskosten auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Mindestens 30 Prozent dieser Summe müsste das Haus selbst aufbringen. Das Diako verfüge demgegenüber über einen zeitgemäßen Standard, weshalb die Konzentration dort als wirtschaftlich tragfähiger Weg bewertet werde.

„Die Konzentration auf den Standort Diako ist unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der machbare und vernünftige Weg.“

– Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe

Medizinstrategie und strukturelle Veränderungen

Die Medizinstrategie des Brüderklinikums Julia Lanz sieht vor, medizinische Leistungen künftig in hochspezialisierten Zentren zu bündeln und am Standort Diako zu konzentrieren. Das bestehende Gebäude soll hierfür baulich erweitert werden.

Zur Begründung verweist die BBT-Gruppe auf stark gestiegene Sach- und Betriebskosten, die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen sowie den anhaltenden Fachkräftemangel. Diese Entwicklungen hätten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stationärer Versorgung grundlegend verändert.

Finanzierung und Abstimmung mit öffentlichen Stellen

Entgegen verbreiteter Annahmen erhielten christliche Krankenhäuser keine Mittel aus Kirchensteuereinnahmen oder von Bistümern. Als freigemeinnützige Einrichtung müsse das Brüderklinikum Julia Lanz seine Mittel selbst erwirtschaften und reinvestieren. Eine Quersubventionierung innerhalb der BBT-Gruppe finde nicht statt.

Die Verantwortlichen betonen, dass die strategische Neuausrichtung in enger Abstimmung mit der Stadt Mannheim, dem Universitätsklinikum sowie dem Gesundheitsministerium Baden-Württemberg erfolge. Über weitere Ergebnisse wolle man informieren, sobald Entscheidungen endgültig getroffen seien.

Quelle: Pressemitteilung des Brüderklinikums Julia Lanz / BBT-Gruppe, Mannheim, 21.01.2026.