Mit Standing Ovations und klaren Worten zu den Herausforderungen der Zukunft ist Manuel Just in Walldorf offiziell als neuer Landrat des Rhein-Neckar-Kreises verpflichtet worden.
Vor rund 230 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft ist Manuel Just am Dienstag, 19. Mai 2026, in der Astoria-Halle in Walldorf offiziell als neuer Landrat des Rhein-Neckar-Kreises verpflichtet worden. Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder nahm die Verpflichtung im Rahmen einer feierlichen Sitzung des Kreistags vor.
Bereits zu Beginn sorgte Frank Werner, Erster stellvertretender Vorsitzender des Kreistags, mit einer humorvollen Bemerkung für Aufmerksamkeit. Mit den Worten Unser Landrat ist on fire begrüßte er den neuen Amtsinhaber und verband dies zugleich mit einer klaren Botschaft: Der Rhein-Neckar-Kreis stehe vor großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Band Delta Groove Selection.
Kommunen stehen unter Druck
In seiner Rede machte Frank Werner deutlich, dass sich Landkreis und Kommunen bereits mitten in schwierigen Zeiten befänden. Er verwies auf wirtschaftliche Unsicherheiten, die angespannte Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden, den Fachkräftemangel, die Digitalisierung, die Folgen des Klimawandels sowie die Auswirkungen der Krankenhausreform.
Besonders die kommunalen Haushalte gerieten zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Dabei gehe es längst um die Frage, ob Angebote und öffentliche Einrichtungen dauerhaft noch aufrechterhalten werden könnten.
Zugleich sprach Werner dem neuen Landrat großes Vertrauen aus. Manuel Just bringe Erfahrung, Führungsstärke und die Fähigkeit mit, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen.
Regierungspräsidentin betont Verantwortung für das Gemeinwohl
Nach der Begrüßung durch Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler nahm Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder die offizielle Verpflichtung vor. Eine Vereidigung war nicht erforderlich, da Manuel Just bereits im Jahr 2002 vereidigt worden war.
Felder bezeichnete die Verpflichtung als Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinwohl. Politik müsse Gegensätze aushalten und Lösungen für die Zukunft entwickeln.
Auch der Vorsitzende des Kreisverbands Rhein-Neckar-Kreis, Sinsheims Oberbürgermeister Marco Siesing, würdigte Justs langjährige kommunalpolitische Erfahrung. Der neue Landrat kenne die kommunale Realität nicht nur aus Akten und Verwaltungsvorlagen.
Dialog und Kontinuität als Leitmotiv
In seiner Antrittsrede stellte Manuel Just den Dialog mit Mitarbeitenden, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Kreistag in den Mittelpunkt seiner künftigen Amtsführung.
Gleichzeitig sprach sich der neue Landrat gegen Symbolpolitik und vorschnelle Veränderungen aus. Entscheidungen müssten sorgfältig geprüft und nur dort Veränderungen vorgenommen werden, wo sie tatsächlich notwendig seien.
Ausdrücklich würdigte Just zudem seinen Vorgänger Stefan Dallinger. Dieser habe ein hervorragend aufgestelltes Landratsamt hinterlassen.
Haushaltslage und Kliniken als zentrale Themen
Einen Schwerpunkt seiner Rede legte Manuel Just auf die schwierige finanzielle Situation der Kommunen. Eine dauerhaft steigende Kreisumlage dürfe die Leistungsfähigkeit der 54 kreisangehörigen Städte und Gemeinden nicht gefährden.
Daher kündigte Just die Einrichtung einer Haushalts- und Strukturkommission an, die sich intensiv mit Konsolidierungs- und Zukunftsfragen beschäftigen soll.
Große Chancen sieht der neue Landrat in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Moderne Technologien sollten Verwaltungsabläufe effizienter machen und Mitarbeitende entlasten, ohne menschliche Kompetenz zu ersetzen.
Zu den zentralen Zukunftsthemen zählte Just außerdem Gesundheitsversorgung, Klimaschutz, Mobilität, Bildung und Wirtschaftsförderung. Gerade bei den GRN-Kliniken liege noch ein anspruchsvoller Weg vor dem Landkreis.
Zum Abschluss seiner Rede bekannte sich Manuel Just ausdrücklich zu einer engen Zusammenarbeit mit Kreistag, Kommunen und Bürgerschaft und rief dazu auf, die anstehenden Veränderungen gemeinsam anzugehen.