RHEINPFALZ: Schockanrufe auf Russisch – Betrüger erbeuten fast 100.000 Euro von Senioren
In Germersheim und Neustadt häufen sich Betrugsfälle mit russischsprachigen Anrufen. Täter täuschen Notlagen vor und bringen Senioren um hohe Geldbeträge.
Die Polizei warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche, bei der gezielt russischsprachige Seniorinnen und Senioren kontaktiert werden. In mehreren Fällen im Bereich Germersheim und Neustadt an der Weinstraße täuschten Täter Notlagen von Angehörigen vor, um an Bargeld zu gelangen.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz wurden der Kriminalpolizei Ludwigshafen in den vergangenen Tagen mehrere entsprechende Vorfälle gemeldet. In allen Fällen sprachen die Anrufer russisch und gaben sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Familienangehörige aus.
Mehrere Taten nach ähnlichem Muster
Am 7. April erhielt ein Senior aus Germersheim gegen 11 Uhr einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, seine Tochter habe einen schweren Unfall verursacht. Um eine Strafanzeige zu vermeiden, sollte er Geld bezahlen. Kurz darauf erschienen zwei angebliche Polizeibeamte an seiner Wohnadresse in der Hans-Graf-Sponeck-Straße und nahmen Bargeld entgegen. Der Abholer wird als etwa 50 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und kräftig beschrieben.
Am 8. April wurde eine Seniorin in Neustadt gegen 11 Uhr telefonisch von einer vermeintlichen Tochter kontaktiert, die von einem Unfall berichtete. Ein angeblicher Staatsanwalt übernahm das Gespräch und drohte mit einer Haftstrafe, falls kein Geld gezahlt werde. Wenig später erschien ein Mann an der Wohnadresse in der Stettiner Straße und nahm das Bargeld entgegen. Er wird als 50 bis 60 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und mit kurzen schwarzen Haaren beschrieben.
Einen Tag später, am 9. April, erhielt eine weitere Seniorin aus Neustadt gegen 17 Uhr einen ähnlichen Anruf. Auch hier wurde eine Notlage eines Familienmitglieds vorgetäuscht. Die Frau übergab schließlich Bargeld in der Branchweilerhofstraße an einen Unbekannten. Dieser wird auf 40 bis 50 Jahre geschätzt, etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß und trug mutmaßlich eine Kappe sowie ein langärmeliges Oberteil.
Ermittlungen laufen – Polizei sucht Zeugen
Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte ein Zusammenhang zwischen den Taten bestehen. Insgesamt entstand ein Schaden von nahezu 100.000 Euro. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen hat die Ermittlungen aufgenommen.
Zeugen, die in den genannten Bereichen verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0621 963-23312 oder per E-Mail an