Mannheim: Sozialplan am Brüderklinikum Julia Lanz abgeschlossen – deutlich weniger Kündigungen als befürchtet
Die Sozialplanverhandlungen am Brüderklinikum Julia Lanz sind abgeschlossen. Insgesamt sind 194 Mitarbeitende betroffen, deutlich weniger als ursprünglich erwartet.
Nach intensiven Verhandlungen hat das Brüderklinikum Julia Lanz die Gespräche zum Sozialplan im Zuge der Zusammenführung der stationären Versorgung abgeschlossen. Wie das Klinikum mitteilt, konnte die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen im Verlauf der Verhandlungen deutlich reduziert werden. Für die verbleibenden Mitarbeitenden wurden zudem Regelungen zum Bestandsschutz vereinbart.
Insgesamt sind 194 Personen über beide Standorte hinweg betroffen. Die Zahl verteilt sich in etwa hälftig auf das Theresienkrankenhaus und das Diako. Damit liegt sie deutlich unter den Prognosen aus dem Oktober 2025, als noch von rund 350 Vollzeitäquivalenten ausgegangen worden war, was einer erheblich höheren Anzahl betroffener Mitarbeitender entsprochen hätte.
Pflegepersonal in der direkten Versorgung vollständig erhalten
Nach Angaben des Klinikums konnten sämtliche Stellen von Pflegefachpersonen sowie Pflegehelfern mit mindestens einjähriger Ausbildung in der direkten Patientenversorgung gesichert werden. Kündigungen betreffen hingegen Mitarbeitende aus nahezu allen anderen Bereichen des Klinikverbunds, darunter Funktionsbereiche wie Küche und Reinigung sowie Teile der Verwaltung.
In der Gesamtzahl enthalten sind auch Kündigungen, die bereits Ende 2025 ausgesprochen wurden. Diese betrafen ausschließlich Ärztinnen und Ärzte, deren Abteilungen zum 31. Dezember 2025 geschlossen worden waren.
Information der Mitarbeitenden und Unterstützungsangebote
Die betroffenen Mitarbeitenden wurden am Dienstag persönlich über die Kündigungen informiert. Parallel dazu stellt das Brüderklinikum verschiedene Unterstützungsangebote bereit, um den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse zu erleichtern.
Dazu zählen unter anderem Hilfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Unterstützung bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche sowie Beratungstermine durch die Agentur für Arbeit. Geplant sind Informationsveranstaltungen an beiden Standorten.
Teil des Sozialplans sind zudem Abfindungsregelungen, die nach festgelegten Kriterien ausgezahlt werden.
Abschluss eines längerfristigen Umstrukturierungsprozesses
Die Sozialplanverhandlungen markieren den letzten Schritt der medizinisch-strategischen Neuausrichtung, die bereits im Oktober des vergangenen Jahres begonnen hatte. Die Klinikleitung hatte die ursprünglich länger geplante Bündelung der stationären Versorgung am Standort Diako auf das Jahr 2026 vorgezogen, um den Klinikverbund wirtschaftlich zukunftsfähig aufzustellen.
Das Brüderklinikum Julia Lanz vereint die beiden Mannheimer Traditionshäuser Theresienkrankenhaus und Diako als Klinikverbund innerhalb der BBT-Gruppe. Ziel bleibt es, die medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung in Mannheim und der Region langfristig zu sichern.