SÜDHESSEN: Großkontrolle von Reisebussen deckt massive Sicherheitsmängel auf
Am Donnerstag kontrollierten über 60 Einsatzkräfte in Südhessen 24 Reisebusse. Nur wenige blieben ohne Beanstandung, mehrere Fahrzeuge mussten sofort aus dem Verkehr gezogen werden.
Bei einer länderübergreifenden Kontrollaktion haben Einsatzkräfte am Donnerstag zahlreiche Mängel im Reisebusverkehr festgestellt. An der Maßnahme im Rahmen der Sicherheitskooperation der Länder Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren über 60 Kräfte beteiligt. Unterstützt wurden sie unter anderem vom Bundesamt für Logistik und Mobilität, dem Zoll sowie den Regierungspräsidien Darmstadt und Unterfranken.
Insgesamt nahmen die Beamten 24 Reisebusse genauer unter die Lupe. Lediglich sechs Fahrzeuge blieben ohne Beanstandung. In 18 Fällen stellten die Einsatzkräfte teils gravierende Mängel fest. Viermal wurde die Weiterfahrt unmittelbar untersagt. Zudem erhoben die Behörden Sicherheitsleistungen in Höhe von rund 22.000 Euro.
Technische Defekte und Sicherheitsrisiken
Besonders schwerwiegende Mängel zeigten sich bei mehreren Fahrzeugen aus dem Ausland. So musste ein Reisebus aus Osteuropa stillgelegt werden, nachdem korrodierte Haltebänder an der Druckluftbremsanlage festgestellt wurden. Weitere technische Prüfungen ergaben zusätzliche erhebliche Defekte. Für die 15 Fahrgäste wurde ein Ersatzfahrzeug organisiert. Die Fahrer durften ihre Fahrt zudem nicht fortsetzen, da sie ihre Arbeitszeiten der vergangenen Tage nicht nachweisen konnten und eine Zwangspause einlegen mussten.
Ein weiterer Bus aus der Balkanregion fiel durch eine mehrfach gerissene Bremsscheibe auf. Auch hier war die Weiterfahrt nicht mehr möglich. Die Fahrgäste setzten ihre Reise mit einem Ersatzfahrzeug fort.
Bei einem international eingesetzten Linienbus aus Südosteuropa stellten Prüfer erhebliche technische Mängel fest. Neben einer außer Betrieb gesetzten Abgasreinigungsanlage verlor das Fahrzeug Kraft- und Schmierstoffe und wies massive Rostschäden am Rahmen auf. Auch dieser Bus wurde aus dem Verkehr gezogen.
Ein weiterer Reisebus musste gestoppt werden, weil ein sogenannter Emulator entdeckt wurde, der die Abgasanlage manipulierte und die Abgasreinigung außer Kraft setzte. Zusätzlich war ein Reifen stark abgefahren. Für die zehn Fahrgäste wurde ebenfalls ein Ersatzfahrzeug bereitgestellt.
Verstoß auch im Reisegepäck
Neben technischen Kontrollen überprüften die Einsatzkräfte auch Gepäckstücke. Dabei stellten sie bei einem Fahrgast aus Osteuropa fest, dass dieser illegal rund 12 Kilogramm Schweinefleisch mitführte. Das Veterinäramt stellte die Ware sicher und prüft nun, ob ein Risiko im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest besteht.