Rheinland-Pfalz: Viele Wähler noch unentschlossen – Rheinland-Report sieht Entscheidung erst am Wahltag
Uwe Ansbach/dpa

Rheinland-Pfalz: Viele Wähler noch unentschlossen – Rheinland-Report sieht Entscheidung erst am Wahltag

Rheinland-Pfalz: Viele Wähler noch unentschlossen – Rheinland-Report sieht Entscheidung erst am Wahltag

Kurz vor der Landtagswahl zeigt ein aktuelles Stimmungsbild eine ungewöhnlich hohe Unsicherheit im Land. Besonders viele Rheinland-Pfälzer wollen ihre Entscheidung offenbar erst ganz am Ende treffen.

Nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz deutet eine neue Umfrage auf ein bemerkenswert offenes Rennen hin. Der aktuelle Rheinland-Pfalz-Report zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung seine Wahlentscheidung noch nicht getroffen hat.

Nach den vorliegenden Zahlen sind 22 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer weiterhin unentschlossen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Noch deutlicher wird die Unsicherheit bei der Frage nach der Person an der Spitze der Landesregierung: Rund 52 Prozent der Befragten haben sich bislang nicht festgelegt, wen sie als zukünftigen Ministerpräsidenten bevorzugen würden.

Schweitzer liegt deutlich vor Schnieder

In der hypothetischen Direktfrage nach dem Ministerpräsidenten liegt der amtierende Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD) derzeit deutlich vorn. 25 Prozent der Befragten würden ihn aktuell direkt wählen. CDU-Oppositionsführer Gordon Schnieder kommt in derselben Frage auf 9 Prozent.

Auffällig ist dabei, dass viele Wählerinnen und Wähler sich noch kein klares Bild vom Herausforderer gemacht haben. 48 Prozent der Befragten gaben an, sich derzeit kein Urteil über Schnieder bilden zu können.

Wahlentscheidung möglicherweise erst in der Kabine

Andreas Holz, Programmchef von RPR1., bewertet die Ergebnisse als Zeichen eines ungewöhnlich ruhigen Wahlkampfes: „Seit vergangenem Sommer fragen wir die politische Stimmung in Rheinland-Pfalz kontinuierlich ab. Es ist erstaunlich, wie wenig Bewegung in diesen Landtagswahlkampf kommt. Die große Zahl der Unentschlossenen wird sich möglicherweise erst in der Wahlkabine entscheiden, wo sie ihr Kreuz machen werden.“

Auch Lars Hennemann, Chefredakteur der Rhein-Zeitung, sieht vor allem die späten Entscheider als entscheidenden Faktor: „Nicht die festen Lager, sondern die große Gruppe der Unentschlossenen wird darüber entscheiden, wie sich das Rennen in den letzten Tagen vor der Landtagswahl entwickelt. Gerade bei der Ministerpräsidentenfrage hat sich mehr als jede zweite Person noch nicht festgelegt – und macht damit den Endspurt des Wahlkampfs zum entscheidenden Faktor.“

Über den Rheinland-Pfalz-Report

Der Rheinland-Pfalz-Report wird im Auftrag der Rhein-Zeitung und des Radiosenders RPR1. vom IFAK Institut durchgeführt und dient als regelmäßiges Stimmungsbarometer für die politische Lage im Land.

Die aktuelle Auswertung basiert auf der vierten Erhebungswelle. Befragt wurden 1.047 deutschsprachige Personen ab 16 Jahren aus Privathaushalten in Rheinland-Pfalz mit Internetanschluss. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Januar und dem 22. Februar 2026. Die Befragung erfolgte online.

Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Befragung: Nicht die Stammwähler der Parteien könnten die Wahl entscheiden, sondern die große Gruppe der noch Unentschlossenen. Viele Beobachter erwarten daher eine besonders spannende Schlussphase des Wahlkampfes in Rheinland-Pfalz.