Mannheim: Kunstpreis 2026 der Heinrich-Vetter-Stiftung geht an Konstantin Voit
Der Mannheimer Maler Konstantin Voit erhält den mit 15.000 Euro dotierten Kunstpreis. Die Preisträgerausstellung wird im Juli im PORT25 eröffnet.
Mit dem Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung fördern die Stadt Mannheim und die Stiftung professionelle Künstlerinnen und Künstler aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Preis, der 2026 bereits zum elften Mal verliehen wird, ist in diesem Jahr für Malerei ausgelobt und gilt als wichtiges Instrument zur Unterstützung regionaler zeitgenössischer Kunst.
Neben dem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro ist die begleitende Preisträgerausstellung im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst ein zentraler Bestandteil der Förderung durch das Kulturamt Mannheim.
Eine unverkennbare künstlerische Handschrift
Die Fachjury würdigte die außerordentlich hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Arbeiten und entschied sich mehrheitlich für den Mannheimer Künstler Konstantin Voit (*1964).
Voits Werk ist farbstark und unverkennbar. Seit 1993 sammelt er Kindermalschablonen und hat daraus die weltweit größte Sammlung dieser Art aufgebaut. In seiner „Malfabrik“, einem Projektnamen, den er seit dem Studium an der HFBK Hamburg – unter anderem bei Sigmar Polke – verwendet, sind inzwischen mehr als 2.000 Malereien entstanden.
Sein grundsätzlich abstrakter Ansatz wird durch die Motive der Schablonen erweitert. Die reduzierte Form fordert dazu auf, symbolische und archetypische Bedeutungen in die Bildwelt hineinzulesen. Trotz moderner Hilfsmittel wie Computer und Schneideplotter bleibt das Ergebnis klassische Malerei: gemalte Farbe auf hochwertigem Bildträger – weder digitale Kunst noch Druck, ohne Einsatz von KI.
Werbeblock 2.0 – Zeitreise durch die Welt der Marken
Mit seinem neuen Projekt „Werbeblock 2.0“ schafft Voit eine Serie aus 294 verfremdeten Markenlogos. Bekannte und vergessene Signets werden durch Schablonenmotive transformiert und eröffnen neue, oft humorvolle oder doppelbödige Lesarten unserer Konsumwelt.
Bereits 2011 präsentierte Voit mit „I love ALDI“ im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen eine viel beachtete Auseinandersetzung mit Markenästhetik. Die aktuelle Serie versteht sich als Zeitreise, die das Verborgene und Kurzlebige des Markendesigns in den Fokus rückt.
Regionale Verwurzelung und internationale Präsenz
Konstantin Voit wurde in Mannheim geboren und kehrte nach mehreren Stipendien in ganz Deutschland 2001 in die Kurpfalz zurück. Er war dreimal Preisträger des Welde-Kunstpreises, erhielt unter anderem den Kunstpreis der Stadt Bühl sowie ein Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris.
Er ist Teil des Kollektivs „Die Kunstpirativen“, Mitgründer der Produzentengalerie PENG! – raum für kunst und war viele Jahre Dozent an der Freien Kunstakademie Mannheim. 2026 nimmt er seine Lehrtätigkeit an der neu gegründeten Akademie der Bildenden Künste Mannheim auf.
Preisträgerausstellung im PORT25
Die Ausstellung des diesjährigen Preisträgers wird am 31. Juli 2026 um 19 Uhr im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst in Mannheim eröffnet.